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Mit Schildern wie diesem appelliert die Gemeinde Fischbachau an die Vernunft der Hundebesitzer.

Angst soll zu Gehorsam führen

Hundekot: Gemeinde will Hundehalter mit Fuchsbandwurm schrecken

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Fischbachau will mit Furcht schaffen, was mit freundlichen Bitten nicht geklappt hat: Der Fuchsbandwurm soll Hundehalter zum Gehorsam zwingen. Und es ist noch mehr geplant.

Fischbachau – Es gärt schon länger bei den Grundbesitzern am Leitzachweg. „Ich habe mitbekommen, dass sich da was aufbaut“, berichtete Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) im Gemeinderat. Seit die Strecke zwischen der sogenannten Heißen Brücke bis Lehenpoint als Premiumweg beworben werde, hätten auch die unliebsamen Begleiterscheinungen zugenommen – in erster Linie in Form von Hundekot in den angrenzenden Weiden. Die bittere Erkenntnis für die Gemeinde: Vernunftsschilder alleine reichen nicht. „Es gibt halt leider immer zehn Prozent Irre, und die sind hier das Problem“, sagte Lechner.

Der Bürgermeister nahm den Unmut der Grundeigentümer ernst. 17 von ihnen – darunter etliche Landwirte – folgten seiner Einladung zu einer Gesprächsrunde ins Rathaus, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ausgangspunkt bildeten die Maßnahmen, die die Gemeinde bereits an anderen Stellen des Leitzachwegs umgesetzt hat. So wurden 43 Hundestationen und 183 Müllkörbe aufgestellt, WC-Anlagen errichtet und ein Teil des Pfads verbreitert und befestigt. Auch ein Verbot für Reiter wurde ausgesprochen.

Ähnliches hat die Gemeinde nun für den Problemabschnitt vor, wie Lechner ankündigte. So werde man den Leitzachweg in Absprache mit dem Naturschutz und den Grundeigentümern in Richtung Leitzachufer verlegen und so ausbauen, dass auch ein schmales Bauhoffahrzeug darauf Platz hat. Somit sei gewährleistet, dass ein Mitarbeiter die Mülleimer mit den Hundekot-Tüten ausleeren könne. Alle 500 Meter soll eine Hundestation stehen, laut Lechner fünf bis zehn mehr als bisher. Auch Verbote oder Umleitungen für Radfahrer sind angedacht.

Am meisten verspricht sich die Gemeinde aber von neuen Schildern. Die sollen nicht nur wie bisher an die Vernunft der Hundebesitzer appellieren, sondern diese auf den Fuchsbandwurm hinweisen und somit zum Anleinen ihrer tierischen Begleiter bringen. „Auch wenn man in einer Tourismusgemeinde nicht gerne darauf hinweist: Der Fuchsbandwurm ist bei uns immer noch verbreitet“, sagt Lechner. Dass solche Warnschilder Wirkung zeigen, habe man am Breitenstein festgestellt.

Langfristig wird Fischbachau aber auch zu noch härteren Bandagen greifen, um die Problematik mit freilaufenden Hunden und ihren Hinterlassenschaften an der Leitzach in den Griff zu bekommen. Lechner kündigt an, dass die Gemeinde zeitnah eine Anleinpflicht für den Leitzachweg erlassen wird. Das Landratsamt habe bereits sein Einverständnis signalisiert. Der wirtschaftliche Schaden für die Landwirte sei das entscheidende Argument, so Lechner.

Um die Einhaltung zu kontrollieren und Verstöße zu ahnden, will der Bürgermeister Kontakt mit dem Zweckverband für Kommunale Verkehrssicherheit Oberland aufnehmen. Ihm schwebt vor, stundenweise einen Kontrolleur über den Leitzachweg zu schicken. Uneinsichtige Hundebesitzer könnten somit Bußgelder aufgebrummt bekommen. Ein Vorstoß, für den Lechner seine Bürgermeisterkollegen mit ins Boot holen will. Wie berichtet, kämpfen auch andere Gemeinden mit dem Hundekot-Problem.

Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher (CSU) befürwortete das harte Durchgreifen der Verwaltung. „Es ist gut, dass das in Angriff genommen wird“, sagte er. Trotzdem erinnerte er daran, dass die Entsorgung der Hundekot-Tüten eine Menge Geld kostet. „Das wird durch die Hundesteuer nicht abgedeckt.“

sg

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