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Soll ein Paradies für Kinder werden: Die ehemalige Pizzeria Al Caminetto an der Birkensteinstraße in Fischbachau wird in eine Tagespflege umgebaut. Bis zu acht Kinder sollen hier ab Januar 2019 betreut werden. 

Legendäres Lokal bekommt neue Nutzung

Neuer Raum für Tagespflege: In die Crazy Alm ziehen Kinder ein

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Der legendäre Hans Bauer hat hier einst seine ebenso legendäre Crazy Alm in Fischbachau betrieben. Jetzt ziehen quasi die Enkel derer ein, die sich dort kennengelernt haben.

Fischbachau – Wo ihre Omas und Opas in den 1960er-Jahren zu Disco-Hits abtanzten, spielen ab dem kommenden Jahr die kleinen Schützlinge von Tagesmutter Inge Gaß-Naudts und ihrem Kollegen Hans-Jörg Rottmann. Eigentümer Ingo Bauer will die frühere „Crazy-Alm“ seines Vaters Hans, die zuletzt als Pizzeria Al Caminetto firmierte, in eine Großtagespflege für Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren umbauen. Der Fischbachauer Bauausschuss hat die Pläne für den ebenerdigen Zwischenbau an der Birkensteinstraße einstimmig befürwortet.

Seit Sommer 2017 suchen Gaß-Naudts und Rottmann nach neuen Räumen für ihr Betreuungsangebot (wir berichteten). Bisher kümmern sie sich laut Bürgermeister Josef Lechner in einem Privathaus in der Siedlung im Rotmoos von 7 bis 19 Uhr um die Kleinen. Per Gesetz dürften sie in einer Einrichtung dieser Größe nur Verträge für maximal acht Kinder schließen. Zur gleichen Zeit betreut werden dürften sogar nur fünf Kinder. In einer Großtagespflege seien hingegen 16 Verträge und acht Kinder zulässig. Dafür brauche es aber Räume von mindestens 100 Quadratmetern.

Diese haben Gaß-Naudts und Rottmann nun in der früheren Pizzeria von Bauer gefunden. Seit eineinhalb Jahren stehe das Lokal nun leer, berichtet Lechner. „Es ist schwierig, in der heutigen Zeit einen Pächter zu finden“, erklärt Inhaber Bauer, dem auch die Schliersbergalm gehört. Mit der Großtagespflege habe man nun eine gute und vor allem langfristige Alternative gefunden. Zum Jahresbeginn 2019 soll die Einrichtung den Betrieb aufnehmen.

Mit einer bloßen Umnutzung ist es aber nicht getan. Bauer muss einiges investieren, um die Räume mit einer Nutzfläche von insgesamt rund 180 Quadratmetern für die Tageseltern und ihre Schützlinge fit zu machen. Aktuell rechnet er mit einer Summe von gut 300 000 Euro. Laut Lechner spielt sich der Umbau ausschließlich innen ab. „An der Fassade ändert sich nichts.“ Geplant sind ein Aufenthaltsraum mit Spielmöglichkeiten und einem Essensbereich, ein separater Ruheraum sowie ein Umkleideraum, Toiletten und eine Küche – selbstverständlich alles kindgerecht. Die Vorgaben würden sich von denen einer Kinderkrippe oder Kita nicht wesentlich unterscheiden. Der bisherige Biergarten soll in eine Freispielfläche umgewandelt werden, erklärt Lechner. Weil das Gebäude im Bereich des vierten Bauabschnitts der Städtebauförderung liege, seien Zuschüsse im Bereich des Möglichen.

Was die Finanzierung des Betriebs anbelangt, hat der Gemeinderat bereits im Juni 2017 eine monatliche Unterstützung in Höhe von 2000 Euro sowie eine Einmalzahlung für die Ausstattung der neuen Einrichtung von maximal 7100 Euro beschlossen (wir berichteten). Ob diese Summen ausreichen, steht laut Lechner erst fest, wenn der Mietaufwand berechnet ist. Damit auch Bayrischzeller Kinder in den Genuss der Tagespflege kommen, habe die Gemeinde bereits in Aussicht gestellt, sich anteilig an den Kosten zu beteiligen. Ein Beschluss des Gemeinderats stehe zwar noch aus, so Lechner. „Aber die haben auch einen dringenden Bedarf.“ So decke die Tagespflege mit ihren Öffnungszeiten einen Bereich ab, den kein Kindergarten oder Hort in dieser Form anbieten könne.

Der Standort an der Birkensteinstraße sei dafür ideal, betont Lechner. „Das ist eine super Ergänzung zu unserem neuen Kindergarten in Hundham.“ Zudem befinde sich der Kurgarten direkt hinter dem Haus. Der hier geplante, neue Spielplatz wäre damit für die Kinder in der Tagespflege leicht erreichbar. „Sie müssten nicht mal die Straße überqueren.“

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