+
Bald ist es wieder so weit: ein Winterdienst-Fahrzeug im Einsatz.

Neue Technik in Fahrzeugen in Fischbachau

Für Nachweis bei Unfällen: Winterdienst wird bald mit GPS überwacht

  • schließen

Wer in der kalten Jahreszeit einen Unfall baut, schiebt den Schwarzen Peter gerne dem Winterdienst zu. In Fischbachau ist das künftig nicht mehr so leicht möglich- dank GPS.

Fischbachau – Es scheint wie ein Naturgesetz. Sobald die Temperaturen sinken, steigt die Gefahr für Blechschäden auf den Straßen. Ein bisschen zu spät gebremst, und schon geht’s ab in den Graben oder ins Heck des Vordermanns. Die Schuldfrage reichen die Autofahrer und ihre Versicherungen gerne weiter – an den Winterdienst. Es war einfach nicht ausreichend geräumt und gestreut, lautet ein beliebter Vorwurf. Auch die Gemeinde Fischbachau muss sich immer wieder mit solchen Fällen auseinandersetzen. „Wir sind dann in der Nachweispflicht“, erklärte Bürgermeister Josef Lechner (CSU) nun in der Sitzung des Gemeinderats.

Bislang war die Dokumentation der gefahrenen Strecken mit einigem Aufwand verbunden. Sowohl die vier Bauhoffahrzeuge, wie auch die elf von der Gemeinde beauftragten privaten Dienstleister mussten einen Räum- und Streubericht anfertigen – letztere auch zur Abrechnung. Dies fällt künftig weg. Denn die Erfassung wird bald digital erfolgen. Alle Winterdienst-Fahrzeuge des Bauhofs werden dafür mit GPS-Modulen ausgestattet. Parallel starten sechs private Firmen in einen einjährigen Probebetrieb mit dem neuen System.

Lesen Sie auch: Das stinkt den Schneepflugfahrern

Die Module sind wahre Alleskönner, erklärte Lechner. Sie zeichnen nicht nur Uhrzeit und Kilometer auf, sondern auch den Einsatz von Streusalz oder Räumschaufel. „Damit haben wir einen gerichtsfesten Nachweis unseres Winterdienstes“, sagte Lechner. Und deutlich weniger Verwaltungsaufwand.

Bei der Straßenmeisterei Hausham kommt das System bereits seit Jahren zum Einsatz – und es hat sich gut bewährt, wie Michael Hammer auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. Immer, wenn sich ein Autofahrer oder dessen Versicherung nach einem Unfall bei der Straßenmeisterei melde, fordere deren Rechtsabteilung den GPS-Bericht an. Und das System noch einen weiteren Vorteil. Die Einsatzzentrale weiß immer genau, wo sich welches Fahrzeug befindet. Sollte zum Beispiel die Polizei über hängen gebliebene Autos an einem Berg berichten, könne man schnell reagieren und einen in der Nähe befindlichen Kollegen dort hinschicken.

Lesen Sie auch: Räum- und Streupflicht: Der Kampf mit dem Schnee

Hammer räumt aber auch ein, dass es sich bei der GPS-Erfassung letztlich um eine Überwachungstechnik handle. Sowohl die eigenen Mitarbeiter der Straßenmeisterei, als auch die beauftragten Unternehmer hätten damit aber kein Problem. So würden Letztere zudem von einer minutengenauen Abrechnung ihrer Winterdienst-Einsätze profitieren.

Das gilt auch für die Räum- und Streufahrzeuge auf der Autobahn. Die Nachweisführung bei Unfällen durch GPS ist hier aber eher zweitrangig, gibt die Autobahnmeisterei Holzkirchen auf Nachfrage bekannt. Da die Fahrzeuge ohnehin rund um die Uhr im Einsatz seien, sei die Autobahn eigentlich immer frei. Obendrein seien die Räum- und Streuschleifen – anders als bei einem verflochtenen Straßennetz einer Gemeinde – leicht nachzuvollziehen.

Auch die Fischbachauer Bürger können mit ihrem Winterdienst zufrieden sein, betonte Rathauschef Lechner im Gemeinderat. „Wir hören immer wieder, dass hier so gut geräumt und gestreut ist wie kaum woanders.“ Das habe man nicht zuletzt den seit Jahren etablierten privaten Dienstleistern – darunter viele Landwirte – zu verdanken, lobte der Bürgermeister. „Die leisten wirklich eine bärige Arbeit auf unseren Straßen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Starke Truppe gegen die Schneemassen: Bürgermeister zieht Bilanz nach Katastrophenfall
Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind zog nach Beendigung des Katastrophenfalls eine Bilanz. Und fand dabei ausschließlich positive Worte für seine Mitarbeiter, aber …
Starke Truppe gegen die Schneemassen: Bürgermeister zieht Bilanz nach Katastrophenfall
Diese Skigebiete im Umland von München haben offen
Der Schnee staubt wieder in den Skigebieten im Umland von München. Diese Pisten und Gebiete haben bereits offen. Und diese Geheimtipp-Pisten kennt garantiert nicht jeder.
Diese Skigebiete im Umland von München haben offen
Studentin (24) erlebt Lawinenabgang direkt vor ihrem Auto
Plötzlich hatte Madeleine Luisa Härtel (24) eine weiße Wand vor ihrem Auto. Die Tegernseerin fuhr von einem Skitag am Sudelfeld nach Hause, als sie von einer Lawine …
Studentin (24) erlebt Lawinenabgang direkt vor ihrem Auto
Skigebiet Spitzingsee: Drei-Tannen-Lift steht still - Skischulen sauer
Die Unwetterlage hat sich gelegt, die Skisaison am Spitzingsee läuft wieder an. Ein Lift steht aber trotzdem still: der Schlepper am Drei-Tannen-Hang. Zum Leidwesen der …
Skigebiet Spitzingsee: Drei-Tannen-Lift steht still - Skischulen sauer

Kommentare