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Entsetzliche Gräueltat an Journalistin: U-Boot-Mörder Madsen versucht aus Gefängnis zu fliehen - Großeinsatz!

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Ein eingeschworenes Team: Hans Schenk und seine Emma. Anfangs wollte der Fischbachauer die Hündin allerdings gar nicht haben. Foto: Thomas Plettenberg
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Ein eingeschworenes Team: Hans Schenk und seine Emma. Anfangs wollte der Fischbachauer die Hündin allerdings gar nicht haben.

Therapie- und Lesehündin

Hündin Emma: Der Tötungsstation entronnen, hilft sie jetzt Kindern und Senioren

Einst war sie eine vermutlich unglückliche Hündin in Ungarn. Jetzt hilft Emma Menschen. 16 Monate haben sie und ihr Herrchen Hans Schenk dafür gearbeitet.

  • Hund Emma ist einer Tötungsstation entkommen.
  • In Fischbachau wurde sie zur Therapiehündin ausgebildet.
  • Jetzt hilft sie Kindern und älteren Menschen

Fischbachau – Bei Therapien können Tiere – insbesondere Hunde – oft wahre Wunder bewirken. Auch die dreijährige Hündin Emma aus Fischbachau ist ein solcher Therapiehund. Das Besondere dabei: Vor ungefähr zwei Jahren wurde Emma vom Verein „Ein Herz für Ungarnhunde“ aus einer Tötungsstation in Ungarn befreit. Seitdem lebt der Vierbeiner bei Familie Schenk in Aurach. Trotz ihrer Vergangenheit ist Emma jetzt als Therapie- und Lesehündin tätig. Ihr Herrchen Hans Schenk hat selbst eine schwierige Vergangenheit: In den vergangenen beiden Jahren erlitt er zwei Schlaganfälle. Dennoch therapiert er zusammen mit seiner Emma jetzt Kinder und Erwachsene. Im Gespräch erzählt er, was seine Hündin so besonders macht.

Herr Schenk, wie sind Sie und ihre Frau zu Emma gekommen?

Vor zwei Jahren hatte ich meinen ersten Schlaganfall. Da hat meine Frau gesagt, es muss ein Hund ins Haus, damit ich nicht nur rumsitze. Dann ist sie im Internet auf „Ein Herz für Ungarnhunde“ gestoßen und so auf Emma. Ich hab dann erst gesagt: „Ich will den nicht.“ Nach drei bis vier Wochen hat sich das dann geändert. Emma ist einfach eine Hündin, die für die Leute ansprechend ist. Jetzt bin ich einfach nur begeistert von ihr.

Wieso wollten Sie Emma erst nicht haben?

Ich habe einfach gewusst, dass es eine große Aufgabe ist. Jeden Tag spazieren gehen und sich kümmern, egal ob man Lust hat oder nicht.

Und wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit ihr eine Ausbildung zum Therapiehund zu machen?

Die Trainerin in der Hundeschule hat vorgeschlagen, dass wir doch die Hundebegleitprüfung vom Bayerischen Jagdverband machen sollen.

Wie sah die Ausbildung dann aus?

Wir haben verschiedene Seminare besucht. Ich musste auch erst lernen, wie ich den Hund an die Leute heranführen muss. 16 Monate haben wir dafür gearbeitet und auch Altenheime und Palliativstationen besucht. Dann kam Corona. Da haben wir dann eine sechswöchige Ausbildung zum Lesehund abgeschlossen. Drei Mal in der Woche haben wir das gemacht und dann noch jeden Sonntag Hundeschule.

Was genau macht ein Lesehund?

Die Kinder lesen dem Hund was vor. Der Hund sitzt einfach da, hört zu und passt auf sie auf. Sie werden auch nicht vom Hund gemaßregelt, wenn sie mal etwas falsch machen.

Welche Eigenschaften braucht ein Hund, um Therapiehund zu werden?

Wichtig ist vor allem, dass der Hundehalter den Hund gut anleiten kann. Ein bestimmtes Grundwesen muss aber auch da sein. Gestreichelt werden will ja jeder Hund. Aber Emma ist sehr auf die Menschen bezogen. Und das, obwohl sie in Ungarn so schlecht behandelt worden ist. Dort wurde ihr auf den Kopf eingeschlagen und dann war sie mehrere Monate im Zwinger.

Wie war das, als Emma zu Ihnen kam?

Das Vertrauen zu Menschen musste natürlich erst wieder aufgebaut werden. Aber sie hat schon bald gemerkt, dass in ihrem Leben Normalität einkehrt.

Wo kann Emma helfen?

Vor Corona sind wir oft in Altenheimen und Kindergärten gewesen. Wir wollten auch ins Krankenhaus, aber da darf man jetzt nicht rein, deswegen sind wir da im Park. Wir gehen dann mit den Patienten spazieren oder machen therapeutische Übungen. In den Kindergärten versuche ich, die Kinder langsam an den Hund zu gewöhnen und ihnen die Angst zu nehmen. Manche Leute treffe ich auch privat. Natürlich mit Hygieneregeln. Ich habe auch schon Projekte mit Schulen und einem Schwerstbehindertenheim in Hausham in Vorbereitung. Coronabedingt ist das nur alles etwas außen vor. Derzeit therapiert Emma maximal zweimal in der Woche 45 Minuten.

Wie laufen die Übungen ab?

Eine ist zum Beispiel, dass die älteren Leute ihr ein Leckerli aus einer Tasche geben sollen. Die Schwierigkeit dabei ist, dass sie dafür einen Reißverschluss öffnen müssen. Das können viele nicht mehr so leicht. Oder wir machen Übungen, bei denen die Emma warten muss, bis ihr der Patient erlaubt, das Leckerli zu nehmen.

Sie haben vorhin Ihren Schlaganfall erwähnt. Hat Emma zu Ihrer Genesung beigetragen?

Ja. Nach dem zweiten Schlaganfall im März ist sie mir nicht mehr von der Seite gewichen. Ihre Anwesenheit hat mir sehr geholfen. Ich war einfach beschäftigt. Ich hatte damals auch fürchterliche Sprachprobleme. Ich bin dann mit Emma in den Wald und habe dort meine Sprechübungen gemacht. Und sie war einfach da. Emma ist einfach eine Partnerin auf Augenhöhe.

Das Gespräch führte Stefanie Fischhaber.

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