Marianne Estner aus Fischbachau
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Näht 20 Masken pro Tag: Marianne Estner aus Fischbachau.

Wegen Corona-Angst

Modisch und praktisch: Fischbachauerin näht Gesichtsmasken 

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Gesichtsmasken sind in der Corona-Krise kaum mehr zu bekommen. Marianne Estner aus Fischbachau hat eine Alternative gefunden: Sie näht die Masken einfach selbst.

Fischbachau – Masken für Mund und Nase sind in der Corona-Krise sehr gefragt. Doch auf dem freien Markt sind sie – wenn überhaupt – nur noch zu überhöhten Preisen zu bekommen. Marianne Estner (68) aus Fischbachau hat eine Alternative gefunden. Sie näht die Masken einfach selbst –und tut damit sogar noch etwas Gutes. Wie sie darauf gekommen ist und welche Tipps sie hat, verrät die Kreisvorsitzende des Sozialverbands VdK im Interview.

Frau Estner, wie modisch dürfen Gesichtsmasken sein?

Marianne Estner: Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ob bunt, gepunktet oder gestreift: Man soll sie gern aufsetzen, weil nur dann trägt man sie oft und schützt damit sich und andere. Dazu gehört natürlich auch, dass die Masken bequem sind. Deshalb verwende ich Baumwollstoff mit einem Gummizug. Damit sie gut sitzen, nähe ich noch einen Nasenclip ein.

Wie sind Sie eigentlich darauf gekommen?

Marianne Estner: Eigentlich hat mich meine Tochter auf die Idee gebracht. Weil ich schon immer gern genäht habe, hab ich im Internet nach einer Vorlage gesucht und gleich mehrere gefunden. Seit gut einer Woche fertige ich die Masken an, jeden Tag rund 20 Stück. 100 sind schon fertig, 80 habe ich verkauft, den Rest verschenkt.

Einen Online-Shop haben Sie auch noch aufgebaut?

Marianne Estner: (lacht) Nein. Ich habe das Glück, dass ich mit dem Postservice und Kiosk „Guad und Schee“ von Iris Zwicklbauer einen Laden in Fischbachau gefunden habe, der noch öffnen darf und die Masken für mich an die Leute bringt.

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Wie viel kosten sie denn? In diesen Tagen kann man ja mit Schutzausrüstung richtig viel Geld machen...

Marianne Estner: Ich will nichts mit den Masken verdienen. Vom Kaufpreis von acht Euro gehen zwei Euro direkt als Spende an den VdK. Vom Rest versuche ich, die Materialkosten zu decken. Das wird aber immer schwieriger, weil der Stoff und sogar die Gummizüge mittlerweile knapp und damit richtig teuer werden. Bis jetzt habe ich immer bei örtlichen Geschäften eingekauft, aber die bekommen teilweise auch keine Lieferungen mehr.

Braucht es einen besonderen Stoff für die Masken?

Marianne Estner: Nein. Ich verwende Baumwollstoff für außen und auch für das Futter innen. Das erhöht den Schutz und erleichtert die Reinigung. Man kann die Masken bei 60 Grad waschen und sie auch heiß bügeln. Das ist gut gegen Keime.

Wie sieht es eigentlich mit der Schutzwirkung aus?

Marianne Estner: Für den Einsatz im Krankenhaus reichen die Masken selbstverständlich nicht aus. Aber ein Arzt hat mir aber gesagt, dass sie für alltägliche Besorgungen gut geeignet sind. Ich selbst geh nicht mehr ohne Maske und Handschuhe Einkaufen und empfehle das auch meinen Mitgliedern im VdK. Es tut nicht weh und schaden kann es auf keinen Fall. Jede Maske ist besser als keine Maske.

Material gesucht

Marianne Estner sucht für ihre Näharbeiten weiteres Material. Wer sie unterstützen kann, darf sich unter  08028 / 2586 bei ihr melden. Kaufinteressierte werden gebeten, sich direkt an den Laden „Guad und Schee“, Fischeralmstraße 1, in Fischbachau zu wenden.

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