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Bekommt nun doch mehr Schließfächer: Marion Lechner, Rektorin der Mittelschule Fischbachau.

Die Abstimmung war wieder knapp

Mittelschule Fischbachau: Schließfächer kommen doch

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Braucht es Schließfächer in der Mittelschule Fischbachau? Rektorin Marion Lechner sagte ja, die Gemeinderäte nein. Das war der Stand Ende Juni. Jetzt ist alles anders.

Fischbachau – Braucht es wirklich Schließfächer im Garderobenraum der Mittelschule Fischbachau? Rektorin Marion Lechner sagte ja, die Gemeinderäte erstmal nein. Das war der Stand von Ende Juni. Jetzt haben die Eltern der Schüler selbst gesprochen – und ein klares Votum abgegeben. Ein starkes Signal, das nun auch im Gemeinderat für ein Umdenken gesorgt hat.

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Mittelschule Fischbachau: Schließfächer kommen doch

Auslöser für Lechners Vorstoß sind die bisweilen chaotischen Zustände in der Schulgarderobe. Immer wieder gehen hier Schuhe, Jacken oder Sportzeug verloren (wir berichteten). Mit Schließfächern samt elektronischer PIN-Funktion will die Rektorin Ordnung ins Chaos bringen – und so die Schüler zu mehr Verantwortung für ihr Hab und Gut erziehen. Im Gemeinderat erklärte Lechner nun nochmals, warum es in ihren Augen keine Alternative zu den Spinden gibt. So verfüge ihr Haus – anders als die meisten anderen Mittelschulen – nicht über eine eigene Garderobe an jedem Klassenzimmer. Dies sei aus Brandschutzgründen nicht möglich, ergänzte Bürgermeister Josef Lechner (CSU).

Als gewichtigstes Argument legte die Rektorin dann die Ergebnisse ihrer Umfrage vor. 80 Prozent der 108 Schüler und Eltern würden den Garderobenraum in seiner derzeitigen Form für unzumutbar halten. Sogar 95 Prozent würden sich mit einem bis zwei Euro pro Monat an der Miete der Schließfächer beteiligen. Und selbst die Hälfte der zehn Prozent, die sich gegen die Lösung ausgesprochen hätten, würden sich im Fall einer Anschaffung doch für einen Spind entscheiden.

Ein deutliches Stimmungsbild pro Schließfach, also. Für den Einbau schlug der Bürgermeister einen auf fünf Jahre begrenzten Leasingvertrag mit der Firma AstraDirect vor. Vorerst würden 135 Spinde zu je 2,40 Euro pro Monat bestellt. Die Hälfte der Kosten würde die Gemeinde übernehmen, die andere die Eltern. Der Gemeindeanteil belaufe sich damit auf 1944 Euro pro Jahr, rechnete der Bürgermeister vor.

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Mittelschule Fischbachau: Schließfächer-Abstimmung im Gemeinderat wieder knapp

Georg Göttfried (FaB) konnte da nun mitgehen. Im Juni sei man noch davon ausgegangen, dass es um verschwundene Wertgegenstände gehen würde, erklärte er die damalige Skepsis des Gremiums. Martin Bacher (FWG) zweifelte aber an der Wirksamkeit, da für 40 Schüler mangels Interesse vorerst keine Schließfächer bestellt werden sollen. „Läuft es dann nicht genauso weiter wie bisher?“, fragte er. Die Rektorin setzt dabei auf die Vorbildwirkung. „Zwingen können wir niemanden, aber vielleicht ja überzeugen.“

Am Mietmodell störte sich Bernhard Padeller (FaB). Er regte an, die Gemeinde könnte einfache Schließfächer kaufen, während die Kinder ihre eigenen Vorhängeschlösser mitbringen. „Das funktioniert seit 100 Jahren gut.“ Die Rektorin und der Bürgermeister schüttelten den Kopf. Zum einen könnten auch die Schlüssel wieder verloren gehen, zum anderen bleibe die Gemeinde bei mangelndem Interesse im schlimmsten Fall auf den Spinden sitzen. Beim Leasing könne man die Zahl hingegen jedes Jahr anpassen.

Mit knapper Mehrheit von 12:8-Stimmen erhielt die Mittelschule letztlich grünes Licht für die Schließfächer. Zumindest im Gemeinderat ist das Thema damit im wahrsten Sinne des Wortes abgeschlossen.

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