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Zuhause auf Zeit: Weil der Mietvertrag ausläuft, muss die Ambulanz Rosenheim ihren Rettungswagen-Stellplatz in Aurach verlassen. Ein Neubau ist jedoch bereits geplant – in unmittelbarer Nähe.

Standort soll erhalten bleiben

Mietvertrag läuft aus: Ambulanz plant Neubau in Aurach

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Die Fischbachauer Retter ziehen um. Weil der Mietvertrag ihrer Wachstation Ende 2020 ausläuft, plant die Ambulanz Rosenheim in Aurach einen Neubau. Einen Standort hat sie im Auge.

Fischbachau – Bei Notfällen im südlichen Leitzachtal ist die Ambulanz Rosenheim eine sichere Bank. Von 7 bis 22 Uhr stehen sie an ihrem Rettungswagen-Stellplatz in Aurach für Einsätze parat. Bald allerdings müssen die Sanitäter Koffer packen. Der Mietvertrag für ihre Räume an der Alpenstraße läuft am 1. November 2020 aus. Grund ist ein Verkauf des Gebäudes, wie Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) im Gemeinderat bekannt gab. Der neue Eigentümer habe sich eine Selbstnutzung vertraglich zusichern lassen.

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Kalt erwischt wurde die Ambulanz mit Hauptsitz in Flintsbach von der Entwicklung nicht, teilt deren Geschäftsführer Gabriel Mayer auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Seit 2014 sei man auf der Suche nach einem neuen und vor allem eigenen Standort. Laut Lechner habe die Gemeinde sechs mögliche Plätze vorgeschlagen. Für die Ambulanz sei aber nur ein enger Radius von rund 500 Metern um die jetzige Station in Frage gekommen, erklärt Mayer. Dies sei in der Rettungsdienstplanung so vorgeschrieben, damit alle Patienten binnen der gesetzlich festgelegten Hilfsfrist von zwölf Minuten ab Eingang des Alarms erreicht werden können.

Auch der Bürgermeister sieht keine Alternative zum Standort Aurach. Dieser sei unverzichtbar für die Versorgung medizinischer Notfälle im südlichen Leitzachtal. Sollte er wegfallen, bliebe nur noch die Rettungswache des Roten Kreuzes am Krankenhaus Agatharied. „Da dauert aber die Anfahrt viel länger“, erklärte Lechner.

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So weit wird es aber nicht kommen. Denn mittlerweile hat die Ambulanz Rosenheim ein geeignetes Grundstück gefunden. Es handelt sich dabei um eine unbebaute Fläche nördlich des Wölflhof, mit dem so wichtigen direktem Anschluss an die B 307 und ohne Bahnübergang vor der Nase. Auch aus Sicht des Zweckverbands für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung eine optimale Lösung, betont dessen Geschäftsleiter Stefan Forstmeier. „Ohne diesen Standort hätten wir eine Versorgungslücke.“ Dann nämlich müssten die Rettungswagen im schlimmsten Fall aus Rosenheim anfahren. Rein von den Kilometern sei das zwar noch machbar, aber die Strecke über das Sudelfeld sei nicht für eine ganzjährig zuverlässige Versorgung geeignet.

Die Verhandlungen mit dem Eigentümer würden vielversprechend laufen. „Zu 99 Prozent“ werde es mit einem Neubau an dieser Stelle klappen. Ein Veto des Landratsamtes fürchtet der Geschäftsführer nicht. Im Gegenteil: Dort sei man sehr hilfsbereit gewesen und habe der Ambulanz eine privilegierte Behandlung in Aussicht gestellt.

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Die Pläne für den neuen Rettungswagen-Stellplatz hat der Geschäftsführer bereits in der Schublade. Auf 1500 Quadratmeter Grundfläche sollen eine vier Meter hohe Fahrzeughalle und ein zweistöckiges Funktionsgebäude entstehen. Letzteres wird neben Aufenthalts-, Ruhe- und Waschräumen für die dreiköpfige Besatzung des Rettungswagens auch einen Schulungsbereich für Azubis beinhalten. Weil die Ambulanz Rosenheim auch den Zuschlag für die Fahrdienste im neuorganisierten ärztlichen Bereitschaftsdienst in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen bekommen hat, soll auch dieses Auto samt Fahrer im Neubau unterkommen. Zumindest dann, wenn ein Arzt in der Umgebung Dienst hat. „Den müssen wir innerhalb von 15 Minuten abholen können“, sagt Mayer.

Auch seitens der Gemeinde braucht der Ambulanz-Chef keine Widerstände gegen das Vorhaben erwarten. Das Grundstück sei bereits in einem anderen Zusammenhang für eine Bebauung im Gespräch gewesen, erinnerte der Bürgermeister: für eine Ansiedlung der Firma Sixtus. Ob es mit dem Neubau tatsächlich klappt, liege aber in den Händen der Ambulanz und des Grundstückseigentümers, betonte Lechner. „Die Tür ist offen, jetzt müssen sie nur noch durchgehen.“

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