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Mörderisch gutes Menü: Wirtsstub‘n-Krimi der Trachtler überzeugt

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Mord in der Wirtsstube: Mitten im Publikum spielten die Trachtler ihren Krimi.
Mord in der Wirtsstube: Mitten im Publikum spielten die Trachtler ihren Krimi. © Thomas Plettenberg

Eine „Mords-Gaudi“ beim „Essgenuss mit Exitus“ hatte die Theatergruppe des Trachtenvereins Niklasreuth-Wörnsmühl angekündigt. Die Premiere zeigte: Die Truppe hat nicht zu viel versprochen.

Wörnsmühl – Eine „Mords-Gaudi“ beim „Essgenuss mit Exitus“ hatte die Theatergruppe des Trachtenvereins Niklasreuth-Wörnsmühl für ihren bayerischen Wirtsstub’n-Krimi angekündigt. Die Premiere von „Lallinger ermittelt“ in drei Gängen im Gasthaus Nägele zeigte: Die Truppe hat nicht zu viel versprochen. Das verbrecherische Gaudium aus der Feder von Sebastian Kolb und Markus Scheble spielte sich nicht auf der kleinen Bühne des Saals ab, sondern quasi „backstage“ zwischen den schön gedeckten Tischen des gemütlichen Nebenzimmers im Wörnsmühler Traditionsgasthaus.

Das 80-köpfige, erst mal komplett tatverdächtige Publikum wirkte bei Salatteller, Hauptgang und Dessert fröhlich mit, sei es als Zeugen, beim Abtransport der Leichen oder in einem unterhaltsamen Zahlenspiel. Als Kommissar Lallinger führte Christian Juffinger mit einem riesigen Text(lern)pensum (fast arbeitslose Einsagerin: Christiane Juffinger) entschlossen und spielstark durch die Ermittlungen, glaubwürdig unterstützt von Sepp Bacher als eifriger Polizeimeister Geißberger mit einem herrlich ansteckenden Gelächter.

Die beiden Beamten erschienen, um das anonym angekündigte Verbrechen zu verhindern. Und schon brach ein Gast leblos zusammen, einen beleidigenden Brief mit weiteren Drohungen an Lallinger in der Tasche. Dass der Kommissar womöglich so deppert sei wie behauptet, legte Journalistin Claire Gruber nahe, die sich erinnerte, dass Lallinger einen Bankräuber hatte entkommen lassen, um eher versehentlich die Beute zu sichern. Und auf dem Smartphone der wunderbar zickig-arroganten Margarete Stöger landete eine Textnachricht an den Kommissar, die ihn auch nicht gut ausschauen ließ.

Zweiter Mord sorgt für Spekulationen

Wer ist das „Phantom“? Kellnerin Rosemarie Schmid, die dem Toten den vermutlich vergifteten Obstler serviert hat? Lisa Schönauer, die zweite bestens bewährte Stammkraft dieser Theatertruppe, ließ sich nicht in die kriminelle Ecke drängen und trug selbstbewusst zu den Ermittlungen bei, unterstützt vom Hausmeister. Der baumlange, kräftige Stammspieler Martin Berchtold amüsierte auch diesmal wieder höchlich mit seinem komödiantischen Geschick.

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Doch die Unruhe blieb natürlich, und im Dunkel eines Stromausfalls passierte ein zweiter Mord. Für die Verhöre im Stil „Guter Bulle, böser Bulle“ wurde Martin Oswald aus den Gästen als Hilfssheriff rekrutiert und machte gut gelaunt mit. „Wer war’s?“ fragten sich die Zuschauern in der zweiten Pause und gaben sich allerlei Spekulationen hin.

Der dritte Gang des Krimis, serviert nach dem Dessert, hielt die Spannung. Die erste Leiche, deponiert im Kühlraum „neben dem Presssack“ war verschwunden, ein anrüchiges Rasierwasser fiel auf, ein Paket mit seltsamem Inhalt traf für den Kommissar ein, ein kleiner Fund sorgte für mehr Klarheit, und Bombenalarm gab’s auch noch. Jetzt hatte Johannes Teucher endlich seinen Auftritt als lang erwartete Unterstützung der beiden Polizeibeamten. Über den aufregenden Sieg der Gerechtigkeit soll hier nichts verraten sein. Das bleibt einem kurzweiligen langen Abend beim Wirtsstub’n-Krimi überlassen.

Weitere Vorstellungen

Es gibt noch Karten für die Vorstellungen am Freitag, 29., und Sonntag, 31. Juli, im Gasthaus Zenzinger in Wörnsmühl sowie am Sonntag, 7. und am Dienstag, 9. August, bei der Wirthin in Niklasreuth (Beginn jeweils um 19.30 Uhr). Die Tickets für 29 Euro beinhalten ein Drei-Gänge-Menü und sind erhältlich unter www.eventfrog.de/lallinger.

Von Gudula Beyse

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