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Ortsdurchfahrt Hundham: Fußgängerampel soll Verkehrssicherheit erhöhen

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Von: Sebastian Grauvogl

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Mitten durch Hundham verläuft die Staatsstraße 2077. Den Schulkindern helfen Lotsen beim Überqueren der Fahrbahn. Die Gemeinde will nun eine Fußgängerampel beantragen, um die Sicherheit dauerhaft zu erhöhen.
Mitten durch Hundham verläuft die Staatsstraße 2077. Den Schulkindern helfen Lotsen beim Überqueren der Fahrbahn. Die Gemeinde will nun eine Fußgängerampel beantragen, um die Sicherheit dauerhaft zu erhöhen. © THomas Plettenberg

Auch wenn es aktuell keine Unfallhäufung gibt: Das Überqueren der Staatsstraße in Hundham ist vor allem für Kinder und Senioren ein Risiko. Helfen soll nun eine Fußgängerampel.

Fischbachau – Auf der einen Seite Kindergarten, Post, Bankautomat und Marktplatz, auf der anderen Seite der Alte Wirt, die Schulbushaltestelle und viele von Familien bewohnte Häuser: Die Staatsstraße 2077 durchschneidet den Hundhamer Ortskern wie ein scharfes Schwert. Das ist besonders gefährlich, wenn Kinder oder Senioren bei zu Pendler- und Ausflugszeiten die viel befahrene Straße überqueren wollen. Was die Hundhamer schon lange bemängeln, ist nun offenbar auch den offiziellen Stellen klar geworden. Bei der jüngsten Verkehrsschau mit Polizei und Landratsamt habe er eine Offenheit für eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger wahrgenommen, berichtete Fischbachaus Bürgermeister Stefan Deingruber (CSU) nun im Gemeinderat. Und diese Chance sollte man auch nutzen.

Zebrastreifen nur „Scheinsicherheit“

Dann übergab der Rathauschef das Wort an Gemeinderat Simon Irger (FWG), im Hauptberuf Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion Miesbach. Der erklärte zunächst, warum die Fachstellen bis dato zurückhaltend waren mit Maßnahmen in Hundham. „Das Unfallgeschehen ist hier zum Glück unauffällig“, so Irger. Weil aber subjektiv durchaus ein Gefahrenpotenzial erkennbar sei, habe man sich nun über mögliche Eingriffe unterhalten. Eine Querungshilfe scheide aus, weil dafür die Straße nicht breit genug sei, berichtete Irger. Ein Zebrastreifen sei ebenfalls keine Option, weil dieser immer eine gute Blickkommunikation zwischen Autofahrer und Fußgänger voraussetze. Genau dies sei aber bei Kindern schwierig. Tatsächlich würden heutzutage kaum mehr neue Zebrastreifen aufgebracht, der Trend gehe eher sogar zum Rückbau. Wegen dieser Scheinsicherheit handle es sich quasi um eine „aussterbende Spezies“, wusste auch Deingruber.

Gemeinde Fischbachau will Gefahrstellen im Verkehr entschärfen

Deutlich mehr Chancen auf Erfolg hätte derweil eine Fußgängerampel. Als Interimslösung habe die sich beim Hundhamer Maibaumfest gut bewährt, berichtete Deingruber und schlug vor, diese nun als dauerhafte Einrichtung zu beantragen. „Es ist ein offenes Ohr dafür da“, hat der Bürgermeister in den Gesprächen bei der Verkehrsschau erkannt. Zunächst jedoch wollte er von den Hundhamer Gemeinderatsvertretern wissen, was sie davon halten würden.

Hundhamer Gemeinderäte dankbar für Lösung

Michael Gartmaier (CSU) musste da nicht lang überlegen. Als „dringend notwendig“ erachtete der junge Familienvater die Ampel. Seit der Großbaustelle am Haushamer Bahnübergang samt Umleitung des überörtlichen Verkehrs durchs Leitzachtal hätten noch mehr Münchner die Strecke für sich entdeckt. Ein „großes Anliegen“ sei die Fußgänger für ihn als Vorsitzendem des Hundhamer Kindergartenvereins, sagte Bernhard Padeller (FaB). Zudem würden beliebte Schulwege und Kinderwagenstrecken so deutlich sicherer. Georg Gruber (FaB) erhoffte sich durch die Ampel auch eine generelle Bremswirkung für die Autos. Deingruber ergänzte hierbei, dass die Ampel selbstverständlich auch mit Schildern „angekündigt“ werde. Gerade Pendler und Lkw-Fahrer, die regelmäßig hier unterwegs seien, müssten die neue Situation eigentlich schnell verinnerlichen, hoffte Bernhard Kafl (FWG). Er gab aber auch zu bedenken, dass die Ampel bei hohem Verkehrsaufkommen auch für Rückstaus in Hundham sorgen könnte.

Ein Risiko, das die Gemeinderäte angesichts des großen Plus in Sachen Fußgängersicherheit aber gern eingehen wollten. Gegen eine Stimme segneten sie den Antrag auf Errichtung der Ampelanlage, deren genauer Standort laut Irger erst noch festgelegt werden muss, bei der Unteren Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt sowie beim Staatlichen Bauamt Rosenheim ab. Damit das Schwert mitten im Ort zumindest etwas entschärft wird.

sg

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