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Der Ausbau der Straße vom Ortsausgang Hundham bis zur Funkkurve hatte mit einigen bürokratischen Hürden zu kämpfen. Nach neuen Plänen könnte es jetzt schon 2019 losgehen.

Leitzachtalstraße

Verrückte Bürokratie: Warum die Fischbachauer zu wenig Unfälle bauen

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Würden die Fischbachauer an der richtigen Stelle mehr Autounfälle bauen, könnten sie den Fußgängern und Radfahrern der Gemeinde helfen. Wie das funktioniert, verstehen nur echte Bürokraten.

Fischbachau – Fischbachau kämpfte in letzter Zeit mit der Bürokratie. Eigentlich wollte die Gemeinde nur die Gehweglücke zwischen dem Ortsausgang Hundham Richtung Wörnsmühl und dem Funkhof schließen. Die dortigen Wege sind vom Ortsausgang Hundham nur über die Leitzachtalstraße erreichbar. „Hier brauchen wir auch einen Fuß- und Radweg“, meinte Bürgermeister Josef Lechner (CSU) im Gemeinderat. So weit, so einfach.

Von nun an verkomplizierten sich die Dinge. Weil die Kurve beim Funkhof als Unfallschwerpunkt gilt, wurden auch Polizei und Straßenbauamt auf den Plan aufmerksam. Wenn die Bagger einmal anrollen, könne man auch gleich die Straße mitbauen und die Gefahrenstelle entschärfen, so der neue, deutlich erweiterte Plan.

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Das beauftragte Planungsbüro führte den Gedanken fort. Auch die nächste Kurve galt früher als Unfallschwerpunkt. In letzter Zeit hatte sich die Situation zwar entschärft, doch wenn man einmal dabei ist, könne man auch hier etwas machen, dachte man. Statt nur einen Rad- und Gehweg zu bauen, ging es nun zusätzlich um den Neubau von insgesamt 1,8 Kilometern Asphaltstraße.

Durch die Erweiterungen wuchsen die Kosten des geplanten Projekts. Inzwischen lagen sie deutlich über einer Million Euro. Ab dieser Grenze greift der bayernweite Ausbauplan für die Staatsstraßen. Der soll die Mittel zuerst den wichtigsten Projekten zuweisen und verwendet daher Dringlichkeitsstufen, die den Gemeinden die Kontrolle entziehen. Der Ausbau der Leitzachtalstraße erhielt nur Dringlichkeitsstufe zwei. „Das heißt: Baubeginn frühestens 2025“, erklärt Lechner. Das Skurrile: Bei mehr Unfällen an der gleichen Stelle wäre die Dringlichkeitsstufe höher, das Geld deutlich schneller da.

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„Was nun?“, fragte man sich in Fischbachau. Bis mindestens 2025 will Lechner mit dem Schließen der Gehweglücke nicht warten, doch ein wenig Zeit gibt er dem Projekt noch. Im Oktober werden die Unfallschwerpunkte neu bewertet. Rutscht die Leitzachtalstraße dann in die Kategorie eins, könnte mit dem Bau vor 2025 begonnen werden.

Heimatliebende Fischbachauer sollten jetzt trotzdem nicht gezielt Unfälle bauen, um die Dringlichkeitsstufe zu erhöhen. Denn die Gemeinde hat einen Alternativplan. Für einen früheren Baubeginn will man den bayernweiten Ausbauplan umgehen. Die Ausbaustrecke würde verkürzt, die Gesamtkosten sänken dadurch unter eine Million Euro. Der neue Plan sieht sowohl den Neubau des Fuß- und Radweges vor wie auch den Umbau der Straße – allerdings nur bis zum Funkhof. Zusätzlich soll am Ortsausgang eine Querungshilfe geschaffen werden. Mit diesem Plan könnte Fischbachau die Lücke im Gehwegnetz schließen und die größere der zwei Gefahrenstellen entschärfen. Die Bauarbeiten begännen wahrscheinlich bereits nächstes Jahr.

„Diese Option wäre mir lieber“, sagt Lechner. „Selbst wenn wir in Dringlichkeitsstufe eins rutschen, bedeutet das nur, dass wir vor 2025 mit dem Bau beginnen können.“ Wann genau, wäre immer noch offen. Mit dem Alternativplan gehe es zügiger los. Die komplizierten Planungen verunsichern den Bürgermeister nicht. „Wir sind es gewohnt, dicke Bretter bohren zu müssen. Wenn es der Sicherheit dient, ist es uns das wert.“

mas

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