Veronika Rauscher Kämmerin Fischbachau
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Veronika Rauscher, Kämmerin Fischbachau.

Rechnung mit Verspätung beschlossen – Planmäßiges Jahr trotz Überraschungen

Haushalt 2018: Späte Punktlandung in Fischbachau

  • Christian Masengarb
    VonChristian Masengarb
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Mit einer ordentlichen - coronabedingten - Verspätung hat die Gemeinde Fischbachau die Jahresrechnung für 2018 abgesegnet.

Fischbachau – Der Gemeinderat Fischbachau hat mit einiger Verspätung der Haushaltsrechnung für das Jahr 2018 einstimmig zugestimmt. Während andere Gemeinden bereits die Rechnung für das Jahr 2020 abgesegnet haben, ist Fischbachau wegen Corona etwas hinterher: Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte die Kontrolle der Jahresrechnung nicht mehr vor der Kommunalwahl 2020 geschafft, das neue Gremium konnte wegen der Pandemie lange nicht tagen. Deswegen konnte es dem Zahlenwerk erst jetzt sein Okay geben.

Damit hat der Ausschuss bestätigt: Finanziell landete die Gemeinde fast genau da, wo sie landen wollte. Das war nicht unbedingt zu erwarten: 2018 lief finanziell für Fischbachau einiges anders als erwartet. Die Geschichte des Fischbachauer Haushalts 2018 ist eine Geschichte mit Umwegen.

Am besten lässt sich diese am Beispiel der Schulden erzählen. Im Januar 2018 hatte der Gemeinderat mit der Haushaltssatzung beschlossen, bis Ende 2018 einen Schuldenstand von 9,4 Millionen Euro anzupeilen. So weit die Ausgangslage.

Der damalige Bürgermeister Josef Lechner (CSU) hatte aber gehofft, die Schuldenplanung um gut eine Million zu unterbieten: Er setzte auf Einnahmen, die höher ausfallen als geplant, und wollte Ende 2018 bei nur 8,3 Millionen Euro Schulden stehen.

Im November 2018 kam es dann anders: Weil Fischbachau mehr Geld für den Kauf des Wolfsee-Areals brauchte, beschloss der Gemeinderat einen Nachtragshaushalt. 2,2 Millionen Euro zusätzlicher Kredite erlaubte er der Verwaltung. Damit schienen beide Zahlen aus dem Januar hinfällig und der Schuldenstand auf deutlich über 11 Millionen zu klettern.

Corona verzögert die Pläne

In der nun von Kämmerin Veronika Rauscher vorgestellten Rechnung für das Jahr stehen dennoch fast exakt die 9,4 Millionen Euro Schulden, die die Gemeinde von Anfang an eingeplant hatte.

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Der Grund: Der Kredit für den Wolfsee rutschte ins Jahr 2019. Für 2018 schlägt er noch nicht zu Buche. Weil auch die Einnahmen den Erwartungen entsprachen, kommt es zur Punktlandung: Rund eine Million Euro hat Fischbachau 2018 Überschuss erwirtschaftet – ebenfalls fast genau nach Plan. Rauscher formuliert es so: „Das Jahr ist erwartungsgemäß verlaufen.“

Natürlich bedeutet das auch: Der Fischbachauer Schuldenstand kletterte trotzdem – nur eben ein Jahr später. Anfang 2019 betrug er rund 11,6 Million Euro, Anfang 2020 rund 13 Millionen Euro. Damit liegt die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde derzeit fast viermal so hoch liegt wie der bayernweite Durchschnitt.

Grund zur Sorge scheint dies nicht zu bieten: Einerseits belasten die Schulden durch die niedrigen Zinsen die Gemeindekasse kaum. Andererseits hatte Lechner von Anfang an betont, alle nicht-rentierlichen Schulden zügig abzubauen, vor allem durch den Verkauf der Wolfsee-Grundstücke. Ursprünglich wollte man das bis 2021 schaffen. Corona verzögert den Plan wohl, scheint ihn aber grundsätzlich nicht zu gefährden. Lechners Nachfolger Johannes Lohwasser (FWG) will heuer rund 5,3 Millionen Euro mit den Verkäufen am Wolfsee einnehmen.

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Ebenfalls interessant: Lechner hatte 2018 angekündigt, rund 1,1 Millionen Euro an Schulden in besonders günstige Förderkredite mit einem Zins von nur 0,5 Prozent umzuwandeln. Dies ist laut Rauscher nicht erfolgt: Die bestehenden Kredite seien so günstig gewesen, dass die Umschuldung sich doch nicht gelohnt hätte. An den Zahlen hat auch das kaum etwas verändert.

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