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Klare Auffassung: Richterin Cornelia Dürig-Friedl (r.) hält die geforderte Beseitigung des Stadels (hinten) offenbar für rechtens.

Landwirt klagte gegen Abriss-Befehl

Streit um Stadel - Richterin: "Das Ding muss weg" 

Fischbachau – Ein Stadel bei einem Fischbachauer Weiler bewegt die Gemüter: Behörden und Gericht bestehen auf Beseitigung des Bauwerks. Der Landwirt will weiterkämpfen.

Der Stein des Anstoßes findet sich ein paar Meter westlich der Bebauungsgrenze und ist mit das Erste, was man sieht, wenn man sich dem kleinen Weiler Schneider (Gemeinde Fischbachau) nähert. Doch der Stadel muss wohl weg. Das jedenfalls ließ die neunte Kammer des Verwaltungsgerichts München nun bei der mündlichen Verhandlung durchblicken. Landwirt Florian Hofer hatte das Gebäude errichtet, weil auf seinem Hof einfach nicht genug Platz für Maschinen und Heuballen ist. Doch ohne Rücksprache mit den zuständigen Behörden zu halten, geht so etwas nicht – landwirtschaftliche Privilegierung hin oder her. Das letzte Wort scheint derweil noch nicht gesprochen.

Landratsamt fordert Abriss - Landwirt klagt

Der Streit währt schon einige Zeit und hat eine Menge Papierkram erzeugt. Allein das Landwirtschaftsamt Holzkirchen hat vier Stellungnahmen abgegeben. Zuvor hatte das Landratsamt Miesbach den Abriss des etwa neun mal 14 Meter großen Stadels gefordert. Dagegen klagte der Bauherr.

Bei der Inaugenscheinnahme ließen sich die Verwaltungsrichter erst das Gebäude mit landwirtschaftlichen Geräten und ein paar Heuballen darin zeigen. Sodann ging es zum Luftlinie 200 Meter entfernten Hof mit seinen Nebengebäuden wie Spielstadl, Garage und Ferienwohnung sowie Austragshäusl. Diesen galt das Interesse des Gerichts ebenso wie den noch landwirtschaftlich genutzten Flächen. Tenne etwa und Maschinenhalle. 

Die Klägerseite versuchte zu verdeutlichen, dass die Verhältnisse sehr beengt sind und der Stadel weiter unten einfach gebraucht werde. Dem widersprach das Gericht auch gar nicht groß. „Die Frage ist, ob man deshalb den Außenbereich strapazieren muss“, sagte die Vorsitzende Richterin Cornelia Dürig-Friedl. Die Antwort folgte ein paar Minuten später. „Das Ding muss weg.“ Das war noch nicht das Urteil – dies wird im August zugestellt –, aber die klare Rechtsauffassung des Gerichts. Die Kammer sieht keine Notwendigkeit, den Stadel jenseits der Gemeindeverbindungsstraße zu bauen. Im direkten Umfeld des Hofes gebe es genug Platz.

Ursprünglich gab's Türen und Fenster - war da früher etwas anderes geplant?

Die Klägerseite argumentierte, die rund 400 Quadratmeter Fläche sei betriebswirtschaftlich für nichts anderes zu gebrauchen. Ferner stelle die Nähe zu angepachteten Flächen einen Vorteil dar. Den Beweisantrag, die Dienlichkeit des Stadels für die Landwirtschaft von einem Sachverständigen begutachten zu lassen, lehnte das Gericht aber ab. Ferner scheiterte der Vorstoß, mit den Behörden eine Einigung dahingehend zu erzielen, die landwirtschaftliche Nutzung des Gebäudes über eine entsprechende Dienstbarkeit zu garantieren. Im Laufe der Auseinandersetzung war die Nutzung von den Behörden offenbar bezweifelt worden, da der Rohbau Aussparungen für Fenster und Türen enthielt. Diese sind jetzt zugemauert.

Dürig-Friedl riet dem Bauherrn noch, seine Klage gegen die Beseitigungsanordnung zurückzuziehen. „Sie verbrennen viel Geld für Gerichtskosten und Gutachten“, sagte sie. Nach einer kurzen Beratung bestand die Klägerseite jedoch auf ein Urteil, wohlwissend wie dies ausfallen wird. „Die Sache geht vor den VGH“, sagte der Anwalt.

dak

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