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Diese frei laufende Herde von Ziegen ist mittlerweile nicht nur Pferdebesitzern ein Dorn im Auge.

Frei laufende Herde beschäftigt Reiter und Gemeinde

Am Auerberg sind die Ziegen los

Auerberg - Eine frei laufende Herde Ziegen am Auerberg in Fischbachau versetzt die dortige Reiterszene in Aufruhr. Der Ziegenbesitzer wurde bereits aufgefordert, die Tiere einzufangen.

Barbara Schenk ist eine überaus erfahrene Reiterin – über 40 Jahre sitzt sie schon im Sattel. Durchschnittlich vier Mal pro Woche ist die Fischbachauerin auf Iberio, einem Bayerischen Warmblut, auf den Wegen rund um den Auerberg unterwegs – bislang stets ohne nennenswerte Probleme. Seit einigen Wochen macht der ehemaligen Turnierreiterin jedoch eine Herde frei laufender Ziegen zu schaffen, die regelmäßig ihren Weg kreuzt und ihrer Auffassung nach eine Gefahr – nicht nur für die zahlreichen Reiter in der Gegend – darstellt.

Ein Pferd sei, ebenso wie eine Ziege, ein Fluchttier. Ein plötzliches und unerwartetes Zusammentreffen hält Schenk entsprechend für brandgefährlich. „Im Falle des Falles hat man effektiv keine Chance anzuhalten. Ich habe jedes Mal meine liebe Mühe, Iberio in Zaum zu halten“, betont Schenk und spricht von einer „unangenehmen Situation“, die es zu lösen gelte. Schließlich hätten bestimmt 60 Pferdebesitzer, die ebenfalls regelmäßig auf den Wegen unterwegs sind, ihre Tiere in den Bauernanwesen am Auerberg untergestellt.

„Wir wollen einfach etwas unternehmen, bevor es kracht. Ich möchte nicht im Dreck landen und mir etwas brechen“, zürnt Schenk und ergreift auch Partei für die Verkehrsteilnehmer, die die nahegelegene Verbindungsstraße Hundham-Feilnbach benutzen. „Die ist vielleicht hundert Meter entfernt. Für die Ziegen ist das vermutlich ein Ausflug von einer halben Minute.“ Nicht auszudenken, sollte ein Autofahrer mit den Tieren kollidieren. Noch sei ja glücklicherweise nichts passiert. Es sei jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Zwischenfall ereignet, ist sich die 54-Jährige sicher: „Wer zahlt, wenn es zu einem Unfall kommt?“

Schenk hat ihre Sorge bereits bei der Gemeinde vorgetragen. Und steht nicht allein auf weiter Flur. „Es sind schon mehrere Beschwerden über den Pächter eingegangen. Wir sind da bereits dran“, bestätigt Bürgermeister Josef Lechner auf Nachfrage unserer Zeitung. Zumal der betreffende Pächter auch noch fünf frei laufende Hunde besitze. „Da scheint es auch schon einen Vorfall gegeben zu haben, den wir gerade prüfen.“

Grundsätzlich betreffe die Angelegenheit natürlich in erster Linie die Nachbarn am Auerberg. „Die Ziegen überqueren aber gegebenenfalls auch die Kreisstraße MB 22. Das ist definitiv eine Verkehrsgefährdung“, sagt der Rathaus-Chef und betont: „Das geht nicht.“ Die Gemeinde jedenfalls trage nun alle gemeldeten Vorfälle zusammen und versuche anschließend, „mit dem Pächter in Dialog zu treten“.

Das Gespräch, das hat auch Reiterin Schenk bereits gesucht – allerdings ohne jeden Erfolg. „Der Mann hat sich als vollkommen resistent erwiesen.“ Auch Lechner rechnet damit, „dass es nicht einfach wird“, hofft aber auf ein Einlenken. „Wir werden ihm die Reaktionsmöglichkeiten der Gemeinde aufzeigen.“

Dass sich der Ziegenhalter kooperativ zeigt, darauf hoffen auch Martin Eberhard vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Holzkirchen sowie das Veterinäramt Miesbach. Aus tiermedizinischer Sicht gebe es aber nichts zu beanstanden. „Für die Ziegen ist das ja das Paradies da oben“, sagt Eberhard. Dennoch habe man den Bauern bereits informiert und ihn angehalten, die Tiere einzufangen.

ah

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