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Ein Paradies für Kräuter: In erster Linie wegen der Passung zum Markenverständnis hat sich Sixtus für einen neuen Firmensitz in der Gemeinde Fischbachau entschieden. Unser Foto zeigt lediglich eine Ortsansicht. Den genauen Standort hat das Unternehmen noch nicht verraten.

Marke passt gut ins Tourismuskonzept „Kräutertal“

Neuer Standort: Sixtus zieht es nach Fischbachau

Die Entscheidung ist gefallen: Sixtus will in Fischbachau seinen neuen Firmenstandort bauen. Das genaue Grundstück und Konzept will das Unternehmen aber noch nicht verraten.

Hausham/Fischbachau– Sich aktiv dem eigenen Körper widmen und darüber eine natürliche und bewusste Wahrnehmung für sich selbst, seine Bedürfnisse und seine Umwelt entwickeln: Dieser Haltung hat sich Sixtus in seinem Markenverständnis verpflichtet. Und auch bei seiner Entscheidung für den künftigen Firmensitz ist das Haushamer Unternehmen diesem Motto treu geblieben, sagt Geschäftsführerin Petra Reindl: „Die für uns wichtigste Frage war, wo unsere Marke am besten hinpasst.“ Darüber hinaus habe man frühzeitig alle möglichen Standorte mit dem Landratsamt „vorbesprochen“. Bekanntermaßen ist die Firma nach dem Nein beim Bürgerentscheid in Schliersee gezwungen, nach einer neuer Stätte Ausschau zu halten. Unter Abwägung aller Punkte habe man sich letztlich für Fischbachau entschieden, verrät Reindl.

Wo genau Sixtus seine neue Zentrale bauen will, dazu möchte sich die Geschäftsführerin derzeit noch nicht äußern. Voraussichtlich bei der Gemeinderatssitzung am Montag, 24. April, wird das Unternehmen den genauen Standort und das darauf zugeschnittene Konzept samt einer ersten Visualisierung der Baukörper öffentlich vorstellen. Am ursprünglich bereits für Schliersee ins Auge gefassten Ziel, eine Kombination aus Produktionsstätte und Erlebnisort zu schaffen, hält Sixtus in Fischbachau fest. Reindl schwebt zudem ein „ansprechender Außenbereich“ mit einem Kräuterfeld vor. Dass sich die Gemeinde ohnehin touristisch in Richtung Kräuter entwickeln will, sei dabei ein Pluspunkt. „Wir wollen alle einbinden, die etwas mit diesem Projekt zu tun haben“, verspricht Reindl.

Für Bürgermeister Josef Lechner ist der Sixtus-Coup „einer der größten Erfolge der vergangenen drei Jahre“. Weil das Unternehmen seine Mitarbeiterzahl von derzeit 34 auf 60 aufstocken wolle, würde es zum größten Arbeitgeber in Fischbachau heranwachsen. Für Lechner fügt sich das „Traditionsunternehmen mit guter Führung und Gesellschafterstruktur“ überdies hervorragend in Fischbachaus Ausrichtung am naturnahen Tourismus ein. „Für uns ist das ein Glücksfall, den wir uns aber auch erarbeitet haben“, meint der Bürgermeister. Arbeit ist auch das Stichwort der kommenden Wochen. In der Detailplanung müsse Sixtus einen Entwurf anfertigen, der sich bestmöglich ins Ortsbild einfügt. Bei der Aprilsitzung soll der Gemeinderat laut Lechner über die Aufstellung des Bebauungsplans abstimmen.

Der weitere Zeitplan ist aktuell noch offen. Von heute auf morgen umziehen muss Sixtus aber nicht. Der bisherige Vermieter habe Bereitschaft signalisiert, den Mietvertrag für das jetzige Firmengebäude an der Industriestraße in Hausham zu verlängern, erklärt Reindl. Wunschszenario sei ein Umzug in zwei bis maximal drei Jahren. In der Zwischenzeit schraubt Sixtus weiter an seiner selbsterklärten „Wachstumsstrategie“. Durch eine kürzlich vereinbarte Vertriebspartnerschaft für fünf Fußbalsame mit der Drogeriemarkt-Kette dm habe man die Chance, die Marke Sixtus und ihre Produkte deutschlandweit noch bekannter zu machen, erklärt Reindl. „Davon profitieren letztlich auch unsere Fachhändler.“ Zu einem Großkonzern werde sich das künftig in Fischbachau ansässige Unternehmen deshalb aber nicht aufschwingen, betont die Geschäftsführerin. Der Lieferverkehr werde sich wie bisher auch im Rahmen einer „Manufaktur“ bewegen.

Einen kürzeren Weg zur Autobahn hätte Sixtus von Hausham aus gehabt. Insgesamt vier mögliche Standorte habe er dem Unternehmen vorgeschlagen, berichtet Bürgermeister Jens Zangenfeind. Darunter etwa das jetzige Rathausgrundstück und den Parkplatz des Krankenhauses Agatharied (siehe Kasten). Dass für Sixtus nichts Passendes dabei war und die Firma nun nach Fischbachau abwandert, findet Zangenfeind schade. Enttäuscht ist er aber nicht. „Wichtig ist, dass das Unternehmen im Landkreis bleibt“, sagt er. „Da gibt es immer Kooperationsmöglichkeiten.“ Auch in Zukunft werde sich die Gemeinde Hausham um die Ansiedelung attraktiver Firmen bemühen, so der Bürgermeister: „Wir sehen das sportlich.“

„Gesundheitszentrum“ am Krankenhaus?

Aus Sicht der Gemeinde Hausham wäre es eine charmante Lösung gewesen: Sixtus zieht auf einen Teil des jetzigen Parkplatzes am Krankenhaus Agatharied und wird damit Teil eines neuen „Gesundheitszentrums“. Durch ein gemeinsames Parkdeck hätte man zudem die akute Stellplatznot an der Klinik „wirtschaftlich sinnvoll und ohne die Landschaft zu verbauen“ in den Griff bekommen, erklärt Bürgermeister Jens Zangenfeind. Die Idee habe er in Gesprächen mit Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Kelbel entwickelt.

„Ich hätte mir diese Variante gut vorstellen können“, sagt Zangenfeind. So hätte die Marke Sixtus und ihre Produkte gut mit der Sportorthopädie am Krankenhaus harmoniert. Weil sich das Unternehmen aber letztlich doch für den Bereich Kräuter und damit für Fischbachau entschieden habe, sei man gar nicht erst in die Detailplanung eingestiegen, sagt der Bürgermeister. Das Ziel, am Krankenhaus mehr Parkplätze zu schaffen, werde man aber auch ohne Sixtus nicht aus den Augen verlieren. „Aus Gemeindesicht ist ein Gesamtkonzept für das Krankenhaus absolut wünschenswert.“ 

Denn die Stellplatzsituation ist schon lange ein Thema. Im Jahr 2012 hatte die Gemeinderatsmehrheit die Notwendigkeit der Parkplatzerweiterung im Norden angezweifelt. Nach dem Scheitern in der ersten Sitzung wurde der damalige Landrat Jakob Kreidl persönlich im Haushamer Gemeinderat vorstellig, um für die Zustimmung zu werben – mit Erfolg: Der Parkplatz wurde erweitert, doch seit Langem herrscht schon wieder Parkplatznot – zum Leidwesen von Patienten wie Mitarbeitern. Damals hatte Kreidl gar ein Parkdeck auf dem Gelände angeregt, jedoch war kein geeigneter Standort zu finden.

sg/ddy

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