Wolfseehalle in Fischbachau
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Soll weiter für Veranstaltungen zur Verfügung stehen: die Wolfseehalle in Fischbachau. Ein Arbeitskreis soll die künftigen Möglichkeiten prüfen. 

Veranstaltungen sollen bleiben

Was passiert mit der Wolfseehalle? Gemeinde lässt Konzept entwickeln

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Seit April ist die Gemeinde Eigentümerin der Wolfseehalle. Wie es mit dem Veranstaltungsort weitergeht, soll nun ein Konzept klären. Der Gemeinderat hat eine Agentur beauftragt.

Fischbachau Unzählige Säle hat das Wahlkampfteam von Ministerpräsident Markus Söder in den vergangenen Wochen besichtigt. Die Wolfseehalle in Fischbachau hat die Gesandtschaft des Landesvaters aber offenbar nachhaltig beeindruckt, berichtete Bürgermeister Josef Lechner jüngst im Gemeinderat. „Uns wurde gesagt, dass so etwas im weiteren Umfeld einmalig ist.“ Und auch der Rathauschef war positiv überrascht, als er die erst im April durch die Gemeinde gekaufte Halle erstmals im Detail inspizierte. „Der Zustand ist bemerkenswert gut“, sagte er. Dennoch werde man einiges investieren müssen.

Zuerst aber soll ein Arbeitskreis des Gemeinderats herausfinden, wie sich der Veranstaltungsort am Wolfsee überhaupt entwickeln soll. Professionelle Unterstützung verspricht sich Lechner von Antje Lauer. Die Schlierseerin ist Inhaberin der Agentur PEP, die sich genau auf dieses Thema spezialisiert hat. Die Wolfseehalle bezeichnete Lauer als „sehr interessantes Objekt“. Sie bot den Gemeinderäten an, ein „Potpourri“ mit sämtlichen Nutzungsmöglichkeiten zusammenzustellen. „Über den Weg entscheiden dann Sie.“

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Zumindest gedanklich ist der Arbeitskreis bereits in Vorleistung gegangen. Laut Lechner steht fest, dass die Wolfseehalle als Veranstaltungsort in jedem Fall erhalten bleiben soll. Das Gebäude biete auf 2000 Quadratmetern bis zu 1000 Plätze. Durch die flexible Raumaufteilung mit Galerie und Bar im Untergeschoss sei eine Vielzahl von Nutzungen möglich. Ein bis zwei Veranstaltungen pro Monat hätten in den vergangenen Jahren dort stattgefunden, berichtet der Rathauschef auf Nachfrage. So etwa der gemeindliche Seniorennachmittag, aber auch private Feiern wie türkische Hochzeiten. Obendrein gehören ein 4 400 Quadratmeter großer Parkplatz sowie der benachbarte Gasthof samt Umfeld mit 2600 Quadratmetern zum Areal.

Letzter stehe seit rund fünf Jahren leer, räumte Lechner ein. Ein Abriss sei aber vorerst nicht geplant, zumal die früheren Eigentümer noch bis einschließlich 2019 ein Wohnrecht im Obergeschoss hätten. Dennoch denke man bereits darüber nach, in welcher Form man das Areal in Zukunft bewirtschaften könne. Das neue Wohngebiet am Wolfsee werde in die Überlegungen einbezogen, erklärt der Bürgermeister. „Wir müssen hier mit den Lärm-Emissionen aufpassen.“

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Weitgehend Einigkeit herrscht im Arbeitskreis über die künftige Vermarktungsstruktur der Halle. Diese solle nicht an eine Einzelperson verpachtet werden, sondern als Gesamtpaket allen Wirten oder Vereinen im Ort offenstehen. „Zu fairen Preisen“, wie Lechner betont. Die Mieter könnten sich dann auch mit ihrem eigenen Personal um die Bewirtung der Gäste kümmern. Angenehmer Nebeneffekt: Die Gemeinde kann mitentscheiden, welche Veranstaltungen sie zulassen will. Ziel müsse sein, so Lechner, die Halle als „kostenrechnende Einrichtung“ zu betreiben. Eventuell könne man auch ein Kommunalunternehmen gründen.

Als Grundlage für all diese Entscheidungen soll aber das Konzept der Agentur PEP dienen. Die Kosten dafür bezifferte Lechner mit rund 5250 Euro. Der Arbeitskreis sei von der Wichtigkeit einer externen Unterstützung überzeugt. „Wir sind ja alle keine Experten.“ Auch im Gemeinderat gab es keinen Widerspruch, der Beschluss für die Beauftragung fiel einstimmig. „Ende des Jahres“, kündigte Lechner an, „liegt die komplette Menüliste vor.“

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