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Kommt wohl weiterhin nur einmal in der Stunde: BOB.

Nach Absage an BOB-Ausbau

„Affront, Klatsche, Abfuhr“: Kreisräte enttäuscht von Minister Herrmann

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Landkreis - Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erteilte dem Halbstunden-Takt für die Bayerische Oberlandbahn eine Absage. Seine Parteikollegen im Landkreis schäumen vor Wut.

Die Nachricht ist das eine. Die Art und Weise, wie er von der ablehnenden Haltung des Innenministers zum Thema Halbstundentakt und E-Tender-Projekt erfahren hat, ärgert Josef Lechner aber mindestens genauso. „Ich habe das erst in der Zeitung gelesen“, sagt der Fischbachauer Bürgermeister. Das Schreiben selbst habe er bislang nicht zu Gesicht bekommen. „Das ist schwach, weil wir in Fischbachau den Landkreis maßgeblich auf diese Schiene gesetzt haben“, sagt Lechner.

Wie berichtet, hatte der Landkreis im Mai per Brief das Innenministerium um Unterstützung beim Ausbau der Bahnstrecke bis Bayrischzell und bei der Finanzierung einer Machbarkeitsstudie zum Thema Akku-Loks gebeten. V on der Antwort zeigte sich Landrat Wolfgang Rzehak in einer Pressemitteilung enttäuscht. Lechner ergeht es nicht viel anders. „Das ist bedauerlich“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Tenor unterscheide sich aber nicht groß von der ersten Antwort vor einem Jahr. Jetzt gelte es, die Kräfte zu bündeln und nachzuhaken. Lechner formuliert den Arbeitsauftrag wie folgt: „Also gut, Herr Herrmann, dann lassen Sie uns schauen, wie wir einen Kreuzungsbahnhof in Fischbachau hinbekommen.“ Er als Bürgermeister nehme die Herausforderung gerne an, das „Nein“ aus dem Ministerium in ein „Ja, aber“ umzudrehen.

Analyse der Vertreter der Kreistagsfraktionen fällt ähnlich aus

Als Niederlage für die CSU, die das Projekt bekanntlich mit Nachdruck verfolgt hat, möchte es keiner bezeichnen. Sieg oder Niederlage sei in dieser Sache nicht die richtige Wortwahl, betont Michael Pelzer (FWG). „Das ist vielmehr ein Affront gegenüber unserem Landkreis.“ Das Innenministerium verkenne dabei die touristische und wirtschaftliche Attraktivität der Region und damit auch die Bedeutung eines infrastrukturellen Ausbaus im Hinblick auf die wachsende Konkurrenz im benachbarten Tirol. Aufgeben ist auch für Pelzer keine Option. „Dann machen wir uns lächerlich.“

Unterstützung erhält der FWG-Kreisrat von SPD-Sprecher Martin Walch. Der bezeichnet Herrmanns Brief als „Klatsche, die wir nicht verdient haben“, Das sei traurig, aber nicht das Ende der Bemühungen. Walch sieht alle Fraktionen in der Pflicht, politischen Druck auszuüben, um das Innenministerium doch noch zu einem Umdenken zu bewegen. „Ohne gemeinsames Engagement geht das nicht.“

Dass der Landrat dabei vor allem die CSU-Fraktion in die Pflicht genommen hat (wir berichteten), sieht Lechner entspannt. „Wenn das Landratsamt keinen ausreichenden Zugang hat, helfen wir gerne mit“, kommentiert er schmunzelnd. In Richtung Innenminister schickt Lechner voraus: „Herr Herrmann kennt mich und weiß, dass ich jetzt nicht aufhöre.“

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