1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Fischbachau

Interview: Felix Stahl ist neuer Fischbachauer Geschäftsleiter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Masengarb

Kommentare

Willkommen in Fischbachau: Seit Felix Stahl aus dem Kinderdorf Irschenberg nach München gezogen ist, bastelt er an der Rückkehr in den Landkreis. Als neuer Fischbachauer Geschäftsleiter ist ihm dies geglückt.
Willkommen in Fischbachau: Seit Felix Stahl aus dem Kinderdorf Irschenberg nach München gezogen ist, bastelt er an der Rückkehr in den Landkreis. Als neuer Fischbachauer Geschäftsleiter ist ihm dies geglückt. © STefan Schweihofer

Für seine Stelle als Fischbachauer Geschäftsleiter ist Felix Stahl an den gleichen Ort gezogen wie schon im Jahr 1984, im Alter von damals sechs Jahren: ins Caritas Kinderdorf Irschenberg.

Fischbachau – Für seine Stelle als neuer Fischbachauer Geschäftsleiter ist Felix Stahl (44) an den gleichen Ort gezogen wie schon im Jahr 1984, im Alter von damals sechs Jahren: ins Caritas Kinderdorf Irschenberg. Im Gespräch erklärt der Diplom-Verwaltungsfachwirt, der auch im Landesvorstand der Freien Wähler und als Schatzmeister des Kinderdorf-Fördervereins aktiv war, wie ihn das Leben zwischenzeitlich nach München verschlagen hat und wieso er gerne schon viel früher in den Landkreis zurückgekehrt wäre.

Mehr aus Fischbachau: Jahresrechnung 2019: Gemeindeetat in Fischbachau liegt um Hälfte unter Plan

Interview: Felix Stahl ist neuer Fischbachauer Geschäftsleiter

Herr Stahl, nach Jahren in München sind Sie nun zurück an den prägenden Ort Ihrer Kindheit gezogen. Wie fühlen Sie sich?

Ins Kinderdorf Irschenberg bin ich erstmals am 1. Februar 1984 gezogen. Meine Mutter war alleinerziehend und in der Modebranche selbstständig. Zu dem Zeitpunkt waren die Angebote zur Kinderbetreuung noch nicht so vorhanden wie jetzt. Sie hat gesucht, wo sie mich unterbringen kann; eine Bekannte hat ihr das Kinderdorf empfohlen. Dort bin ich dann etwa zehn Jahre geblieben, bis ich ins betreute Einzelwohnen umgezogen bin. Jetzt lebe ich wieder hier in einem kleinen Apartment und bin glücklich: Mehr brauche ich nicht; das Kinderdorf ist meine Heimat und Familie.

Trotzdem haben Sie lange in München gearbeitet.

Eigentlich wollte ich nach der FOS/BOS zur Polizei. Als sich das aus gesundheitlichen Gründen zerschlagen hat, hat meine Betreuungslehrerin gefragt, ob die innere Verwaltung etwas für mich wäre. Ich habe mich also bayernweit beworben. Das war 1998. Schon damals wollte ich im Raum Miesbach bleiben. Es war aber schwer, hier geeignete Ausbildungsstellen zu bekommen. Die Landeshauptstadt hat mir ein duales Studium angeboten, also bin ich nach München. Nach höchstens fünf Jahren wollte ich zurück in den Landkreis, es waren aber keine Stellen frei. Als ich die Ausschreibung für Fischbachau gesehen habe, habe ich die Chance genutzt.

Mehr aus der Gemeinde: Oberland Brass 2022: Volle Ekstase in der Blasmusikstadt der Landjugend Elbach

Seit Juni arbeiten Sie dort für ein Jahr gleichberechtigt mit dem derzeitigen Geschäftsleiter Johann Neundlinger, bis er in den Ruhestand geht. Ihr erster Eindruck?

Johann Neundlinger zeigt mir oft, wie er sich derzeit organisiert, lässt mir aber auch den Freiraum, andere Herangehensweisen auszuprobieren und umzusetzen. Das empfinde ich als ein sehr angenehmes Betriebsklima. Bei Bürgermeister Stefan Deingruber merkt man ebenfalls, dass er früher im Landratsamt gearbeitet hat und vom Fach ist – es macht viel aus, wenn man mit Profis zusammenarbeitet. Die übrigen Kollegen sind auch alle sehr hilfsbereit und freundlich. Ich habe einen sehr guten ersten Eindruck.

Lesen Sie auch: Turnhalle Elbach: Wasserschaden kostet 90.000 Euro

Welche Verwaltungserfahrungen aus München haben Sie schon in Fischbachau eingebracht?

Die Grundschule Elbach soll saniert und erweitert werden. Da ich beim Landratsamt München in der Schulbauoffensive gearbeitet habe, kann ich viel dazu beitragen, ein gutes Raumprogramm und ein gutes Schulnutzungs-Programm zu erstellen. Dieses Projekt habe ich mir gleich gekrallt und werde es federführend übernehmen.

Fischbachau passt auch zu Ihnen, weil Sie gerne wandern. Was waren Ihre ersten Touren?

Ich war nach der Arbeit zwei Mal sieben Stunden unterwegs: einmal rund um den Wendelstein, über die Aiblinger Hütte und die Kesselalm, und einmal klassisch über Breitenstein und Bockstein. Das ist das Tolle an der Gegend: Du kannst nach der Arbeit gleich in die Berge gehen und abschalten. Erholungs- und Freizeitwert sind enorm.

Klingt, als könnten Sie sich auch mit einer Wohnung in Fischbachau anfreunden.

Auf jeden Fall. Auf dem Wohnungsmarkt im Landkreis ist es aber leider nicht so ganz einfach. Gerade, wenn man eher etwas Kleines sucht.

Auch interessant

Kommentare