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Firmen-Eigentümer Lahm neben Sixtus-Fahnen. In Fischbachau werden sie nicht wehen.

„Diese Vorstellung hatte weder Format noch Charakter“

Lahm-Firma Sixtus sagt Fischbachau ab - Bürgermeister sauer über Begründung

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Knaller-Nachricht aus dem Fischbachauer Gemeinderat: Sixtus hat seine Pläne für eine Erlebniswelt in Aurach verworfen. Der Bürgermeister ist enttäuscht - und verärgert.

Fischbachau - Unter dem Punkt „Verschiedenes“ auf der Tagesordnung ließ Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) die Bombe platzen. Sixtus werde seine Pläne für eine Ansiedlung im Ortsteil Aurach nicht weiterverfolgen, gab Lechner bekannt. Dies hätten ihm der Geschäftsführer der Philipp Lahm Holding GmbH, Roman Grill, und Sixtus-Geschäftsführerin Petra Reindl in einem persönlichen Gespräch am vergangenen Donnerstag mitgeteilt. Wie berichtet, ist Lahm nach dem Ausstieg von Franz Kroha alleiniger Gesellschafter beim Hersteller von Kräuter-Pflegeprodukten mit Sitz in Hausham.

Der Bürgermeister, der sich wiederholt für die„Win-Win-Situation“ einer Sixtus-Erlebniswelt im touristisch auf Kräuter ausgerichteten Leitzachtal stark gemacht hatte, zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung des Unternehmens. „Aber wir müssen und werden das voll akzeptieren“, sagte Lechner. Die Gründe, die Grill dafür genannt habe, könne er jedoch nicht nachvollziehen. So habe der Geschäftsführer unter anderem angeführt, dass die Lahm Holding bis zur vollständigen Übernahme von Sixtus nie für Investitionen zuständig gewesen sei. Das sei Sache von Kroha gewesen. Ferner habe Grill erklärt, dass Sixtus jetzt über ein anderes Zeitfenster verfüge und Fischbachau überdies nicht mehr als geeigneter Standort erachtet werde. 

Dann erteilte der Bürgermeister Grill selbst das Wort, der zuvor mit Reindl im Zuschauerbereich des Sitzungssaals Platz genommen hatte. Der Holding-Geschäftsführer bedankte sich zuerst für die Geduld und das Vertrauen des Rathauschefs. „Er hat uns glaubhaft versichert, dass Sixtus in Fischbachau willkommen ist.“ Dennoch sei die Lahm Holding erst seit August für die Standort- und Immobilienentscheidungen von Sixtus verantwortlich. Die ersten Pläne für die Erlebniswelt hätten noch aus der Zeit davor datiert.  

Letztlich hätten aus Sicht der Lahm Holding strategische Gründe gegen Fischbachau gesprochen. So habe man ein Grundstück gesucht, das erschlossen sei und nicht für „Verwerfungen“ in der Bürgerschaft sorge. Genau das habe man aber in Aurach befürchtet, so Grill. Er habe Aussagen vernommen, wonach die Einigkeit im Gemeinderat nicht so gegeben sei wie vom Bürgermeister geschildert. Dessen Überzeugungskraft habe hier wohl doch nicht so viel ausrichten können. „Sie können sich die Welt nicht so machen, wie Sie sie gerne hätten“, schoss Grill in Richtung Lechner.

Der wollte das so nicht stehen lassen. „Sie laufen in dieselbe Richtung wie am Donnerstag“, gab Lechner zurück. „Diese Vorstellung hatte weder Format noch Charakter.“ Letzten Endes erleichtere dieser „Abgang“ aber den Abschied des Projekts aus Fischbachau, meinte der Bürgermeister. „Wir haben viel Arbeit reingesteckt, aber vielleicht wäre uns das in Zukunft noch auf die Füße gefallen.“ Für ihn sei das Kapitel damit abgehakt. 

Wo Sixtus nun seinen neuen Firmensitz bauen will, bleibt offen. Wie berichtet, war zuletzt auch eine Ansiedlung auf dem B&O-Gelände in Mietraching sowie ein Verbleib am Altstandort in Hausham im Gespräch. Wie Grill am Rande der Sitzung durchblicken ließ, ist die Lahm Holding bis auf Weiteres an keinen weiteren öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema mehr interessiert.

sg

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