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Kabeldefekt: Fischbachauer Wasserversorgung soll künftig drahtlos arbeiten

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Ein defektes Kabel gefährdet die Fischbachauer Wasserversorgung. Jetzt hat der Gemeinderat den Kauf einer neuen Steuerungstechnik beschlossen. Und die soll drahtlos arbeiten.

Fischbachau – Nicht nur ein Rohr-, sondern auch ein Datenleck kann die Wasserversorgung gefährden. In Fischbachau sorgt letzteres bereits seit Frühjahr 2018 für Probleme, wie Bürgermeister Josef Lechner (CSU) im Gemeinderat berichtete. Gleich an mehreren Stellen sei das Kabel für die Kommunikation zwischen dem Tiefbrunnen am Steckenbaum und dem Hochbehälter in Birkenstein beschädigt. Mehrfach sei es deshalb zu Ausfällen in der Übertragung von wichtigen Meldungen gekommen. Jedes Mal hätten die Mitarbeiter des Wasserwerks dann händisch die nicht zuletzt für die Steuerung der geförderten Wassermenge wichtigen Infos einholen müssen. „Das ist kein Zustand“, fand Lechner.

Nach Rücksprache mit den Experten der Gesellschaft für Anlagentechnik (GAT) aus Regensburg habe sich die Verwaltung entschieden, die Verbindung auf kabellose Übertragung umzustellen. Eine Reparatur der defekten Leitung sei aufgrund ihres Alters sowie ihres Verlaufs unter der Staatsstraße 2077 nur mit großem Aufwand möglich und daher kaum rentabel, berichtete Lechner. Auch im Hinblick auf den Umzug des Bauhofs in den geplanten Neubau auf dem Gelände der alten Kläranlage sei ein Umstieg auf die neue Technik sinnvoll.

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Werner Kammermeier, Geschäftsführer von GAT, erklärte den Gemeinderäten, wie die Technik arbeitet. Zuerst müsse man Bauteile der 20 Jahre alten Steuerungseinheiten im Tiefbrunnen und den drei Hochbehältern austauschen. Künftig würden hier Modems zum Einsatz kommen, die die aufgezeichneten Daten ins Internet laden und so ins Büro des Wassermeisters ins Rathaus schicken. Nach dem Umzug des Bauhofs könne man die Übertragung problemlos dorthin verlagern, so Kammermeier.

Nicht nur die Bedienung wie das Ein- und Ausschalten des Brunnens, sondern auch die Protokollierung der Systemabläufe kämen damit ohne Kabel aus. Die Kosten bezifferte Kammermeier auf rund 46 200 Euro. Laut Lechner sind im Haushalt 50 000 Euro dafür vorgesehen. Hinzu kämen jährlich 550 Euro an Verbindungsgebühren an einen Provider.

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Dieser Punkt sorgte jedoch für Skepsis im Gemeinderat. „Machen wir uns damit nicht anhängig von einem Telefonanbieter?“, fragte Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher (CSU) und erinnerte dabei an die zuletzt gehäuft auftretenden Ausfälle im Netz von o2. Georg Göttfried (FaB) plädierte deshalb für eine kabelgebundene Verbindung. „Das wäre mir lieber.“

Der Experte beschwichtigte: Man könne auch einen Provider wählen, der automatisch immer auf das beste verfügbare Mobilfunknetz zugreife. Bauhofleiter Werner Zehetmeier betonte, dass ein Test eine stabile Kommunikation ergeben habe. „Im schlimmsten Fall können wir immer noch auf Handsteuerung schalten.“ Eine ständige Alternative – so wie aktuell – könne dies aber nicht sein.

Das überzeugte letztlich auch das Gremium. Einstimmig beschlossen die Gemeinderäte, die neue Technik anzuschaffen. Besonders praktisch: Diese ist kompatibel zur bereits vorhandenen Steuerung und Fernüberwachung der Kläranlage. Ein entscheidender Vorteil, betonte Fritz Waldhier (CSU): „Dann haben wir für alles einen gemeinsamen Ansprechpartner.“

sg

Rubriklistenbild: © dpa / Jens Büttner

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