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Aua: Hund beißt Wanderin ins Gesäß

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Symbolbild © PantherMedia / Steffen Spitzner

Eine Wanderung im Juni 2019 endete für eine 50-jährige Bruckmühlerin schmerzhaft. Ein Hund biss ihr in den Allerwertesten. Nun landete der Fall vor Gericht

Fischbachau – Ihr Hund soll einer Wanderin so heftig ins Gesäß gebissen haben, dass diese sich ein Hämatom zuzog und nicht unerhebliche Schmerzen zu ertragen hatte. Wegen dieses Vorfalls im Juni 2019 musste sich eine 35-Jährige aus Fischbachau vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf: fahrlässige Körperverletzung.

Vorfall auf Privatgrundstück: Hund attackiert Wanderin

„Das Ganze ist im privaten Hofgelände meiner Mandantin in Fischbachau passiert“, sagte Verteidiger Markus Frank. „Grundsätzlich ist dieser Bereich für fremde Personen abgesperrt.“ Auch ein Schild mit der Aufschrift „Warnung vor dem Hunde“ sei am Gelände angebracht. Eigentlich sei das Grundstück mit einem Flatterband abgesperrt. „An dem Tag wurden aber Arbeiten am Hof durchgeführt, weshalb das Band nicht dran war“, sagte die Angeklagte. Welcher Hund die Wanderin gebissen hat, habe sie nicht gesehen. „Es waren nämlich noch der Hund meiner Mutter und der meiner Schwester auf dem Hof“, sagte die 35-Jährige. Sie sei erst hinzugekommen, als der Angriff des Hundes auf die Wanderin schon geschehen war. „Als ich dazukam, war nur mein Hund in der Nähe der Frau“, ergänzte die Angeklagte. Deshalb ging sie davon aus, „dass es mein Hund war, der die Frau attackierte, was mir auch leid tut“. Eine Verletzung habe sie aber nicht erkennen können.

Blutende Wunde nach Hundebiss

Die Wanderin, eine 50-Jährige aus Bruckmühl, stellte dies anders dar. „Die Bissstelle blutete sogar“, erinnerte sie sich und ergänzte sichtlich aufgelöst: „Der Biss ging ja bis ins Fleisch.“ Über den sie anfallenden Hund sagte sie, „dass er aggressiv auf mich und meine Freundin zurannte und uns anbellte“. Danach habe sie auch ein Foto von einem der Hunde gemacht. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei diesem Hund aber nicht um das Tier, das zugebissen hatte.

Dass das betreffende Grundstück ein Privatgelände ist, „das haben wir nicht gesehen“, so die Bruckmühlerin. Die Schilder auf ihrem Wanderweg seien alle sehr verwachsen gewesen. Dem widersprach die Angeklagte: „Unsere privaten Schilder sind alle gut lesbar.“

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Ziel des Verteidigers war es letztlich, eine Einstellung des Verfahrens zu erreichen. „Mit einer Geldauflage von 500 Euro wären wir einverstanden“, so Frank. Die Staatsanwaltschaft gab zwar grünes Licht, befand die Höhe des Betrags aber für zu niedrig. 1500 Euro seien angemessen.

Verfahren gegen 1000 Euro Geldauflage eingestellt

Richter Walter Leitner fand einen Kompromiss, mit dem am Ende alle Beteiligten einverstanden waren: Die 35-Jährige muss 1000 Euro als Geldauflage entrichten, wovon 750 Euro dem Opfer als Schmerzensgeld zugute kommen. Der Restbetrag geht an einen Tierschutzverein.

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