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Ein Prosit auf den Runden: Maria Saxer stößt mit Bürgermeister Josef Lechner (l.) und Pfarrer Josef Spitzhirn auf ihren 90. Geburtstag an.

Glückwünsche für Hundhamerin

Sie bediente 21 Jahre in Mumei‘s Kultlokal: Maria Saxer feiert 90. Geburtstag

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Als „Marerl“ gehörte sie 21 Jahre lang zum Inventar von Mumei‘s Kultlokal am Kogl. Jetzt hat Maria Saxer aus Hundham ihren 90. Geburtstag gefeiert.

Hundham – Die ganze Stube voller Offiziere und Generäle: Da wurde selbst dem „Marerl“ ein bisschen anders. Doch als langjährige Bedienung bei Mumeis Schoppenwirtschaft am Kogl hatte Maria Saxer bald eine Idee, die hochdekorierte und noch etwas steife Runde aufzulockern. Sie stellte den militärischen Würdenträgern ein Tablett mit Schnapsgläsern auf den Tisch und schenkte ihnen Marillenlikör ein. „Da war der Damm gebrochen“, erinnert sich Saxer schmunzelnd. Wieder einmal hatte sie gegriffen, die hohe Kunst der Wirtshaus-Diplomatie.

Kürzlich stand die Hundhamerin nun aber auch mal selbst im Mittelpunkt: Sie feierte ihren 90. Geburtstag, ganz gemütlich daheim in Weißenbach, kurz vor der Gemeindegrenze zwischen Fischbachau und Bad Feilnbach. „Ein sehr schönes Nest“, sagt Saxer und lacht. Gut gelaunt stieß die 90-Jährige in ihrer Stube mit Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner und Pfarrer Josef Spitzhirn auf ihren Ehrentag an. Selbstverständlich schauten auch Sohn und Tochter sowie die Enkel auf ein Glaserl Sekt vorbei.

Maria Saxer bediente 21 Jahre lang in Mumei‘s Kultlokal

Geboren und aufgewachsen ist Saxer keine zwei Kilometer von Weißenbach entfernt, am Auerberg. Mitte der 1960er-Jahre heiratete sie dann ihren Mann Hans, mit dem sie eine kleine Landwirtschaft mit fünf Kühen führte. Darüber hinaus kümmerte sich Saxer viele Jahre lang auf der Tregler Alm ums Wohl der Gäste, und in ihren 21 Jahren in Mumeis Schoppenstube wurde sie zu einer festen Größe für die mitunter auch prominenten Gäste. „Die Leute haben mich furchtbar gern gemocht“, erinnert sich die 90-Jährige. Und auch sie hatte viel Freude bei ihrer Arbeit.

Doch es gab auch harte Zeiten in Saxers Leben. Der beschwerliche Alltag auf dem Hof hinterließ Spuren bei ihr und ihrem Mann, der nebenbei noch auf dem Bau und im Forst schuftete. 2000 musste sich Maria Saxer dann von ihrem Hans verabschieden. „Er war einfach aufgearbeitet“, sagt sie. Auch sie selbst spürt das eine oder andere Gebrechen. Auslassen will die 90-Jährige aber keinesfalls.

Denn auch heute ist sie noch die liebevolle Gastgeberin, bei der immer die Tür offen steht. Das gilt vor allem für ihre Familie. „Meine Enkel“, sagt Saxer schmunzelnd, „schauen nach der Arbeit gern bei mir vorbei. Und in meinen Kühlschrank.“  

sg

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