Kaniber, Aigner und Radwan in Fischbachau - Landwirte sagen, was sie stört
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Gut gelaunt: (v.l.) Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, CSU-Bürgermeisterkandidat Josef Obermaier, Bürgermeister Josef Lechner, Gottfried Priller, Gottfried Priller junior und Michaela Priller.

Kaniber, Aigner und Radwan in Fischbachau - Landwirte sagen, was sie stört

  • Christian Masengarb
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Michaela Kaniber, Ilse Aigner und Alexander Radwan haben sich in Fischbachau die Anliegen von 100 Landwirten angehört. Die sorgten sich um Gülleverordnung und Ausgleichszulage.

Fischbachau – Es hätte alles so einfach sein können. Der Fischbachauer Landwirt Gottfried Priller junior (29) wollte sich auf die Zukunft vorbereiten. Er hatte seinen alten Stall aus den 1920er-Jahren abgerissen und einen modernen Laufstall gebaut, nach allen Standards und Vorgaben. Doch dann gab es Probleme mit der Güllegrube: Eine neue Verordnung schrieb vor, dass diese mit einer Folie verkleidet werden muss. Der einzige zertifizierte Anbieter verlangte rund 30 000 Euro. Priller schluckte.

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Kaniber, Aigner und Radwan in Fischbachau - Landwirte sagen, was sie stört

Probleme wie diese brennen den Landwirten immer wieder unter den Nägeln. Das Schwierige daran: Die zuständigen Behörden sitzen nicht in ihren Gemeinden, sondern meist in München, Berlin oder Brüssel. Die Landwirte können also nicht mal eben vorbei gehen und erklären, wo sie der Schuh drückt.

Damit dennoch ein Dialog entsteht, sind Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Bundestagsmitglied Alexander Radwan auf Einladung der Landkreis-CSU am Freitag nach Fischbachau in den Stall von Priller gekommen, um sich die Anliegen der Landwirte anzuhören. Rund 100 Bauern kamen ebenfalls und erklärten, was aus ihrer Sicht falsch läuft.

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Themen gab es genug. Nikolaus Schreyer, dritter Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, forderte Unterstützung bei Gülleverordnung („macht hier keinen Sinn“) und Ausgleichszulage („Unsere Gemeinde hat viel Geld verloren“). Kaniber sicherte die zu. Sie warnte die Landwirte aber, nicht auf unrealistische Versprechen Rechtsextremer reinzufallen. Beispiel Bauernmilliarde: „Wenn ich höre ,Wir wollen das Geld nicht, dann brauchen wir auch die Auflagen nicht einhalten‘, dann weiß ich nicht, wer dümmer ist: Der, der es sagt, oder der, der es glaubt.“

Eine Forderung, die immer wieder auftauchte: Der Landkreis solle seine Entscheidungsspielräume mehr zugunsten der Bauern einsetzen, um Verfahren zu beschleunigen. Bei Priller hat das bereits funktioniert: Er darf seine Güllegrube nach dem Rosenheimer Modell bauen. Das ist genauso effektiv, aber deutlich günstiger. Die Zukunft kann kommen.

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