Zugunglück im Hauptbahnhof von Salzburg - viele Verletzte

Zugunglück im Hauptbahnhof von Salzburg - viele Verletzte
+
Kompliziertes Nadelöhr: Die Brücke der Staatsstraße 2077 über die Leitzach in Hammer könnte sich bei einem Jahrhunderthochwasser als gefährlicher Staudamm erweisen. Das Wasserwirtschaftsamt prüft derzeit eine Entschärfung.

Ungeduld bei Anwohnern wächst

Hochwasserschutz für Hammer: Warum dauert das so lange?

  • schließen

Es ist ruhig geworden um den Hochwasserschutz für den Fischbachauer Ortsteil Hammer. Seit Herbst 2016 haben die Anwohner nichts mehr gehört. Ist die Planung ins Stocken geraten?

Fischbachau – Der Pegelstand in Hammer ist erhöht. Nicht der von Leitzach oder Aurach, sondern der des Unmuts der Anwohner im potenziellen Überschwemmungsgebiet. Am Rande der Fischbachauer Gemeinderatssitzung brach es nun aus einer Bürgerin heraus. Das Landratsamt habe sie in einem Schreiben dazu aufgefordert, Gefahrstoffe wie Heizöl binnen sechs Wochen gegen eine Überflutung zu sichern oder aus ihrem Keller zu entfernen. Vom Hochwasserschutz für den gesamten Ortsteil habe man hingegen seit Monaten nichts mehr gehört. Dabei sei dies die einzige Maßnahme, mit der die Folgen eines Jahrhunderthochwassers wirkungsvoll abgeschirmt werden könnten.

Bürgermeister Josef Lechner (CSU) konnte den Ärger durchaus nachvollziehen. Die Gemeinde könne hier aber nichts beschleunigen. Weil die Leitzach ein Gewässer zweiter Ordnung ist, sei das Wasserwirtschaftsamt dafür verantwortlich. „Wir sind da nur Beifahrer“, sagte Lechner. Auch bei den Maßnahmen für die Aurach seien der Gemeindeverwaltung die Hände gebunden. Der Fluss liege zwar im kommunalen Zuständigkeitsbereich, hänge aber wiederum an der Leitzach dran. „Damit sind uns auch da die Hände gebunden“, sagte der Bürgermeister. Ein unbefriedigender Zustand, räumte Lechner ein.Vor allem, weil man den Bürgern eine Vorstellung des Konzepts im Jahr 2017 in Aussicht gestellt hatte (wir berichteten).

Beim Wasserwirtschaftsamt bestätigt man die Verzögerungen. Grund dafür sei in erster Linie der komplexe Planungsprozess, erklärt Sachgebietsleiter Hans Heigenhauser auf Anfrage unserer Zeitung. Aktuell befinde man sich in intensiver Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim um zu klären, wie das Wasser der Leitzach im Überflutungsfall die Staatsstraße 2077 überqueren soll. Im Raum steht neben einem Bypass – eine Umleitung der überschüssigen Wassermassen über eine nördlich des Krugalmwegs befindliche Furt, weiter über den Steinbruch und dann mit mehreren kleinen Durchlässen unter der Straße hindurch – auch eine Anpassung der Leitzachbrücke an der Einmündung am Krugalmweg. „Da ist noch vieles in der Schwebe“, sagt Heigenhauser. Auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung stehe aus.

Sobald eine „seriöse Planung“ mit belastbaren Ergebnissen stehe, werde man den Gemeinderat benachrichtigen und dann gemeinsam die Öffentlichkeit darüber informieren. Einen neuen Zeitpunkt will Heigenhauser derzeit nicht nennen. Er versichert aber, dass der Hochwasserschutz nicht versanden wird. „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck daran.“

Der Rathauschef geht jedenfalls davon aus, fass das ursprüngliche Ziel einer Realisierung bis 2020 nicht mehr zu halten ist. „Wir werden deutlich darüber hinaus kommen“, sagte Lechner. Selbst wenn das Planfeststellungsverfahren gestartet sei, würden mindestens nochmals zwölf bis 16 Monate vergehen. Was die Aurach anbelangt, will die Gemeinde ihre Vorschläge bald vorstellen, betonte Bauamtsleiter Werner Wagner. In zwei bis drei Monaten sei das Rückhaltekonzept fertig.

So lange können die Anwohner mit ihren Sicherungsmaßnahmen nicht warten. Überraschend gekommen ist die Anordnung des Landratsamtes aber nicht, teilt Pressesprecher Birger Nemitz auf Nachfrage mit. Bereits 2012 habe die Behörde eine Allgemeinverfügung zum Umgang mit flüssigen, wassergefährdenden Stoffen mit einer Menge von über tausend Litern im „vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet Leitzachtal“ erlassen. Beispielsweise dürften Heizöltanks bei Hochwasser nicht aufgetrieben und fortgerissen werden.

Die Eigentümer betroffener Anlagen, also auch Hausbesitzer, hätten zwei Jahre Zeit gehabt, ein Gutachten über die erfolgte Sicherung nachzuweisen. Wer dem nicht nachgekommen sei, werde nun gebeten, die Maßnahmen binnen sechs Wochen durchzuführen. Die meisten Bürger würden dem Aufruf Folge leisten. „Zwangsgelder mussten wir noch keine erlassen“, sagt Nemitz. Wenn die Hochwasserschutzmaßnahmen des Wasserwirtschaftsamtes abgeschlossen seien, könne es zu einer Neubewertung kommen. Möglicherweise mit dem Ergebnis, dass die Anlagen nicht mehr im Überschwemmungsgebiet liegen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weil der Gasthof geschlossen ist: Wallfahrer machen ins Gebüsch
Der geschlossene Gasthof Moar fehlt den Besuchern der Wallfahrtskirche Wilparting. Denn nicht nur die Stube ist zu, sondern auch die Toiletten. Die Folgen sind nicht zu …
Weil der Gasthof geschlossen ist: Wallfahrer machen ins Gebüsch
Auf der anderen Seite der Radarfalle: Wir gehen mit der Polizei auf Raserfang
„Bitte lächeln“: Beim sechsten Blitzmarathon auf Bayerns Straßen machte die Polizei gestern 24 Stunden lang Jagd auf Raser. Wir haben die Beamten begleitet.
Auf der anderen Seite der Radarfalle: Wir gehen mit der Polizei auf Raserfang
Vorglüh-Verbot beim Frühlingsfest: Komplett unsinnig oder absolut sinnvoll?
Holzkirchen spricht für die Zeit des Frühlingsfestes ein komplettes Alkoholverbot aus. Wer offen was rumträgt, bekommt es mit der Polizei zu tun. Sinnvoll, oder …
Vorglüh-Verbot beim Frühlingsfest: Komplett unsinnig oder absolut sinnvoll?
Frühlingsfest Holzkirchen: Gemeinde verbietet Mitführen von Alkohol im ganzen Ort 
Während des Frühlingsfestes will die Marktgemeinde erstmals ein Alkoholverbot auf Straßen und Plätzen anordnen. Die Idee stammt von der Polizei. Was wir wissen:
Frühlingsfest Holzkirchen: Gemeinde verbietet Mitführen von Alkohol im ganzen Ort 

Kommentare