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Sein liebster Platz: Pfarrer Alfred Hahn vor der Kapelle in Birkenstein.

Der Kurat mit der Engelsgeduld

Nachruf für Alfred Hahn - 22 Jahre Pfarrer in Birkenstein

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Birkenstein - Er hatte immer ein offenes Ohr, und für jeden ein gutes Wort. Nicht nur den Fischbachauern, sondern auch vielen Wallfahrern wird Kurat Alfred Hahn in bester Erinnerung bleiben.

Als die Rösser vor der Kutsche der Geistlichkeit durchgehen, ist die Aufregung groß bei den Zuschauern der Hundhamer Leonhardifahrt. Im Wagen ist es dagegen ganz ruhig. Pfarrer Alfred Hahn lehnt sich zurück, bekreuzigt sich und sagt „oh oh“. Das ist alles. Die Tiere beruhigen sich, niemand wird verletzt.

„Er hatte ein unerschütterliches Gottvertrauen“, sagt Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner über den am 22. August im Alter von 87 Jahren gestorbenen ehemaligen Wallfahrtskurat von Birkenstein. Als Lechner diese Anekdote beim Requiem am Freialtar erzählt, wissen die Gläubigen, warum Weihbischof Franz Dietl den beliebten Seelsorger als „unaufgeregten Mensch“ beschreibt.

Vor genau 30 Jahren trat Hahn seinen Dienst in Birkenstein an. Weil das Kuratenhaus saniert werden musste, konnte er erst ein Jahr später einziehen. Seine Stimmung trübte das nicht, erinnert sich Schwester Eresta. „Seine Geduld war schier unerschöpflich“, erzählt die Oberin des Klosters Birkenstein. Das kam Hahn auch bei der Renovierung der Kapelle zugute, die sich über einige Jahre hinzog.

Unzählige Stunden verbrachte Hahn im Beichtstuhl. Jedem schenkte er ein offenes Ohr, für jeden hatte er ein gutes Wort. Bald wurde der bescheidene und demütige Priester zu einem beliebten und geachteten Wallfahrtsseelsorger, erinnert sich Schwester Eresta. Kurz vor seinem 80. Geburtstag ließ sich Hahn vom Herrgott nach Altötting führen, wo er noch acht Jahre als Stiftskanoniker wirkte. Für sein 60-jähriges Priesterjubiläum kehrte er im Juli 2014 aber noch einmal nach Birkenstein zurück und feierte dort seine letzte Messe.

Selbst im Krankenhaus sei er stets der „geduldig Leidende“ gewesen, sagt Schwester Eresta. „Es geht aufwärts, himmelwärts“, habe der Pfarrer immer gesagt. Jetzt habe ihn sein Gottvertrauen heimgeführt. „Zu dem, dem er ein Leben lang diente.“

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