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Wünscht sich mehr Sicherheit in der Garderobe: Marion Riedl, Rektorin der Mittelschule Fischbachau, vor den bereits aufgestellten Schließfächern. 

Gemeinderat lehnt Kostenbeteiligung ab

Weil Dinge verschwinden: Mittelschule Fischbachau will Schließfächer für Schüler

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Immer wieder verschwinden Dinge aus der Garderobe der Mittelschule Fischbachau. Die Rektorin möchte deshalb Schließfächer aufstellen lassen. Der Gemeinderat aber nicht.

Fischbachau – Manchmal könnte sich Marion Lechner glatt als Hausdetektivin betätigen. In regelmäßigen Abständen stehen Schüler bei ihr im Büro, die ihre Sachen nicht mehr finden. Meist sind es Schuhe, Jacken oder Sportutensilien. „Immer wieder verschwindet etwas aus der Garderobe“, berichtet die Rektorin der Mittelschule Fischbachau auf Nachfrage unserer Zeitung. Ob es sich um Streiche der Schüler oder sogar um Diebstahl handelt, kann und mag sie nicht beurteilen. Denn weder sie, noch der Hausmeister habe die Kapazitäten, sich um die Aufklärung der mysteriösen Fälle zu kümmern.

Schon ihr Vorgänger als Schulleiter sei damit konfrontiert gewesen, sagt Lechner. Da auch sie in ihren mittlerweile vier Jahren an der Mittelschule keine Besserung erkennen konnte, packt die Rektorin das Problem nun an der Wurzel an. Sie will die offenen und frei zugänglichen Garderobenbänke im Keller durch moderne Schließfächer mit PIN-Sicherung ersetzen und somit auch gleich noch den Brandschutz verbessern. Um nicht allein den Eltern die Kosten für die Miete der Schränke aufzubürden, beantragte Lechner einen Zuschuss der Gemeinde.

Schließfächer kosten 2,40 Euro pro Schüler und Monat

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Josef Lechner (CSU) die Modalitäten des Vertrags mit der Firma AstraDirect Leasing & Service GmbH aus Mannheim vor. 160 Schließfächer würden in der Mittelschule installiert. Der Preis betrage 2,40 Euro pro Spind, also 384 Euro pro Monat beziehungsweise 4608 Euro pro Jahr. Die Schüler beziehungsweise ihre Eltern würden sich mit einem Euro pro Schließfach an den Kosten beteiligen, erklärte Lechner.

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Abgesperrt und geöffnet würden die Schränke mit einem elektronischen iPIN-Tastenschloss. Ein Schlüssel, der ebenfalls verloren gehen kann, falle damit weg. Die Rektorin wolle alle Schüler verpflichten, sich ein solches Schließfach zu mieten, erklärte Lechner. Deshalb könnten direkt 160 Stück bestellt werden. Falls am Ende doch weniger gebraucht würden, sei eine Rückgabe problemlos möglich. Aus diesen Gründen hielt der Bürgermeister auch den von Bernhard Padeller (FaB) angeregten Kauf der Anlage für wenig sinnvoll.

Gemeinderäte lehnen Kostenbeteiligung ab

Die Gemeinderäte hatten hingegen sogar mit den Schließfächern als solches ein Problem. „Unsere Mittelschüler sind bekannt für Ehrlichkeit und Anstand“, sagte Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher (CSU). Das schlichte Wegsperren von persönlichen Gegenständen sei nicht der richtige Weg, um eine „gesellschaftliche Fehlentwicklung“ zu korrigieren. „Wertsachen haben in der Schule generell nichts verloren“, fand Peter Rauffer (FaB). Er sehe daher nicht ein, Sicherungsmaßnahmen aus der Gemeindekasse zu bezahlen. „Das ist wenn dann alleine Sache der Eltern.“

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Selbst Lechners Vorschlag, die Miete für ein Jahr zu testen, fand im Gremium keine Mehrheit. Der Bürgermeister und sein CSU-Fraktionskollege Josef Obermaier waren die einzigen am Ratstisch, die für den Beschluss stimmten.

Rektorin setzt jetzt auf Umfrage

Die Rektorin hat das Ergebnis mit Bedauern aufgenommen. „Schade, aber das müssen wir im Moment so akzeptieren“, sagt sie. Aufgeben will Marion Lechner aber nicht. Sie möchte nun eine Umfrage unter den Schülern und ihren Eltern starten, um den Bedarf und die Bereitschaft zu einer höheren Kostenbeteiligung zu ermitteln. Dann werde sie nochmals auf die Gemeinde zukommen. Genau das sei ursprünglich auch so angedacht gewesen, erklärt der Rathauschef. „Mit einem klaren Elternvotum tut sich der Gemeinderat vielleicht leichter.“

Die Schulleiterin zweifelt am Zuspruch nicht. Sie verspricht sich von den Schließfächern sogar noch einen pädagogischen Effekt: „So lernen die Schüler, sich eigenverantwortlich um die sichere Aufbewahrung ihrer privaten Dinge zu kümmern.“

sg

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