+
Suchen Nachfolger für ihre Ämter: die Vorstandsdamen des Frauenbund Fischbachau (v.l.) Karin Rieger-Jakob, Marianne Estner, Marlene Lausecker, Konni Ludwig, Lieserl Bucher und Vroni Bernlochner (r.). Unser Bild entstand bei der Hauptversammlung im Februar 2015, die Alwine Becker (2.v.r.) als KDFB-Bezirksleitung begleitete. 

Kandidatinnen für Vorstand gesucht

Ohne Nachwuchs ist Schluss: Frauenbund Fischbachau vor dem Aus

  • schließen

Der Frauenbund Fischbachau steht vor der Auflösung. Sollten sich bis zur Hauptversammlung keine Kandidatinnen für den Vorstand finden, ist Schluss. Doch die Damen geben nicht auf.

Fischbachau – Noch vier Jahre bis zum großen Jubiläum. 2023 feiert der Katholische Frauenbund Fischbachau sein 100-jähriges Bestehen. Wenn es ihn bis dahin noch gibt. Und das ist bisher alles andere als sicher. Der gesamte Vorstand hat angekündigt, sich bei der Hauptversammlung am 2. Februar nicht mehr zur Wahl zur Verfügung zu stellen. Nachwuchs ist derzeit nicht in Sicht. Die 77 Mitglieder sind im Schnitt 76,7 Jahre alt.

„Der demografische Wandel macht uns einen Strich durch die Rechnung“, sagt Beisitzerin Marianne Estner. Der Appell ist klar: „Wir brauchen dringend junge Frauen, die sich in unserem Verein engagieren und frischen Wind reinbringen wollen.“ Ohne Verjüngung könne der Frauenbund nicht leben, ergänzt Vorsitzende Lieserl Bucher. Nur so könne eine neue Kraft spürbar werden, „die eine bleibende Existenz sichert“.

Bucher hat diese Kraft über 20 Jahre aufgebracht. Vier Jahre als Zweite Vorsitzende, 16 Jahre als Vorsitzende. Ihr Amt habe ihr immer große Freude gemacht, betont Bucher. „Aber man muss es ja nicht ewig machen.“ Ihre sechs Mitstreiterinnen im Vorstand teilen diese Meinung. Ob Familie, Beruf oder Alter: „Die Gründe sind vielfältig und berechtigt“, sagt Bucher über den geschlossenen Abschied der jetzigen Führungsmannschaft.

Lesen Sie auch: Frauenbund-Jubiläum: Wie 90 Miesbacherinnen den Nazis die Stirn boten

Diese Entscheidung könnte aber existenzielle Auswirkungen haben: Sollte sich bei der Neuwahl nicht mehr ausreichend Kandidatinnen zur Verfügung stellen, wäre dies das Ende des Fischbachauer Frauenbunds. „Das“, sagt Bucher, „wäre sehr, sehr schade.“ Damit es nicht so weit kommt, wollen die Vorsitzende und ihr Team bis zur Hauptversammlung intensiv für neue Mitglieder werben. Ihre Zielgruppe: „jüngere Frauen in der mittleren Generation“. Ein Profil haben sie auch schon aufgesetzt: Gesucht sind Frauen mit christlicher Werteeinstellung, aufgeschlossen für das Leben in der Pfarrei und interessiert an den vielfältigen Aktivitäten des Frauenbunds.

Zu Letzteren gehören etwa das Kräuterbuschenbinden zu Maria Himmelfahrt, der Kaffee- und Kuchenverkauf beim Ostermarkt oder die Mitgestaltung von Andachten. Auch Wallfahrten und Ausflüge bereichern das Jahresprogramm. Als gemeinnützigem Verein ist es dem Frauenbund auch wichtig, Frauen beziehungsweise Mütter in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen. Zudem können Mitglieder die Angebote des Dachverbands KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) in Anspruch nehmen. Dazu zählen unter anderem die Bildungswerke mit Verbraucherberatung, die Landfrauenvereinigung und das Familienpflegewerk.

Wer selbst „Frauenbund-Luft“ schnuppern will, kann dies bei der Hauptversammlung am Samstag, 2. Februar, ab 14 Uhr im Pfarrsaal Fischbachau. „Wir freuen uns auf ein Kennenlernen“, sagt Bucher und fügt hinzu: „Scheuen Sie sich nicht, zu kommen, und bringen Sie Freundinnen und Bekannte mit.“ Nichts wäre den Frauenbund-Damen lieber, als gemeinsam mit vielen neuen Mitgliedern das große Jubiläum vorzubereiten – und natürlich auch gebührend zu feiern.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Krampus schlägt Frau auf Weihnachtsmarkt: „Unendlich starker Schmerz und Schock“
Tanja D. aus Miesbach wollte eigentlich nur mit einer Freundin einen Glühwein auf dem Tölzer Weihnachtsmarkt trinken gehen. Plötzlich sank sie auf die Knie mit einem …
Krampus schlägt Frau auf Weihnachtsmarkt: „Unendlich starker Schmerz und Schock“
Schindlberger Alm am Sudelfeld: Neuer Eigentümer, neuer Wirt - und Hoppe-Bier
Die neue Skisaison steht vor der Tür – und das Türschild an der Schindlberger Alm wechselt. Sie hat einen neuen Eigentümer, einen neuen Wirt - und ein neues Bier.
Schindlberger Alm am Sudelfeld: Neuer Eigentümer, neuer Wirt - und Hoppe-Bier
Caritas Suchtambulanz: Steigende Fallzahlen für Hausham verunsichern Gemeinderäte
80 Haushamer Klienten hat die Caritas in ihrer Fachambulanz Suchtprävention 2018 betreut. Ein Plus von zwölf Personen im Vergleich zu 2017. Das bereitet manchem Sorgen.
Caritas Suchtambulanz: Steigende Fallzahlen für Hausham verunsichern Gemeinderäte
Ein Dorf will in den Gemeinderat: FWG Reichersdorf hat Liste aufgestellt
Kleines Dorf, großes politisches Interesse: So in etwa könnte das Fazit der Aufstellungsversammlung der neu gegründeten Freien Wähler Gemeinschaft Reichersdorf lauten.
Ein Dorf will in den Gemeinderat: FWG Reichersdorf hat Liste aufgestellt

Kommentare