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Leitzachbrücke bei Trach in Fischbachau: Endlich grünes Licht für Neubau

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Von: Christian Masengarb

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Baufällig und gesperrt: die Leitzachbrücke bei Trach in Fischbachau.
Baufällig und gesperrt: die Leitzachbrücke bei Trach in Fischbachau. Nun soll sie endlich saniert werden. © Thomas Plettenberg

Nach langer Debatte über die Kostenaufteilung ist der Gemeinde Fischbachau nun endlich der Durchbruch geglückt. Der Neubau der Leitzachbrücke bei Trach kann bald beginnen.

Fischbachau – Fischbachaus Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) rechnet in den nächsten zwei Monaten mit „sichtbaren Fortschritten“ beim Neubau der Leitzachbrücke bei Trach, die seit über einem Jahr gesperrt ist. Ein Ingenieurbüro erstelle gerade ein Leistungsverzeichnis für die wegen Wasserschäden baufällig gewordene Brücke. Ist dieses fertig, folge die Ausschreibung, dann schnellstmöglich der Baubeginn. Die Debatte über die Kostenverteilung der Arbeiten, die die Maßnahmen seit vergangenem Jahr verzögert hatte, sei beendet.

Wie berichtet, hatte sich die Gemeinde mit dem neben der Brücke wohnenden Bauern zunächst nicht auf eine Kostenbeteiligung einigen können. Nur weil der Bauer mit schwerem Gerät über die sonst von Wanderern auf dem Wanderweg genutzte Brücke fährt, kann die Gemeinde an dieser Stelle keinen Holzsteg bauen. Sie braucht eine massive, rund 200 000 Euro teure Betonbrücke, die 16 Tonnen trägt. Deshalb war der damalige Bürgermeister Josef Lechner (CSU) vor einem Jahr wegen einer Kostenbeteiligung an den Bauern herangetreten. Sein Vorschlag: 80 Prozent des Gemeindeanteils an den Arbeiten zahlt diese selbst, 20 Prozent der Bauer.

Bauer machte Angebot

Der Bauer hatte ein Gegenargument: Als das Wasserwirtschaftsamt die Leitzach vor rund einem Jahrhundert begradigte, trennte es seinen Hof und seine Wiese. Nur deshalb braucht er die damals vom Amt gebaute Brücke, um mit seinen Maschinen aufs Feld fahren zu können. 1961 hatte ihm außerdem der damalige Bürgermeister schriftlich zugesichert, die Gemeinde werden den Unterhalt der Brücke sichern. Einmalig bot er daher noch 5000 Euro an, an weiteren Maßnahmen wollte er sich nicht mehr beteiligen.

Erschwerend kam hinzu, dass Lechner mit dem Wasserwirtschaftsamt zwar eine 50-prozentige Kostenbeteiligung für den Neubau ausgehandelt hatte – dessen Flussbegradigung und die dadurch höhere Fließgeschwindigkeit hatten die Brücke schneller verschleißen lassen, deswegen die Beteiligung. Das Amt bestand aber darauf, bei zukünftigen Maßnahmen außen vor zu bleiben. Die Gemeinde und der Landwirt werden deren Kosten also unter sich aufteilen müssen. Verweigert sich auch der Bauer, hätte die Gemeinde in Zukunft alles selbst zahlen müssen. Dieses Risiko missfiel dem Gemeinderat.

Bürgermeister klammert Zukunft aus

Lohwasser und seine Verwaltung lösten das Dilemma nun, indem sie die Zukunft ausklammerten. „Wir fixieren uns nicht darauf, was irgendwann mal ist, mit der nächsten Generation“, erklärt der Bürgermeister auf Nachfrage. „Es geht jetzt nur um diese Brücke.“ Deswegen habe der Bauer zu einer Beteiligung am Neubau zugestimmt. Stehen zukünftig weitere Maßnahmen an, werden die Gemeinde mit ihm die Lage neu beurteilen.

Auch finanziell ist der Neubau damit laut Lohwasser gesichert. Die Gemeinde hat bereits die Hälfte der Gesamtkosten im Haushalt eingestellt. Mit der Beteiligung des Bauern bleibe nun ein Puffer.

mas

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