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Bereit für die große Fahrt: „Schliersee-Bayrischzell & retour“ steht auf dem Motorwagen, der hier um die Jahrhundertwende vor dem Gasthof Mairhofer in Aurach angehalten hat. 

Kutschen und Oldtimer als Parkplatz-Shuttle

„Friara und Heid“: Das Programm zum Doppeljubiläum in Fischbachau

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Wenn die Fischbachauer feiern, dann gscheit. Drei Tage lang geht es beim Doppeljubiläum 200 Jahre Fremdenverkehr und 100 Jahre Herbaria rund. Das Motto: „Friara und Heid.“

Fischbachau – Vor dem Urlaub steht die Anreise. Und die hat sich in den 200 Jahren seit Beginn des Fremdenverkehrs in Fischbachau stark verändert. Wie sehr, können die Besucher des Festwochenendes „Friara und Heid“ am Samstag und Sonntag, 14. und 15. September, bei ihrer eigenen Anfahrt erleben. Sobald sie ihre Autos auf den Parkplätzen abgestellt haben oder aus dem Zug gestiegen sind, erwarten sie höchst unterschiedliche „Shuttle“-Fahrzeuge, die sie zu den Festgeländen an der Wolfseehalle und auf dem Firmensitz von Herbaria (der Kräuterspezialist feiert zeitgleich sein 100-jähriges Bestehen) bringen: eine Postkutsche, vier Gespanne der Pferdefreunde Leitzachtal, ein Oldtimer-Bus, der Gemeindebus und das neue gemeindliche E-Auto.

Die ursprünglich angekündigte Dampfeisenbahn wird allerdings nicht nach Fischbachau zuckeln. Schuld ist ein technischer Defekt, teilt Josef Obermaier vom Organisationsteam mit. „Der Zug steht kaputt in Landshut.“ Ersatz wäre zu teuer gewesen. Trotzdem erwarten die Gäste zwei abwechslungsreiche Tage, ist Obermaier überzeugt.

Streng genommen sind es sogar drei, denn das große Doppeljubiläum von Fremdenverkehr und Herbaria startet bereits am Freitag, 13. September. Um 18.30 Uhr steigt in der Wolfseehalle ein großer Festabend mit der Fischbachauer Band SOS und den Kabarettisten Micha Marx und Stefan Kröll. Die Moderatoren Andrea Hailer und Andreas Estner führen durchs Programm, ums kulinarische Wohlbefinden der Besucher kümmern sich die Gasthöfe Sonnenkaiser und Hatzlstüberl sowie der Getränkemarkt Flossmann. Die Karten für den Abend sind kostenlos bei der Tourist-Info Fischbachau abzuholen.

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Wer durch das begrenzte Platzangebot leer ausgeht, braucht sich keine Sorgen zu machen. Die beim Festabend eröffnete Ausstellung „Friara und Heid“ zur Geschichte des Fremdenverkehrs und der Firma Herbaria ist auch am Wochenende zu besichtigten. Nachdem der Info-Abend eher spärlich besucht war, haben sich in den vergangenen Wochen doch noch einige Fischbachauer mit Erinnerungsstücken gefunden, erzählt Obermaier. „Es ist immer besser, wenn man direkt auf die Leute zugeht.“ Das habe man getan – mit Erfolg. Sogar ein altes Gästezimmer werde aufgebaut.

Draußen steppt derweil am Samstag der Bär. Der Bauern- und Handwerkermarkt lockt ab 10 Uhr zum Einkaufen und Verkosten, und zum Schauen und Ausprobieren gibt’s mit „Traglklettern“, Oldtimer, historischer Feuerwehrspritze oder einer Schmiedewerkstatt auch genug. Ab 12 Uhr lohnt zudem ein Abstecher aufs Herbaria-Gelände, wo Artisten und Filmtiere Zirkusatmosphäre verbreiten. Passend zum „Kräuterparadies“ präsentiert das Schauspieler-Ehepaar Johanna Bittenbinder und Heinz Josef „Dscharlie“ Braun mit seinem Kollegen Stefan Murr einen bayerischen Insektenkrimi.

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Einen musikalischen Auftakt nimmt dann Tag drei des Fischbachauer Feiermarathons. In einem Sternmarsch ziehen die Blaskapellen Fischbachau, Elbach und Niklasreuth am Sonntag um 10 Uhr zum Wolfseegelände. Nach einem Festgottesdienst spielen die rund 90 Musikanten ein kleines Gemeinschaftskonzert. Ferner zeigt die Trachtlerjugend ihr Können und die Elbacher Schalkfrauen ihre Backkünste beim Kuchenverkauf.

Wer denkt, dass für so viel Programm einiges an Eintritt zu löhnen ist, liegt falsch. Tickets braucht man für „Friara und Heid“ nämlich nicht zu kaufen. Stattdessen haben sich die Veranstalter einen kreativen Ersatz überlegt – der obendrein noch einen Mehrwert für die Besucher bietet. Wer für fünf Euro eins oder mehrere Festabzeichen kauft, nimmt automatisch an einer Verlosung von mehr als 20 hochwertigen Preisen teil. Die Ziehung der Gewinner erfolgt am Sonntag um 15 Uhr an der Wolfseehalle. Obendrein können Inhaber des Festzeichens das Open-Air-Konzert des Musikkabarettisten Stephan Zinner am Samstag um 20 Uhr auch an der Abendkasse zum vergünstigten Vorverkaufspreis von 15 Euro besuchen.

Wie schon vor 200 Jahren lohnt sich also auch heute die Anreise nach Fischbachau. Egal ob als Urlauber, oder als Tagesausflügler. Und am Festwochenende zum Doppeljubiläum sowieso.

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