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Kein Platz zum Ausrücken: Parkende Autos blockieren regelmäßig die Zufahrt zum Hundhamer Feuerwehrhaus.

Von Kindergarteneltern und Marktbesuchern

Groteske Szenen bei Alarmierung: Feuerwehrler wollen helfen - doch Einsatzfahrzeuge sind zugeparkt

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Wenn es in Hundham brennt, könnten die Hundhamer Probleme bekommen. Vor allem, wenn Markttag ist. Aber nicht nur da sind die Garagentore der Helfer zugeparkt. Die Feuerwehr schlägt Alarm.

Hundham – Ein Gerätehaus direkt am Dorfplatz, nur wenige Schritte von der Hauptstraße entfernt: Eigentlich eine ideale Lage für eine Feuerwehr, möchte man meinen. Doch ausgerechnet ihr zentraler Ort bereitet der Hundhamer Truppe derzeit Schwierigkeiten. „Wir werden immer wieder zugeparkt“, klagte Ehrenkommandant Bernhard Kafl (FWG) nun im Gemeinderat. Dafür machte er in erster Linie die mittlerweile drei Kinderbetreuungseinrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft verantwortlich.

Zu den Hol- und Bringzeiten seien die Zustände bisweilen „vogelwild“, so Kafl. Ähnlich chaotisch gehe es während des Wochenmarkts zu. Mit der Folge, dass die Einsatzkräfte erst selbst einen Parkplatz suchen müssten, bevor sie überhaupt in ihre Fahrzeuge springen könnten. Nur um dann beim Ausrücken umständlich rangieren zu müssen. „Einmal haben wir dabei schon ein Auto touchiert“, berichtet Kafl auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein nicht nur ärgerlicher, sondern im schlimmsten Fall auch lebensgefährlicher Zustand – wie bei einer Reanimation im Juli. „Wenn der Alarm geht, zählt jede Sekunde“, betont Kafl.

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Bürgermeister Josef Lechner (CSU), der selbst in Hundham wohnt, kann den Unmut der Feuerwehr gut nachvollziehen. „Das ist wirklich eine unbefriedigende Situation“, räumte er im Gemeinderat ein. Er betonte aber, dass Entspannung in Sicht ist. So würden die noch laufenden Restarbeiten an den Außenanlagen des neuen Kindergartens an der Schwarzenbergstraße bis zum Beginn des neuen Schuljahrs abgeschlossen. Die bisher durch die Baustelle blockierten, fünf neuen Parkplätze, würden damit nutzbar. Weitere fünf bis sechs Autos sollen auf neuen Stellflächen am Rathausweg unterkommen. Weil dafür ein paar Bäume weichen müssen, sei die Gemeinde wegen der aktuell laufenden Schonzeit bis zum 30. September aber zum Warten gezwungen, so Lechner.

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Vom Straßenbau am Kramersteig abhängig sind hingegen drei weitere Parkplätze in diesem Bereich. Die Erschließungsmaßnahme sei „gebongt“, erklärt der Bürgermeister. Bevor sie beginnen kann, müssten die Eigentümer der in den Kramersteig einmündenden Privatstraße Am Hag für eine vernünftige Entwässerung ihres Wegs sorgen. „Die wollen das selbst durchführen“, sagt Lechner. Er gehe davon aus, dass die Gemeinde den Kramersteig im Herbst ausschreiben werde, gebaut werden soll spätestens im Frühjahr 2019.

Alles in allem sollen durch das Dreierpaket an Maßnahmen rund 13 neue Parkplätze rund um das Feuerwehrhaus gebaut werden. Der Großteil davon soll einer Zeitbeschränkung unterliegen. „Wir wollen da keine Dauerparker“, betont Lechner. Deshalb werde man eine Parküberwachung beauftragen. Bis es so weit ist, bat der Rathauschef die Feuerwehr noch um Geduld und Nachsicht.

Die hat die Hundhamer Truppe schon in der Vergangenheit oft unter Beweis gestellt. „Wir sehen uns als Teil der Dorfgemeinschaft“, sagt Ehrenkommandant Kafl. Deshalb habe man bislang auf die Ausweisung einer Sperrzone rund um das Gerätehaus verzichtet. Stattdessen habe man Klarsichtglas in die Garagentore eingebaut, um die Autofahrer daran zu erinnern, dass hier Feuerwehrfahrzeuge auf ihren Einsatz warten. „Das hat eine Zeit lang ganz gut funktioniert, jetzt reicht es aber offenbar leider nicht mehr“, bedauert Kafl. Dennoch appelliert der Ehrenkommandant weiter an die Vernunft der parkplatzsuchenden Kindergarten-Eltern und Marktbesucher. „Bis jetzt hat es sich eigentlich immer wieder eingerenkt.“

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