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Historisches Gebäude: Seit mehr als 100 Jahren steht der Haupttrakt des heutigen Bildungshauses der Stadt München auf Gut Achatswies in Fischbachau.

Erneutes „Nein“ im Fischbachauer Bauausschuss

Stadt München will Bildungshaus Achatswies erweitern, blitzt aber ab

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Gut sichtbar steht das Bildungshaus der Stadt München in Achatswies in Fischbachau. Um den Anblick zu bewahren, hat der Bauausschuss jetzt eine Erweiterung abgelehnt - erneut.

Fischbachau – Denkmalgeschützt ist es nicht, aber am Herzen liegt es den Fischbachauer Bauausschussmitgliedern trotzdem: das Bildungshaus der Stadt München in Achatswies. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts thront es gut sichtbar auf einer Anhöhe nördlich des Ortskerns. Ein repräsentativer Haupttrakt mit zwei symmetrischen Flügeln. Dieses einheitliche Erscheinungsbild des repräsentativen Anwesens soll erhalten bleiben, berichtet Bürgermeister Josef Lechner (CSU) auf Nachfrage unserer Zeitung. Deshalb habe der Bauausschuss den von der Stadt beantragten Anbau an den Westteil des Gebäudes mit 5:1-Stimmen abgelehnt – zum wiederholten Male.

Die Geschichte des Hauses reicht mehr als 100 Jahre zurück. Der Düsseldorfer Louis Kniffler, damals preußischer Konsul in Japan, kaufte das Gut 1907 und ließ dort ein Jagdschloss errichten. Vom Zweiten Weltkrieg bis Ende der 1960er-Jahre wurde das Gebäude dann als Kinderkrankenhaus genutzt, ehe es in eine Fortbildungsstätte für Lehrer umfunktioniert wurde. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden Seitenflügel. Der letzte größere Umbau in Form einer Generalsanierung für vier Millionen Euro wurde 2007 abgeschlossen.

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Seit geraumer Zeit plane die Stadt München nun besagte Erweiterung des Westtrakts, berichtet Lechner. Laut Plan sollen hier weitere Seminarräume und Zimmer für die Übernachtungsgäste Platz finden. Der erste Anlauf fiel jedoch im Bauausschuss durch. Nicht nur die Gestaltung des Anbaus stieß im Gremium auf Ablehnung. Auch die dann nicht mehr gegebene Symmetrie des Baukörpers sorgte für Missfallen, so der Bürgermeister. Als Kompromissvorschlag nannten die Ausschussmitglieder ein neues Gebäude nördlich des Bestands, das über einen Verbindungsgang in das Seminarhaus integriert werden sollte. Diesmal winkte aber die Stadt ab. Laut Lechner aus „organisatorischen, wirtschaftlichen und technischen Gründen“.

Stattdessen startete das Referat für Bildung und Sport seinerseits einen neuen Versuch – allerdings wiederum mit einem Anbau auf der Westseite. Der Kreisbaumeister könne mit der vorgelegten Gestaltung leben, berichtet Lechner. Deshalb gehe er davon aus, dass das Landratsamt das erneut verweigerte gemeindliche Einvernehmen ersetzen wird. Zumal für die Fläche in Achatswies eine „Sondernutzung Seminar“ ausgewiesen sei und damit trotz Außenbereich ein Rechtsanspruch der Stadt bestehe.

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Wie die Gemeinde reagiert, wenn das Landratsamt grünes Licht gibt, ist noch offen. Laut Lechner ist grundsätzlich denkbar, den Klageweg zu beschreiten. Zuvor werde er das Thema aber in den Gemeinderat bringen, betont der Bürgermeister: „Wir sind ja nicht grundsätzlich dagegen, aber die Gestaltung gefällt uns eben nicht.“ Zumal es sich um ein „historisch wertvolles Gebäude“ in prominenter Lage handle. Gleichsam will der Rathauschef aber auch dem Erfolg der Bildungsstätte nicht im Wege stehen. „Es freut uns ja, wenn die Leute gerne hier raus kommen.“

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