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Nach emotionaler Debatte in Fischbachau: Gemeinderäte erklären Aussagen zu Landwirten

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Von: Sebastian Grauvogl

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Ein 49 Jahre alter Landwirt ist unter seinen eigenen Traktor geraten und getötet worden.
Fühlen sich zu unrecht kritisiert: die Landwirte in Fischbachau (Symbolfoto). © dpa

Der Beschluss zur Wohnbaulandentwicklung im Fischbachauer Gemeinderat hat kritischen Nachhall auch außerhalb des Rathauses gefunden. Nun folgte eine kurze Aussprache.

Fischbachau – Eine bisweilen emotionale Debatte hatten die Fischbachauer Gemeinderäte in ihrer Oktobersitzung geführt. Gut einen Monat später wurde nun an gleicher Stelle klar, dass die Diskussion über den letztlich mehrheitlich gefällten Grundsatzbeschluss zur Wohnbaulandentwicklung auch außerhalb des Gremiums Emotionen hervorgerufen hat. Zwar stand das Thema in der Sitzung am Montagabend nicht auf der Tagesordnung, aber die beiden Gemeinderäte Thomas Kantenseder (FaB) und Bernhard Kafl (FWG) nutzten den Punkt „Anfragen“ für eine Klarstellung ihrer in der besagten Diskussion getätigten Aussagen.

Keine Generalkritik an der Landwirtschaft

Wie berichtet, hatte Kantenseder den Kritikern des Baulandentwicklungsmodells – namentlich Brigitta Regauer und Andreas Gschwendtner (beide CSU) – „egoistisches Denken“ als Landwirte vorgeworfen. Dass auch andere Landwirte sich davon angesprochen gefühlt haben, sei nicht sein Ansinnen gewesen, machte Kantenseder klar. Der Satz habe sich rein auf die genannten Ratskollegen bezogen. „Aber bei uns bleibst Du bei der Aussage?“, versicherte sich Regauer daraufhin. „Wir haben sachliche Anträge gestellt und sind dann von Dir persönlich angegriffen worden“, ergänzte Gschwendtner. Doch Kantenseder verteidigte seine Verknüpfung der beiden Gemeinderäte mit der Landwirtschaft: „Ihr seid ja Landwirte und keine Bäcker.“ Ebenso betonte er nochmals, dass er nach wie vor voll hinter dem Grundsatzbeschluss stehe.

Gemeinderat: „Für die Satzung, aber nicht gegen die Landwirtschaft“

Das gelte auch für ihn, schloss sich Kafl an. Aber auch er präzisierte seinen Satz, wonach durch den Beschluss kein Bauer seine Wiesen verkaufen müsse, sondern auch weiterhin darauf „Radieserl anbauen oder Schafe halten“ könne. Sollten dies manche Landwirte in den falschen Hals bekommen haben, entschuldige er sich dafür, so Kafl. Es sei nicht seine Absicht gewesen, jemanden zu verärgern. „Ich bin für die Satzung, aber nicht gegen die Landwirtschaft“, so Kafl.

Bürgermeister Stefan Deingruber (CSU) begrüßte die offenen Worte. Auch er habe mitbekommen, dass die Diskussion um den Grundsatzbeschluss für Entrüstung bei einigen Landwirten gesorgt habe. Bei allen Emotionen sei ihm wichtig, dass nichts hängenbleibe im Gemeinderat. „Wir sind 20 Leute hier drin und sollten uns weiter alle in die Augen schauen können“, fand er.

Inhaltlich bohrten die Ratsmitglieder das Thema dann nicht mehr auf. Regauer bot lediglich an, dem Bürgermeister einen „sehr interessanten“ Situationsbericht zur allgemeinen Lage der Landwirtschaft zukommen zu lassen – verbunden mit der Bitte, diesen allen Gemeinderäten zukommen zu lassen. „Als Hintergrundwissen für zukünftige Entscheidungen.“ Lesen müsse ihn natürlich niemand, fügte Brigitta Regauer dann noch an. „Wen es nicht interessiert, der kann ihn auch einfach löschen.“

sg

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