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Rein den Stecker: Die Gemeinde Fischbachau wird ein E-Auto für ihre Bürger leasen. 

„Wir wollen das Angebot so attraktiv wie möglich gestalten“

Im Herbst geht‘s los: Fischbachau bestellt E-Auto für die Bürger

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Das E-Carsharing in Fischbachau nimmt Fahrt auf. Einstimmig hat der Gemeinderat die Bestellung eines Nissan E-NV 2000 beschlossen. Auch die Buchungsplattform steht fest.

Fischbachau – Der Viertplatzierte hat am Ende das Rennen gemacht. Einstimmig hat der Gemeinderat Fischbachau beschlossen, den Kleinbus Nissan E-NV 2000 als Auto für das geplante E-Carsharing-Angebot im Rahmen eines Drei-Jahres-Leasings zu bestellen. Dabei hatten die Bürger bei einer Abstimmung im Gemeindeboten eigentlich den Renault Kangoo Z.E. zum Sieger gekürt.

158 Einsendungen seien im Rathaus angekommen, berichtete Bürgermeister Josef Lechner (CSU). 88 Stimmen seien auf den Kombi von Renault entfallen, der Nissan habe es hingegen nur auf Platz vier geschafft. Dies führte Lechner jedoch in erster Linie auf die Fahrzeugdaten zurück. So sei beim Renault eine Reichweite von 270 Kilometer und ein Mietpreis von sechs Euro pro Stunde angegeben gewesen, beim Nissan waren es 170 Kilometer und 10,50 Euro. „Das ist aber mittlerweile überholt“, sagte der Bürgermeister. So fahre der Nissan dank einer neuen Batterie bis zu 280 Kilometer weit. Dank eines äußerst attraktiven Angebots des Miesbacher Autohauses Pötzinger könne man den Siebensitzer zudem zu den gleichen Konditionen wie den Renault an die Bürger und Gäste vermieten.

910 Euro Leasingrate würde das E-Auto die Gemeinde im Monat kosten. Die Anzahlung ist mit knapp 1200 Euro verhältnismäßig günstig. Nach Ablauf der drei Jahre könne man zudem über einen Kauf des Fahrzeugs nachdenken. Mit Einnahmen von 39 Euro pro Tag – wobei 25 Prozent an die im Bayerischen Wald beheimatete Buchungsplattform „E-Wald“ abgeführt werden müssen – rechnet Lechner mit einem jährlichen Defizit von 3900 Euro. Im Haushalt eingeplant seien sogar 6000 Euro. „Wir wollen das Angebot so attraktiv wie möglich gestalten“, erklärte der Rathauschef.

Für die Plattform E-Wald habe man sich entschieden, weil sie voll mit dem Carsharing-Dienst „Flinkster“ der Deutschen Bahn kompatibel sei. Die Buchung des E-Autos werde sowohl über das Internet, als auch telefonisch möglich sein. Der Kunde erhalte einen Code, mit dem er das an der Bayernwerk-Ladesäule am Parkplatz am Martinsmünster wartende Auto öffnen könne. „Dann fällt der Stecker raus und man kann losfahren“, sagte Lechner. Um auch Fahrten zwischen den Ortsteilen zu ermöglichen, bemühe man sich um weitere Ladestationen, etwa am Bahnhof in Hammer. E-Wald habe bereits Förderanträge gestellt.

Die Gemeinderäte unterstützten diese Vorgehensweise. Auch dass man sich entgegen des Abstimmungsergebnis für den Nissan ausgesprochen habe, sei kein Problem, meinte Hans Seemüller (FWG). „Die Bürger wollten ja einen Kombi.“ Mit dem Nissan habe man nun sogar noch mehr Platzangebot und Reichweite, und das zum selben Preis.

Bis die Fischbachauer tatsächlich mit dem E-Auto durchs Leitzachtal flitzen können, ziehen aber noch einige Monate ins Land, räumte Lechner ein. „Die Lieferzeit beträgt ein halbes Jahr.“ Die Zeit wolle man nutzen, um sich gemeinsam mit den Projektpartnern Autohaus Pötzinger, Bayernwerk und E-Wald auf den Start des Car-Sharing-Angebots vorzubereiten.

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