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Freut sich über den Zuspruch des Publikums: Naturfilmer Rolf Steinmann aus Fischbachau. 

Nach Emmy-Nominierung von „Hostile Planet“

Naturfilmer Rolf Steinmann erklärt, warum Dokus immer auch unterhalten müssen

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Ein Film, an dem er als Kameramann beteiligt war, war für den Emmy nominiert. Im Interview erklärt Rolf Steinmann aus Fischbachau, was einen guten Naturfilm ausmacht. 

Fischbachau/Los Angeles– Schon die Nominierung war eine kleine Sensation. Insofern blickte Rolf Steinmann aus Fischbachau ganz entspannt auf die Preisverleihung der 71. Primetime-Emmys in Los Angeles. Dass der Preis in der Kategorie „Outstanding Documentary or Nonfiction Series“ dann am Ende nicht an die sechsteilige National Geographic-Serie „Hostile Planet“, an der Tierfilmer Steinmann als Kameramann maßgeblich beteiligt war, gegangen ist, stimmt den Fischbachauer nicht traurig – im Gegenteil. Warum, erklärt der 39-Jährige im Interview mit unserer Zeitung. Ein Gespräch über das Privileg des Entdeckens, die Kunst des Erzählens – und die Sorge, dass die Natur irgendwann nur noch im Film zu bewundern ist.

Herr Steinmann, mit „Our Planet“ hat Ihnen ausgerechnet ein anderer Naturfilm den Emmy weggeschnappt. Sind Sie enttäuscht?

Rolf Steinmann: Ganz im Gegenteil. Es ist großartig, dass ein Naturfilm eine solche Auszeichnung bekommen hat. Der Zusammenhalt in der Branche ist riesig, weil fast jeder mit jedem schon mal zusammengearbeitet hat. Auch ich habe bereits für die Produktionsfirma gefilmt, die jetzt mit „Our Planet“ einen Emmy geholt hat. Das ist wirklich ein geniales Werk – mit einem überragenden Sprecher: Sir David Attenborough. Dank dieses Mannes genießen BBC-Naturdokumentationen in England fast Pop-Kultstatus.

Nur wegen einer Stimme?

Rolf Steinmann: David Attenborough ist viel mehr als das. Er ist nicht einfach nur ein Sprecher, der jeder beliebigen Figur seine Stimme verleiht. Für viele Zuschauer ist er nicht weniger als ein Star, eine lebende Legende des Naturfilms. Er steckt so tief im Thema drin – fachlich wie leidenschaftlich. Das ist die pure Authentizität. Umso mehr freut es mich, dass ich die Aussicht habe, 2020 mit Sir Attenborough zusammenzuarbeiten. Wirklich eine große Ehre.

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Von der aber nur englischsprechende Zuschauer etwas haben, oder?

Rolf Steinmann: Als Sprecher ist David Attenborough konkurrenzlos, das stimmt. Die einzigartige Erzählweise des britischen Naturfilms ist aber sprachunabhängig und kommt auch hierzulande gut an.

Was macht sie denn so besonders?

Rolf Steinmann: Weil sie auf die moralische Zwangsjacke verzichtet. Menschen schauen Filme, weil sie sich dabei gut fühlen wollen. Also ist es unsere Aufgabe, zu unterhalten. Wenn uns das gelingt, ist die Chance am größten, dass beim Zuschauer am Schluss auch eine Botschaft hängen bleibt. Diese Art von Sensibilisierung ist die große Kunst des Naturfilms, die Meisterklasse. Dafür braucht es aber auch eine Menge Mut und Durchhaltevermögen.

Weil man dafür in die extremsten Gebiete der Erde vordringen muss.

Rolf Steinmann: Unter anderem, ja. Aber genau das macht für mich diesen Beruf aus. Es ist ein absolutes Privileg, Tiere in einer Umgebung zu beobachten, wie es noch nie jemand zuvor getan hat. Und das in einer Zeit, wo jeder meint, schon alles irgendwie mal gesehen zu haben. Zumindest auf Fotos oder in Filmen.

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Mit moderner Computeranimation sind ja sogar noch spektakulärere Bilder möglich, als sie die Realität hergibt.

Rolf Steinmann: Aber die basieren alle auf der realen Natur. Es ist kein Geheimnis, dass die Fantasiewelten und Spezialeffekte Hollywoods auch immer wieder vom Naturfilm inspiriert werden. Für meine Begriffe ist das, was unser Planet an Schönheit bietet, aber konkurrenzlos. Mein Antrieb ist es, diese mit all den Millionen Menschen zu teilen, die nicht selbst die Chance haben, sie mit ihren eigenen Augen zu erleben.

In Zeiten des Klimawandels eine fast schon historische Aufgabe, oder?

Rolf Steinmann: Natürlich hat man immer die Sorge im Hinterkopf, dass man vielleicht der letzte Mensch ist, der die Natur so erleben kann. Umso wichtiger ist es dann aber, sie zumindest im Bild für die Nachwelt festzuhalten. Als Vermächtnis, aber hoffentlich auch als Mahnung, doch noch die Reißleine zu ziehen. Es gibt noch genug, was wir retten können.

Auch die Eisbären, die sie für ihren nächsten Film beobachten?

Rolf Steinmann: Ich hoffe doch. 2021 soll „Polar Bears“ bei Disney Plus Premiere feiern. Zuerst aber geht’s für mich nach Kaliforniern. Da filme ich wieder für National Geographic. Was, darf ich noch nicht verraten. Aber es wird auch diesmal etwas sein, was so noch nie zu sehen war.

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