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Zwei sympathische Typen mit grandiosen Folk-Songs auf Bairisch und Englisch: Da Maurer & Da Wirt alias Martin Reisberger (l.) und Martin Lidschreiber bei ihrer CD-Präsentation im Hundhamer Festzelt.

 „Häd i, dad i, war i“ - Fast wie Kurt Cobain dahoam

Da Maurer & Da Wirt legen ihr erstes Album vor

Fischbachau - Martin Reisberger und Martin Lidschreiber haben sich einen Traum erfüllt und ihr erstes Album "Häd i, dad i, war i" herausgebraucht.

Zwei Fischbachauer haben sich einen musikalischen Lebenstraum verwirklicht: Die beiden Musiker Martin Reisberger aus Elbach und der Hundhamer Martin Lidschreiber, alias Da Maurer & Da Wirt, haben ihre erste eigene CD „Häd i, dad i, war i“ aufgenommen, zwei Tage ging’s in ein Münchner Tonstudio. Im Rahmen der 250-Jahr-Feier der Feuerwehr Hundham und des Trachtenvereins Schwarzenberg-Elbach stellten sie beim gut zweieinhalbstündigen Konzert im rappelvollen Festzelt ihre Scheibe vor, darauf fünf bairische und fünf englischsprachige selbst komponierte Lieder.

Die beiden sympathischen, bodenständigen Männer beschreiben ihren Stil selbst als Folkrock. Bei der musikalischen Palette zwischen Ballade und Rock zupfen beide ihre Gitarren, Reisberger begleitet einige Lieder am Piano oder der Mundharmonika. Ihre Stimmen kräftig, variantenreich, mal gefühlsbetont oder rau, die an US-Sänger Kurt Cobain der Band Nirvana erinnern lässt. „Was wir machen, ist eigentlich eine Singer-Songwriter-Geschichte“, erklärt Reisberger alias „da Maurer“ – benannt nach seinem Hofnamen. Also Liedermacher, die ihre eigenen Texte schreiben, singen und sich selbst mit Instrumenten begleiten.

Alles begann im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. 2014 war das, als sich die deutsche Nationalelf zum Pokalsieg kickte und „da Wirt“ Lidschreiber die Spiele zum gemeinsamen TV-Schauen im Gasthaus Kirchstiegl zeigte. „Da habe ich den Maurer kennengelernt“, erinnert sich Lidschreiber. „Dann haben wir ein paar Lieder zusammen gespielt“, sagt er und lacht. „Es hat sofort gepasst“. Erst coverten sie Songs von Guns N’ Roses oder ACDC. „Das haben wir aber ganz schnell bleiben lassen“, ergänzt Reisberger, „und angefangen, eigen geschriebene Nummern zu spielen.“

Mit 18 Jahren brachte sich Lidschreiber, beeinflusst durch die Grunge-Ära der 1990er-Jahre, das Gitarrespielen selbst bei. Danach sammelte der 36-Jährige Musikerfahrungen bei einer Metalband in Rosenheim. „Das Gegenteil davon, was ich heute mache.“ Der 29-jährige Reisberger wuchs derweil zu den Gitarren- und Ziachklängen seiner Eltern in einer Musikerfamilie auf.

Das erste gemeinsame Stück der beiden war dann ihre Mundartnummer „Hoamat“. Das Besondere am Lied ist die Akustik von Reisbergergs Slide-Gitarre, einem in Hawaii entwickelten Musikinstrument, heute gängig unter Countrymusikern. „Es ist ein erdiges Stück, da denke ich einfach an dahoam“, schwärmt Lidschreiber. Während er hauptsächlich auf Englisch textete, verfasste Reisberger seine ersten Lieder bereits auf Bairisch. Den Grund, warum Englisch trotzdem oft die bessere Wahl sei, erklärt Lidschreiber pragmatisch: „Sing einmal ein Lied über die Liebe auf Bairisch. ,I liab di‘ – da stehe ich mit einem Fuß im Musikantenstadl“, sagt er schmunzelnd. Zudem seien spezielle Lebensthemen in Mundart oft schwieriger zu vermitteln, erklärt Reisberger. „Die gehen in Englisch leichter über die Lippen.“ Musik ist ohnehin eine universelle Sprache. So verarbeitete Lidschreiber beim melancholisch-melodischen „Welcome to the misery“ oder beim bairischen Pendant „Du bist net die Oane“ den Trennungsschmerz nach einer Beziehung.

Schade: Miese Konzertstimmung im Festzelt

Beim Konzert im Festzelt dauerte es allerdings eine Weile, bis sich die Zuhörer auf das Musikgefühl einließen. Vormusiker Ritchie Bernrieder (76) zupfte vergeblich um Aufmerksamkeit an seiner Zither. Seine Interpretation vom „Griechischen Wein“ versank ebenso sang- und klanglos im Gemurmelmeer des Bierzelts wie die anderen Zitherstücke. Auch als Da Maurer & Da Wirt die Bühne betraten, ihre ersten Stücke spielten, ebbte das Geschnatter nicht ab. Da fiel es schwer, sich auf die originellen Stücke der Musiker einzulassen. Gut, dass es die CD gibt: Da stört kein Ratscher, und man kann sich die grandiosen Lieder entspannt anhören.

Das Album

„Häd i, dad i, war i“ gibt es für zehn Euro im Gasthaus Kirchstiegl in Fischbachau (0 80 28 / 4 66) zu kaufen.

Daniel Wegscheider

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