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Illegale Böller geschmuggelt: Fischbachauer  vor Gericht
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Symbolfoto

Milde Strafe

Illegale Böller geschmuggelt: Fischbachauer  vor Gericht

Ein Fischbachauer hat zusammen mit Freunden illegale Böller aus Tschechien über die Grenze bringen wollen. Das Auto wurde angehalten. Nur stand der Mann vor Gericht.

Miesbach/Fischbachau – Den ganz besonderen Kick an Silvester wollten sich mehrere junge Männer geben, indem sie Feuerwerkskörper aus Tschechien über die Grenze nach Deutschland transportierten. Dass diese Aktion illegal ist, hätte den Männern bewusst sein müssen, da sie nicht die dafür nötige sprengstoffrechtliche Erlaubnis hatten. Einer von ihnen, ein 20-jähriger Fischbachauer, musste sich deshalb nun wegen des strafbaren Umgangs und Verkehrs sowie der Einfuhr von explosionsgefährlichen Stoffen vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten.

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Illegale Böller geschmuggelt: Fischbachauer  vor Gericht

Im November 2019 sei er mit Kumpels nach Tschechien gefahren, um dort auf einem Asia-Markt besagte Feuerwerkskörper zu kaufen. „Zwischen 600 und 800 Euro haben wir dafür bezahlt – mein Teil hat rund 200 bis 300 Euro gekostet“, erklärte der Fischbachauer vor Gericht.

Der Erwerb der Böller verlief problemlos, die Rückreise nach Deutschland nicht: Am deutsch-tschechischen Grenzort Waidhaus wurden die jungen Männer kontrolliert – und flogen auf. Zwei Kartons voll mit Böllern entdeckten die Beamten im Kofferraum des Wagens, der einem Freund des 20-Jährigen gehörte.

„Jeder hat für sich getrennt eingekauft“, so der Angeklagte. „Wir haben dann alles zusammen in die zwei Kartons gepackt und wollten die Sachen dann bei der Ankunft Zuhause wieder aufteilen.“ Alle Feuerwerkskörper seien für die rund vier Wochen später stattfindende Silvesternacht eingekauft worden.

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Josef Stecher von der Jugendgerichtshilfe Miesbach sprach von einer jugendtypischen Tat, „da es eine Reise nach Tschechien mit Gleichaltrigen war“. Eine Jugendstrafe sei aus seiner Sicht noch machbar.

Die Staatsanwältin schloss sich den Worten ihres Vorredners an, wies den Angeklagten aber ausdrücklich darauf hin, „dass es in Zukunft keine so geringfügige Strafe mehr für Sie gibt.“ Sollte der Fischbachauer erneut strafrechtlich in Erscheinung treten, muss er mit härteren Folgen rechnen. Immerhin eine Vorstrafe hat er bereits im Zentral- und Erziehungsregister stehen.

Die Staatsanwaltschaft plädierte letztlich auf eine Geldauflage von 300 Euro. Auch Verteidiger Max-Josef Hösl war klar, „dass der Straftatbestand selbstverständlich vorliegt“. Er sprach allerdings auch vom sogenannten „Mitmach-Effekt“, da sein Mandant lediglich als Beifahrer auf der Böller-Shopping-Tour mit an Bord war. „Alleine wäre er da ja gar nicht hingefahren“, so Hösl.

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Sollte es am Ende eine Geldauflage werden, solle die aus Sicht des Rechtsanwalts geringer ausfallen als die von der Staatsanwältin geforderten 300 Euro. „Sozialstunden im unteren Rahmen sind in meinen Augen aber trotz der Corona-Pandemie für diese Tat noch eher angebracht.“

Von Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid bekam der Fischbachauer dann jedoch eine eher unübliche Strafe aufgebrummt: 100 Euro Geldauflage an eine soziale Einrichtung plus einen fünfseitigen Aufsatz über Unfälle mit Feuerwerkskörpern in den vergangenen Jahren. Dafür hat der 20-Jährige nun zwei Monate Zeit. „Ganz mit der Wahrheit bedient fühle ich mich nicht“, fügte Schmid seinem Urteilsspruch hinzu. „Dass das Zeug nur für Silvester gedacht war, kann ich nicht ganz glauben.

von Philip Hamm

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