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Dunkle Wolken über Wörnsmühl, aber nicht beim Thema Wasserversorgung: Ab sofort zahlen die Bürger dort weniger für den Kubikmeter. Die Fischbachauer müssen im Gegenzug leicht drauflegen. 

Wasserversorgung Fischbachau

Fünf Cent mehr für die Solidarität

Fischbachau - Fischbachau und Wörnsmühl legen ihre Wasserversorgung ab 1. Juli rechtlich zusammen. Das beschloss der Gemeinderat mit 17:3 Stimmen.

Momentan sieht es so aus: Die Fischbachauer zahlen für ihre Wasserversorgung 45 Cent pro Kubikmeter Wasser, die Wörnsmühler 95 Cent. Zum 1. Juli wären die Kosten für die Wörnsmühler auf 1,18 Euro angestiegen. Der Grund dafür ist, dass die Stadt Miesbach, die im Bereich Deining in Wörnsmühl einen Brunnen betreibt, aus dem auch Wörnsmühl sein Wasser bezieht, ihren Wasserpreis zum 1. Januar um 44 Prozent erhöht hat (wir berichteten). Das hätte nun in wenigen Tagen auch die Wörnsmühler getroffen. Die hätten zusätzlich zu den Verteilkosten von 41 Cent (unter anderem für Reparaturen, Pumpkosten, Verwaltung und Arbeitszeit der Bauhofmitarbeiter) statt 54 nun 77 Cent für den Wassereinkauf aus der Stadt Miesbach bezahlen müssen. Denn der Abrechnungszeitraum gilt immer von 1. Juli bis 30. Juni des Folgejahres.

Im Fischbachauer Gemeinderat stand deshalb am Montagabend auf Anraten der Direktorin des Bayerischen Gemeindetags, Juliane Thimet, zur Debatte, die Fischbachauer Versorgungseinrichtung im Aurachtal (Steckenbaum) mit der Wörnsmühler zusammenzuschließen – zumindest rechtlich. Nach dieser Zusammenlegung ergäbe sich ein einheitlicher Trinkwasserpreis von 50 Cent für diejenigen Fischbachauer und Wörnsmühler, die an die gemeindliche Wasserversorgung angeschlossen sind.

Die Bürger im südlichen Gemeindegebiet müssten also fünf Cent mehr pro Kubikmeter Wasser bezahlen, was bei einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von etwa 50 Kubikmeter pro Kopf Mehrkosten von lediglich rund 2,50 Euro pro Jahr bedeuten würde. „Unser Wasser, das Lebensmittelcharakter hat, ist extrem günstig“, erklärte Bürgermeister Josef Lechner. Fischbachau ist ohnehin die Gemeinde, die im Vergleich zu den Nachbargemeinden für ihr Wasser am wenigsten verlange – Bayrischzell folgt mit 80 Cent pro Kubikmeter.

Auf Fischbachauer wie Wörnsmühler kämen auch keine zusätzlichen Herstellungsbeiträge zu, sagte der Bürgermeister. Für alle Privatversorger, die zukünftig ans gemeindliche Netz anschließen wollen, sind es 5,94 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.

„Es gibt rational gesehen keinen Grund, das Ganze nicht zu unterstützen“, fügte Lechner an. „Emotional ist es was anderes.“ Auch wenn die Fischbachauer fünf Cent mehr zahlen müssten, vergrößere sich die Solidargemeinschaft. Auch etwaige Ausgaben würden sich dann auf mehr Gebührenzahler verteilen – beispielsweise wenn ein Schaden an den Hochbehältern in Birkenstein beziehungsweise Wörnsmühl entstünde. Auch das Alter der jeweiligen Anlagen – der Hochbehälter in Birkenstein ist 15, der in Wörnsmühl 41 Jahre alt – spiele laut Lechner keine Rolle. „Beide Anlagen sind in technisch einwandfreiem Zustand, immer wieder wurde in die Hochbehälter investiert“, stellte er klar.

Bei der Abstimmung für eine rechtliche Zusammenlegung gab es ein Ergebnis von 17:3 Stimmen. Georg Göttfried (FaB) monierte, „dass ich nicht fünf Cent mehr zahlen will, nur damit Wörnsmühler von der Fischbachauer Anlage partizipieren können“.

Einen ähnlichen rechtlichen Zusammenschluss hatte es bereits 2002 gegeben. Damals dockte Fischbachau an die Wörnsmühler Kläranlage an. Lechner: „Damals war es der umgekehrte Fall, wie es jetzt sein wird.“

Philip Hamm

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