„Diese Idee entspricht der Zeit“: Auf den Start des neuen Wochenmarkts in Fischbachau auf dem zentralen Parkplatz neben der Kirche sind Organisatorin Eva Köhler und Korbinian Wolf (l.) als helfende Hand ebenso gespannt wie Bürgermeister Johannes Lohwasser.
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„Diese Idee entspricht der Zeit“: Auf den Start des neuen Wochenmarkts in Fischbachau auf dem zentralen Parkplatz neben der Kirche sind Organisatorin Eva Köhler und Korbinian Wolf (l.) als helfende Hand ebenso gespannt wie Bürgermeister Johannes Lohwasser.

Zum Einkaufen und als Treffpunkt

Nach Dorfladen-Aus: Fischbachau startet neuen Wochenmarkt

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Ein neuer Wochenmarkt soll in Fischbachau den bald schließenden Dorfladen ersetzen. Mit acht Anbietern startet diese Idee nun. Dabei geht es nicht nur ums Einkaufen.

Fischbachau – Der Fischbachauer Wochenmarkt hat die Wende geschafft: Nachdem das Interesse der Händler am Projekt zunächst gering schien, können die Fischbachauer ab Samstag, 8. Mai, immer wöchentlich von 8 bis 12 Uhr auf dem zentralen Parkplatz neben der Kirche lokale Waren einkaufen. Das Angebot hat federführend Gemeinderatsmitglied Eva Köhler (Grüne) aufgebaut.

Wie berichtet, hatten Köhler und ihr Fraktionskollege Korbinian Wolf den Wochenmarkt im Dezember im Gemeinderat beantragt und damit offene Türen eingerannt. Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) hatte ihn als „sinnvolle Sache“ unterstützt, der Gemeinderat unterstützte die Idee mit einem Beschluss. Denn der Wochenmarkt soll einen Ersatz schaffen für den bereits damals kriselnden und nun bald schließenden Dorfladen und einen sozialen Treffpunkt bieten. „Für alleinstehende Hundhamer Senioren ist der Markt dort der Höhepunkt der Woche“, sagt Köhler. Den Menschen in Fischbachau wollte sie ein ähnliches Angebot machen.

Zuerst zu wenig Händlerinteresse für Wochenmarkt Fischbachau

Trotz Rückendeckung des Gemeinderats blieb das Interesse der Händler aber zunächst aus. Eine Anzeige der Verwaltung im Gemeindeblatt „Der Leitzachtaler“ brachte einen einzigen Interessenten. Das war zu wenig für einen Markt.

Also zog Köhler los und sprach Händler direkt an: auf dem Hundhamer Wochenmarkt, auf Märkten anderer Gemeinden und per Telefon. Nicht alle hatten Zeit oder genügend Personal, aber rund ein Drittel sagte zu. Damit war der Wochenmarkt gerettet. Mit acht Anbietern startet er in seine erste Auflage.

Es wird unter anderem Obst, Holzofenbrot und Kuchen geben, dazu Eingemachtes, Olivenöl und mediterrane Delikatessen. Ein rundes Angebot, findet Köhler: „Schon fast unglaublich, oder?“

Eigener Stand für Läden aus dem Ort

Köhler hat sich außerdem eine Besonderheit einfallen lassen: Am Stand „Klein und Fein“ bieten Läden aus dem Ort, für die ein eigener Stand zu teuer wäre, ihre Waren gemeinsam an. Am 8. Mai gibt es dort Honig, Met und Blumen. Betreuen wird den Stand Köhlers Mutter und Fischbachaus Seniorenbeauftragte Marianne Estner.

Mit dem Gemeinschaftsstand will Köhler ein Problem lösen: Blumen gehören für sie beispielsweise bei einem Wochenmarkt einfach dazu, wenn dieser langfristig Erfolg haben soll. Den ortseigenen Betrieben will sie aber keine Konkurrenz von außerhalb hereinholen. Also schafft sie ein Angebot, das zu Ihnen passt. „Weitere Interessenten sind willkommen“, sagt Köhler. Das gelte auch für Anbieter, die eigene Stände mitbringen. Beide sollten sich im Rathaus melden.

Köhler hofft nun, dass sich der Markt etablieren wird. „Die Leute sollen kommen und genießen.“ Auch Lohwasser sagt, die Gemeinde wolle das Projekt durchziehen und plane gar nicht erst mit einer Testphase. „Die Idee entspricht der Zeit. Wir sind optimistisch, dass sie Anklang findet.“

mas

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