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Im Innenraum der Dreifaltigkeitskirche zeigen Pfarrgemeinderatsvorsitzende Agnes Bernöcker und Irschenbergs Pfarrer Tadeusz Kmiec-Forstner das Festprogramm zum Weihejubiläum.

50 Jahre Dreifaltigkeitskirche Wörnsmühl

Ein Zelt für die Gläubigen

Wörnsmühl - Ein großes Jubiläum hat die Pfarrei Niklasreuth heuer im Kalender stehen. Die Dreifaltigkeitskirche in Wörnsmühl wird 50 Jahre alt. Weihbischof Wolfgang Bischof kommt zum Festgottesdienst.

„Die Kirchennot so vieler Jahre ist nun behoben.“ Mit diesen Worten leitete Julius Kardinal Döpfner seine Festpredigt ein, als er am Sonntag, 5. Juni 1966, zur Weihe der neuen Dreifaltigkeitskirche nach Wörnsmühl kam. Die erwähnte „Kirchennot“ hatte damals zwei Gründe: Zum einen war die bestehende Kapelle für die wachsende Kirchengemeinde zu klein geworden, zum anderen stand die Sakristei bei starken Gewitterregen, Schneeschmelze oder Leitzach-Hochwasser immer wieder unter Wasser.

Pfarrer Otmar Rieder hatte sich deshalb für einen Neubau eingesetzt, seit er im Jahr 1962 die Pfarrei Niklasreuth übernommen hatte. Die Weihe war für ihn ein besonderer Festtag. Doch stand er während des Gottesdienstes nicht an der Seite von Kardinal Döpfner, sondern gesellte sich zu den Gläubigen, die in der Kirche keinen Platz mehr gefunden hatten und im Atrium die Messe mitfeierten.

Meinungen über Baustil gehen auseinander

Der Tag der Weihe: Der heutige Bürgermeister Hans Schönauer war als Ministrant (mit Rauchfass) dabei, als Julius Kardinal Döpfner (r.) 1961 in die Dreifaltigkeitskirche einzog. In der Mitte ist Pfarrer Otmar Rieder zu sehen.

Die Ursprünge der Wörnsmühler Kirche reichen mehr als 100 Jahre zurück, wie in der kleinen Festschrift zum Jubiläum nachzulesen ist. „Schon vor 1900 stand vor dem Sägewerk Gschwendtner eine kleine Kapelle.“ Die Inneneinrichtung hatte Schreiner Wolfgang Schönauer aus Frauenried angefertigt. 1920 wurde die Kapelle vergrößert, doch für die Sonntagsgottesdienste war sie dennoch bald wieder zu klein. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg kam der Gedanke an einen Neubau auf, das Projekt scheiterte aber am fehlenden Grund. Erst unter Pfarrer Rieder konnte die Diözese nördlich der Kapelle Baugrund erwerben. Architekt Hans Heps, Baurat und Leiter des Erzbischöflichen Bauamts, wurde mit dem Neubau betraut.

In dieser Zeit, von 1962 bis 1965, tagte das Zweite Vatikanische Konzil. Das hatte großen Einfluss auf den Baustil der neu errichteten Kirchen, denn das Konzil forderte von den Gläubigen, aktiv an der Messe teilzunehmen. Die Gemeinde rückte buchstäblich an den Altarraum heran. So steht auch der Pfarrer im Wörnsmühler Gotteshaus nahe bei den Gläubigen.

Die Wörnsmühler Dreifaltigkeitskirche hat außerdem die schlichte Form eines Zeltes. Pfarrer Josef Winkler setzt in der Festschrift einen Bezug dazu, dass hier Menschen in ihrem Unterwegssein zur Ruhe kommen sollen und schreibt: „In diesem Raum sollen Menschen einen ,Ruheplatz am Wasser’ finden.“ Pfarrgemeinderatsvorsitzende Agnes Bernöcker weiß, dass auch heute noch die Meinungen über den Baustil auseinandergehen. Sie selbst findet die Kirche sehr schön. „Vor allem die Glasfenster, in denen man alle Farben wiederfindet.“

Jubiläum Dreifaltigkeitskirche: Das Festprogramm

Sonntag, 22. Mai, 10.30 Uhr: Gottesdienst zum Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit mit Taufgedächtnis.

Dienstag, 24. Mai, 19 Uhr: Heilige Messe zum Gedenken an die verstorbenen Priester und Wohltäter der Pfarrei sowie an alle, die am Bau der Kirche mitgewirkt haben.

Mittwoch, 25. Mai, 19 Uhr: Feierliche Maiandacht mit Aussetzung des Allerheiligsten und Eucharistischem Segen, musikalisch gestaltet vom Eyroana Dreigsang.

Donnerstag, 26. Mai, 10.30 Uhr: Pfarrkirche Niklasreuth: Gottesdienst zum Fronleichnamsfest mit anschließender Prozession.

Freitag, 27. Mai, 20 Uhr: Pfarrsaal Niklasreuth: Bilderabend mit historischen Fotos vom Bau der Wörnsmühler Kirche.

Sonntag, 29. Mai, 10.30 Uhr: Pontifikalgottesdienst zum 50. Weihefest mit Weihbischof Wolfgang Bischof, musikalisch gestaltet vom Kirchenchor Niklasreuth; anschließend Pfarrfest mit Bewirtung (bei schlechtem Wetter im Vorhof der Kirche); 16 Uhr: Feierliche Vesper (bei schlechtem Wetter im Gasthaus Nägele).

Von Christine Merk

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