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Wildes, buntes Blumenmeer: Bei Emmi Pischetsrieder aus Hundham dürfen sich Blumen, Sträucher und Kräuter frei ausbreiten. Die Natur belohnt die Gärtnerin mit einem vielfältigen Blütentraum.

Serie: Zu Gast im grünen Paradies

In diesem Garten ist Wildwuchs ein Geheimrezept

Hundham - Sommerzeit ist Gartenzeit. In unserer kleinen Serie schauen wir begeisterten Hobby-Gärtnern im Landkreis über die Schulter. Heute zeigt Emmi Pischetsrieder aus Hundham ihr grünes Paradies.

Auf einer Koppel in Hundham blicken ein Pony und Araber gierig auf das satte Grün des angrenzenden Hausgartens. Aber noch müssen die zwei Pferde warten, bevor das Gras von Emmi Pischetsrieders (77) Wiese für sie zum Fressen abgemäht wird. „Sie mögen das Gras ausgewachsen und wild“, erklärt Pischetsrieder den Appetit der Tiere, die ihrer Tochter Petra gehören. Aber auch sie selbst mag es in ihrem Garten lieber wild. „Ich zupfe nicht ständig und lass die Blumen gerne aussamen“, sagt die Hundhamerin.

Der Garten

Weiße und lila Löwenmäulchen wippen neben Schmuckkörbchen, gelben Rudbeckien, rosa Malven und orangen Ringelblumen im Wind. „Ich kann einfach nichts rausreißen, das tut mir sonst leid“, erklärt die Gärtnerin. Darum kehre die Farbenpracht auch jährlich wieder – und vermehre sich. Das Tor zum Blumenmeer flankieren zwei Puttenengel, die auf zwei Steinen verträumt zwischen roten Dahlien und lachsfarbenen Begonien hervorlugen. Dahinter liegt ein kleiner Teich in Form einer eingebuddelten Badewanne, auf dem Seerosen mit buschigen Lilien und Rohrkolben schwimmen. „Da fühlen sich Molche und Frösche wohl“, berichtet Pischetsrieder.

Daneben steht ein kleiner Holzpavillon, auf dem ein Wetterhahn thront. Dort habe ihr Mann Paul (81) früher immer Schafkopfen gespielt, heute sitzen die beiden gerne abends darin. Am Gartenzaun ranken sich Johannis- und Himbeersträucher, daneben ein feuriger Vogelbeerbaum. „Dort flattern im September scharenweise Starre zum Fressen hin“, sagt Pischetsrieder.

Die Schmankerl für sie und ihren Mann gedeihen hingegen im Kräuterbeet: Thymian, Zitronenmelisse, Salbei, Weinrute, Kapuzinerkresse, Scharfgabe und Pfefferminze. Aus diesen und anderen Gewürz- und Heilpflanzen zaubert Pischetsrieder ein gesundes Getränk. „Meinen Hundhamer Kräutertee“, erklärt sie schmunzelnd. „Den mache ich nur für mich oder meinen Besuch“. Rund 15 verschiedene Kräuter trocknet und zerreibt sie, gießt sie anschließend mit heißem Wasser auf und lässt das Gebräu zehn Minuten ziehen. Der Tee schmeckt mild und wohltuend, dafür wird die Zuckerdose oft beiseitegeschoben.

Die Gärtner

Die 77-Jährige wird im Garten häufig von ihrer Tochter Petra (49) unterstützt. Früher legte ihr Mann Paul die Gartenanlagen an, pflanzte und schnitt Obstbäume. „Wir arbeiten im Garten, wenn das Wetter schön ist“, sagt Pischetsrieder. Dabei gebe es kein bestimmtes Schema. „Wenn was zu groß wächst, schneide ich es weg.“ Ihre Gartenideen wachsen beim Beobachten der Natur. Wenn etwas nicht aufgeht, setzt es Pischetsrieder eben woanders ein. Aber sie lässt sich auch gerne in Gärtnereien beraten.

Der besondere Tipp

„Jeder muss seinen Garten ausprobieren“, empfiehlt Pischetsrieder. Erde, Wetter und Wachstum seien überall anders. „Der Gärtner muss über Jahre studieren und herausfinden, was gut für Blumen, Obst und Gemüse ist.“

Von Daniel Wegscheider

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