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Beim Kirchstiegl Open Air hat das Publikum einen einmaligen Ausblick auf Bands und Sonnenuntergang.
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Ba-Irish Coffee aus Miesbach
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Kirchstiegl Open Air 2019
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Die Gastgeber Da Maurer und da Wirt
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Die Gastgeber Da Maurer und da Wirt
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Kirchstiegl Open Air 2019 am Freitag 
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Kirchstiegl Open Air 2019
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Kirchstiegl Open Air 2019 

Hunderte rocken in Greisbach mit den Bands

So schön war‘s beim 3. Kirchstiegl Open Air

Picknick-Flair, ein abwechslungsreicher Musikmix von gut aufgelegten Bands und ein bunt gemischtes Publikum: Das Kirchstiegl Open Air hat seinem Ruf alle Ehre gemacht. Auflage Nummer drei lockte am Wochenende hunderte Besucher an.

Greisbach – Lederhose und Dirndlgwand neben Metal-Shirt und tätowierten Armen, flitzende Kinder, feierlustiges junges Publikum und Besucher gesetzteren Alters: Am Kirchstiegl in Greisbach zwischen Hundham und Elbach kommen sie alle zusammen und feiern die Musik, das Leben und den Sommer, so lange er mitspielt. Die einen auf Picknickdecken am Wiesenhang, die anderen vorne am Bühnenrand.

Den Soundtrack liefern Bands aus der weiteren Region, diesmal bis München und Burghausen. Am Freitag gibt’s unter anderem deftigen Rock von Groundswimmer aus München, später entern Ba-Irish Coffee die Bühne. Das Septett um die Familie Unterberger aus Miesbach, die sonst meist im heimischen Keller-Pub auftritt, ist fast ein bisschen aufgeregt vor so vielen Besuchern: Mehr als 700 bevölkern da den Hang und feiern den melodisch-emotionalen Irish-Folk- und Country-Sound mit einem beachtlichen Instrumentarium samt Geige, Flöte und Akkordeon und gleich fünf guten Frauen- und Männerstimmen bei Songs wie „Travelin Soldier“, „Galway Girl“ oder „I’m On Fire“. 

Das Finale am Freitagabend bestreiten die Festival-Gastgeber selbst: Da Maurer und da Wirt alias Martin Reisberger und Martin Lidschreiber bringen mit zwei Stimmen und zwei Gitarren Lagerfeuer-Rock mit deftig-kritischen Mundarttexten auf die Bühne, etwa bei „Dei Oide“, einer verbalen Abrechnung mit prügelnden Ehemännern, zu dem sie erst ein Video gedreht haben. Mit neuen Songs etwa über das Gwürg mit den Ausflüglern, das jeder im Oberland nur allzu gut kennt, haben sie die Sympathien sowieso auf ihrer Seite. Erst recht, als auch noch Wirt-Cousine Stefanie Mayer erstmals als dritte, starke Stimme dazukommt. Die Verstärkung steht nachdenklichen Oden ans unbeschwerte Kindsein bestens.

Hunderte feiern am Kirchstiegl ein friedliches Festival und rocken mit den Bands

Der Samstag ist traditionell etwas weniger stark frequentiert beim Kirchstiegl, diesmal sind an die 400 Besucher vor Ort. Die Meute mit Lust auf härteren Sound macht dafür sauber Alarm vor der Bühne. Auf der Bühne heizt ihr unter anderem das Münchner Death-Metal-Quartett Hailstone mit einem amtlichen Abriss ein, ehe Tilda aus dem Chiemgau eine saubere Ladung Classic Rock nachlegen. Sie sind gerade fertig, als die düster drohende Wolkenfront Ernst macht. Der sintflutartige Guss und die Blitz-Einlage schwemmen einiges an Publikum raus aus der Kirchstiegl-Arena.

Die Technik überlebt, die Crew schrubbt die Pfützen von der Bühne, damit die Crust’n’ Drillaz und Les Beignets, beide seit rund zwei Jahrzehnten bestens eingespielt, vollkostümiert mit ihrem Funk Rock Circus gemeinsame Sache machen können. Die „Schmetaller“ mit harten Riffs und satirischen Texten bringen Band-Klassiker wie „Suppe“ wie immer mit Vollgas auf die Bühne. Les Beignets lassen sich freilich nicht lumpen und legen mit glänzenden Bläserpassagen viel Seele in ihre tanzbaren Songs, darunter jüngere Werke wie „Mysterious Girl“. Viel Gefühl gibt’s auch beim Finale mit 7 Mazes mit sattem, hartem Rock, bei dem der vielleicht Jüngste im Publikum vor Begeisterung die Bühne stürmt und mitrockt. Wer bei der Ankündigung eines Songs für den verstorbenen Vater eine Stimmungskiller-Schnulze befürchtet hatte, wird eines Besseren belehrt: Inhalt mit Gefühl, der geht auch ohne Schmalz, dafür mit Schmackes.

Nach dem Aufräumen am Sonntag ist der Wirt noch ganz hingerissen: „Es war total friedlich, es gab nicht eine Keilerei, alle waren gut drauf“, sagt Lidschreiber. „Es war wieder flauschig – so soll’s sein.“ In zwei Jahren, das steht für die Gastgeber schon fest, wird’s ein Wiedersehen am Kirchstiegl geben.

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Katrin Hager

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