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Rauf auf die Tische: Abwechselnd zeigten die Goaßlschnalzer – hier die Gruppe aus Sachsenkam – in der Fischbachauer Wolfseehalle beim Jubiläum der Hundhamer ihr Können.

50 Jahre Goasslschnalzer Hundham

Wenn's mal wieder lauter wird

Seit 50 Jahren gibt es die Goaßlschnalzer von Hundham. Ein Anlass zu feiern. 13 Gruppen kamen in die Wolfseehalle, um den Hundhamern die Ehre zu erweisen.

Große Präsentkörbe mit allem, was richtig gut schmeckt, oder Bier im Fass darf der Hundhamer Schnalzer-Chef Christian Köhler an diesem Abend in der voll besetzten Wolfseehalle im Namen seiner Gruppe entgegennehmen. „Des werd’s Ihr scho moi braucha kenna“ und „Dank fürs Dabeisein“ lauten die Kommentare. Kurz und knapp, denn das wichtigste Geschenk ist der Auftritt der Gruppen selbst. Auch Bürgermeister Josef Lechner und Moderator Sepp Grundbacher halten ihre Beiträge kurz. Letzterer führt gewohnt gut durch den Abend, macht hier mal einen Witz, erzählt dort mal eine kleine Anekdote und sagt ansonsten die Gruppen an.

Die Goaßler kommen aus dem gesamten Landkreis. Sie sind zum Teil in alt und jung geteilt wie Fischbachau und Auerberg. Die Gruppen nennen sich nach ihrer Region wie die Leitzachtaler und Mangfalltaler oder nach ihrem Gründungsort, wie Au und Agatharied, Kreuth, Niklasreuth, Sachsenkam und Schliersee. Was nicht bedeuten muss, dass nicht ein Finsterwalder in Sachsenkam oder ein Auerberger in der Gruppe von Pfaffenhofen an der Ilm dabei ist.

Als Goaßlschnalzer kommt man weit herum, wie Grundbacher verrät. Manche Gruppen waren bereits in Israel, Holland oder Belgien. Daheim treffen sie sich regelmäßig zum Trainieren. „Denn Kraft brauchst schon“, erzählen die Männer.

Im Saal ist es recht laut. Die Musikkapelle Elbach spielt, wenn gerade keine Goaßler auftreten, denn die haben ihre eigenen Musikanten dabei. Von Veranstaltungsbeginn an wäre der Tanzboden eröffnet, aber die Leute ratschen lieber, stoßen mit ihrem Bier an und lachen viel.

Und wie funktioniert das Goaßlschnalzen jetzt? „Brauchst halt eine Goaßl und ein bisserl ein Taktgefühl zur Musik“, sagt einer. „Und die richtige Technik musst haben“, fügt der andere an. Eine liegende Acht soll man in der Luft mit der Schnur beschreiben. Ob man sich die Schnur am Anfang manchmal um die Ohren haut? Auf solche Fragerei gibt keiner Antwort. „Kann schon sein“, sagen die Blicke, „aber dann brauchst nicht Goaßlschnalzer werden.“ Gefürchtet ist der Knopf in der Schnur. Darum haben manche zwei Goaßln beim Auftritt dabei. Mit der einen schnalzen sie, die andere halten sie am Bein. Nur der Goaßl-Arm bewegt sich, der andere soll locker ruhen.

Die Männer stehen auf den Tischen oder verteilen sich im Saal. Und dann kann der Laie hören, was alles geht: Die Hundhamer eröffnen mit einem Marsch, die Agatharieder liefern ein Potpourri verschiedener Rhythmen, und die Jungen Auerberger antworten in Reihenschnalzern aufeinander. Und eines gehört am Ende meist dazu: ein gscheiter Juchzer.

Sonja Still

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