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Zwei Mal in weniger als zwei Wochen schaute Bürgermeister Josef Lechner zum Gratulieren vorbei. Erst wurde Ernestine Ehrl 90, dann ihr Lebensgefährte Kurt Lorbeer.

Eine Zeitungsannonce brachte ihnen Glück

Frische Liebe im hohen Alter: Zwei 90-Jährige, die sich mit 80 kennengelernt haben

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Über eine Zeitungsannonce suchte Kurt Lorbeer eine „gleichaltrige Frau“. Ernestine Ehrl schrieb ihm zurück. Jetzt sind beide ein Paar - und haben ihren 90. Geburtstag gefeiert.

Hundham – „Er, 80, sucht Sie gleichen Alters.“ Bei dieser Zeitungsannonce wurde Ernestine Ehrl hellhörig. „Sonst bevorzugen Männer doch immer deutlich jüngere Frauen“, sagt sie. Bei Kurt Lorbeer war das anders. „Das hat mir imponiert“, sagt die heute 90-Jährige über ihren Lebensgefährten. Also trafen sich die beiden zu Kaffee und Kuchen im Winklstüberl – vor zehn Jahren. Und heute lebt das glückliche Paar in Hundham.

Dort feierten die beiden nun auch ihre runden Geburtstage. Ehrl am 28. November, Lorbeer am 10. Dezember. Besser hätte es mit dem Wunsch einer gleichaltrigen Partnerin für Lorbeer also gar nicht klappen können. Trotz der zeitlichen Nähe der beiden Ehrentage ließ es sich Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner nicht nehmen, zwei Mal mit einer Ehrenurkunde der Gemeinde vorbeizuschauen. Weit hatte er es dafür nicht: Lechner wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft der beiden 90-Jährigen.

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Dass die erst im hohen Alter ein Paar geworden sind, liegt an ihren Lebensgeschichten. Und auch da haben sie etwas gemeinsam, allerdings etwas trauriges: Beide haben ihren Ehepartner durch ein Krebsleiden verloren. Ehrl ist schon seit 56 Jahren Witwe, Lorbeer musste sich 2006 nach 56 Jahren Ehe von seiner Frau verabschieden. Und irgendwann dachten sich beide, dass sie ihren letzten Lebensabschnitt doch nicht alleine verbringen möchten.

Und so haben sie in Hundham wieder das Glück der Liebe für sich entdeckt. Aus dem Ort stammen beide ursprünglich nicht. Lorbeer ist aus Halle an der Saale ins Leitzachtal gekommen, Ehrl hatte es nicht so weit: Sie lebte vorher in Großhelfendorf.

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„Fit wie ein paar Turnschuhe“ seien sie noch, versichern die beiden 90-Jährigen. Deshalb gehen sie noch regelmäßig Tanzen. Auch das Autofahren trauen sie sich noch zu. Am wichtigsten ist ihnen aber, dass sie sich im Alltag so gut verstehen. „Das ist nicht selbstverständlich, wenn man sich erst so spät kennenlernt“, sagt Ehrl.

Heiraten wollten die beiden trotzdem nicht. „Das braucht man mit in unserem Alter nicht mehr“, sagt Ehrl schmunzelnd. Sie selbst gehe zwar gern in die Kirche, ihr „Herzi“ aber eher nicht so oft, meint sie. „Aber er fährt mich immer hin.“

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