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Dient dem Behördenfunk: Der Masten auf dem Schwarzenberg bei Hundham.

Kein geeigneter Standort vorhanden

Funkstille für LTE-Masten: Gemeinderat schickt Telekom Absage

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Alle wollen schnellen Handyempfang, aber keiner will die dafür nötigen Masten. Einstimmig hat der Fischbachauer Gemeinderat beschlossen, der Telekom eine Absage zu schicken.

Fischbachau – Im Funkloch ist es zappenduster. Internetseiten frieren ein, Telefongespräche brechen ab. Ein Graus für jeden Smartphone-Nutzer. Und ein Dorn im Auge der Mobilfunkanbieter. 100 weiße Flecken hat die Deutsche Telekom auf ihrer Landkarte für die LTE-Netzabdeckung identifiziert – zwei davon liegen im Gemeindebereich Fischbachau.

Um diese Lücken zu schließen, suche die Telekom derzeit nach möglichen Standorten für neue Sendemasten, informierte Bürgermeister Josef Lechner (CSU) im Gemeinderat. Zwei Bereiche würden dafür in Fischbachau in Frage kommen: der Ortsteil Aurach/Hammer sowie das Zentrum von Fischbachau. Im ersten Fall besitze die Gemeinde lediglich ein Grundstück am Tiefbrunnen. Da wäre zwar ein Stromanschluss vorhanden, doch es handle sich aus Hygienegründen um eine Schutzzone. „Und da herrscht Bauverbot“, sagte Lechner.

Die zweite für die Telekom interessante Zone befinde sich rund um Rat- und Feuerwehrhaus sowie den Kurpark. Hier sei jedoch die Besiedelung zu dicht, meinte Lechner. „Die Bevölkerung ist gegen Strahlung. Obwohl andererseits jeder einen besseren Handy-Empfang will.“ Als Alternative für einen Mastenstandort könne man der Telekom lediglich den oberen Hochbehälter vorschlagen. Der liege jedoch außerhalb des Suchkreises und sei daher für den Mobilfunkanbieter nicht von Interesse.

Willi Rothemund (FWG) erinnerte, dass bei der Einführung des neuen Behördenfunks eine Lichtung am Auracher Köpfl im Gespräch gewesen sei. Dies wäre ein Ort, mit dem man einen viel größeren Gemeindebereich abdecken könnte. „Dann bekommen wir nicht überall Masten hin“, sagte Rothemund. Schließlich würden früher oder später auch andere Anbieter ihr Netz aufrüsten wollen. Bauamtsleiter Werner Wagner winkte ab. „Wir sind da oben nicht Grundstückseigentümer“, sagte er.

Einstimmig entschieden sich die Gemeinderäte daher dafür, der Telekom eine Absage zu schicken. Ein Schlupfloch könne man aber nicht schließen, merkte Lechner an. Sollte nämlich ein Bürger dem Unternehmen einen Standort auf seinem Privatgrundstück anbieten, könne dieses hier eine Sendeanlage von unter zehn Metern Höhe genehmigungsfrei aufstellen lassen. „Das ist ein Spiel mit dem Feuer“, sagte der Bürgermeister. „Aber da haben wir leider keine Handhabe.“

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