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Nach Abzug der Schwestern: Kapelle Birkenstein montags wegen Personalmangel zu

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Von: Sebastian Grauvogl

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Kannte keinen Ruhetag: Schwester Eresta in der Wallfahrtskapelle Birkenstein.
Kannte keinen Ruhetag: Schwester Eresta in der Wallfahrtskapelle Birkenstein. © TP

Der Abzug der Schulschwestern hat eine Lücke hinterlassen: Wegen Personalmangels bleibt die Kapelle in Birkenstein vorerst montags geschlossen. Jetzt wollen Ehrenamtliche einspringen.

Birkenstein – Kaum sind die Schwestern weg, herrscht Personalmangel in Birkenstein. So zumindest liest sich ein Schreiben der Kirchenverwaltung, in dem diese die ab sofort und bis auf Weiteres gültige montägliche Schließung des Innenraums der Wallfahrtskapelle und der Gruft ankündigt. Begründet wird die Entscheidung mit besagtem Personalmangel sowie Sicherheitsgründen. Der Vorraum der Kapelle bleibe aber auch montags von 7.30 bis 18 Uhr zugänglich, auch der Aufzug sei in Funktion.

Lesen Sie auch: Arme Schulschwestern verlassen Wallfahrtsort Birkenstein

Wallfahrtskurat Hans Schweiger bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung die geänderten Öffnungszeiten. Er betont aber, dass es sich um eine vorübergehende Anpassung handelt. „Und es ist auch keine Sparmaßnahme“, weist Schweiger entsprechende Gerüchte zurück. Letztlich gehe es einfach nur darum, ihm und seinem Kollegen als Wallfahrtspriester, Ruhestandspfarrer Erich Schmucker, sowie der Familie Baumann, die den Wallfahrtsladen betreibt, zumindest einen freien Tag in der Woche zu ermöglichen. „Es ist ein Menschenrecht, so etwas zu haben“, stellt Schweiger klar. Auch in anderen Pfarreien hätten die Priester montags frei, alles andere würde ihrer Gesundheit schaden.

Schwestern haben keinen Ruhetag gekannt

Die Ordensschwestern hingegen hätten keinen Ruhetag gekannt, sie seien sieben Tage pro Woche für die Leute dagewesen. Ob sich das mit einem neuen Orden in Birkenstein wieder so durchführen lässt, dazu kann Schweiger noch keine Aussage treffen. Hier gelte es zunächst die finale Entscheidung und Bekanntgabe der Nachfolgerinnen der Armen Schulschwestern abzuwarten. „Bis dahin machen wir eben weiter, so gut es uns möglich ist.“

Mittlerweile hat sich eine neue Option aufgetan. Der Initiator der Online-Petition „Für den Erhalt des Wallfahrtsortes Maria Birkenstein“ mit mittlerweile mehr als 2000 Unterzeichnern, Nikolas van Essenberg, teilt unserer Zeitung mit, er habe dem Kurat eine Liste mit zehn Gläubigen vorgelegt, die schon ab kommendem Montag in jeweils einstündigem Wechsel die Aufsicht in der Kapelle übernehmen würden. Für die Kirche würde damit keinerlei Aufwand entstehen. Gleichzeitig könne man so sicherstellen, „dass die vielen Wallfahrer, die täglich nach Birkenstein kommen, nicht vor verschlossenen Türen stehen“, schreibt van Essenberg. Die Kapelle sei für viele in der Region ein „Kraftort“. Diesen –wenn auch nur tageweise –zuzusperren, sei „wirklich ein verheerendes Zeichen“.

Kurat will Kirchenverwaltung entscheiden lassen

Kurat Schweiger bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung den Erhalt des Angebots. Die Liste liege ihm vor. Die Kirchenverwaltung werde sich bei ihrer Sitzung am 17. November damit beschäftigen und auch darüber entscheiden. „Wenn Leute sich bereit erklären, auf die Kapelle aufzupassen, dann eröffnet sich eine Perspektive“, sagt Schweiger, fügt aber einschränkend an: „Die Frage ist nur, ob die Leute das über Wochen durchhalten.“

sg

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