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Die Türen sind zu, der Parkplatz verwaist - bald ändert sich die Situation des Alten Wirt in Hundham wieder.

Hundhamer Dorfanger

Alter Wirt: Es soll traditionell bayerisch weitergehen

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Hundham - Die traditionell-bayerische Gaststätte Alter Wirt in Hundham ist verkauft. Die Gemeinde Fischbachau will schriftlich fixieren, wie das Gebäude und das umliegende Grundstück genutzt werden sollen.

Im Dezember geriet die Geschichte des Alten Wirt in Hundham abrupt ins Stocken. Die beiden Pächter Andreas Bittig und Martin Tesche kündigten ihren Vertrag. Dass die Zukunft der Gaststätte auf der Kippe steht, war den Hundhamern da bereits klar. Seither steht die Wirtschaft im Herzen des Dorfes leer. Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) bedauerte diese Entwicklung. Nun geht die Geschichte weiter – und scheint ein gutes Ende zu nehmen.

Es gibt einen neuen Eigentümer. Monika Bichler, die das Grundstück samt Wirtschaft von Barbara Reisberger geerbt hatte, hat den Alten Wirt inklusive Leonhardiwiese verkauft. „Ich kenne den Alten Wirt seit meiner Kindheit“, erzählt Thomas Burnhauser, der neue Besitzer. Der Münchner verbrachte privat viel Zeit im Leitzachtal, seine Großmutter war mit der früheren Wirtin der Traditionsgaststätte befreundet.

Burnhauser ist Professor an der Hochschule Darmstadt. Den Alten Wirt habe er nicht gekauft, weil er Gastronomie-Investor sei. „Es ist ein Liebhaber-Objekt und ein emotional behafteter Ort“, erklärt der 56-Jährige. Das Hin und Her mit den alten Pächtern habe er auch mitbekommen. „Als die Immobilie zum Verkauf auf dem Markt war, war mir klar, dass ich diese traditionell bayerische Wirtschaft kaufe.“ Und das soll der Alte Wirt auch bleiben.

Neuer Besitzer und Hundhamer haben sich schon angenähert

Dafür setzt sich auch der Rathauschef ein. Am morgigen Freitag soll die Zukunft des Alten Wirts und der Leonhardiwiese bei einem Gespräch zwischen Lechner und Burnhauser schriftlich festgehalten werden. In der Sitzung des Gemeinderats wurde vorab ein Bebauungsplan aufgestellt und eine Veränderungssperre verhängt. Nur für den Fall, dass „das Gespräch am Freitag nicht entsprechend laufen könnte“, erklärt Lechner. Eigentlich sei aber klar: Burnhauser und die Gemeinde wollen für den Hundhamer Dorfanger das Gleiche. Aber sicher ist sicher – deshalb die Veränderungssperre.

Gibt es eine Einigung, wird die auch wieder aufgehoben, erklärt der Bürgermeister. „Wir frieren die Situation nur ein“, sagte er im Gemeinderat. Ihm ist besonders wichtig, die Interessen der Hundhamer zu wahren. Mit denen hat auch der neue Besitzer schon eine gute Basis geschaffen. „Ich war in den vergangenen Wochen viele Tage dort“, erzählt er. Die Dorfbewohner seien des Öfteren für einen Plausch vorbeigekommen.

Burnhauser sucht derzeit einen geeigneten Pächter für die Gaststätte. „Es zeichnet sich schon ab, dass das kein Problem wird“, verrät er. Er würde gern das Angebot der Küche erweitern, außerdem sollen die Zimmer renoviert werden. Burnhauser plant, auch den Pferdestall wieder zu nutzen. „Wieso sollte man den nicht ausbauen?“, teilt er seine Überlegungen mit. Vor allem aber die Leonhardiwiese ist für ihn ein Schmuckstück. „Der Blick vom Biergarten über die Wiese zu den Bergen ist wohl in ganz Oberbayern einzigartig“, schwärmt er. Und das solle auch für alle Zeit so bleiben.

Lechner will bei den Vereinbarungen festhalten, dass pro Jahr drei Brauchtumsveranstaltungen auf der Wiese stattfinden dürfen. Zudem wird die Gemeinde einen Teil des Grundstücks pachten. Denn die bisherige Besitzerin Bichler hat 1000 Quadratmeter für sich behalten – die umfassen allerdings die Parkplätze der Langlauf-Loipe. Von November bis März will die Gemeinde den Grund nutzen, das sei mit Bichler so bereits vereinbart – der Vertrag ist schon aufgesetzt. Kommt alles so wie gewünscht, wäre das sicher im Interesse der Erblasserin und den Hundhamer Bürgern.

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