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Der Standort steht fest: Auf dieser Fläche südlich des Edeka-Markts in Aurach will sich Sixtus ansiedeln.

„Sixtus will kein zweites Schliersee“

Philipp Lahms Kosmetik-Hersteller Sixtus weiß endlich, wo er bauen will

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Die Katze ist aus dem Sack: Sixtus will sich im Ortsteil Aurach ansiedeln. Bei der Bürgerversammlung stellte Fischbachaus Rathaus-Chef Josef Lechner erstmals öffentlich Details vor.

Fischbachau – Fakten zur Sixtus-Ansiedlung waren im Kräutertal bislang spärlich gesät. Seit der Bekanntgabe, dass der in Hausham beheimatete Hersteller von Kräuter-Pflegeprodukten nach dem ablehnenden Bürgerentscheid in Schliersee in die Gemeinde Fischbachau ziehen möchte, sind acht Monate vergangen. Nicht einmal auf die wohl drängendste Frage haben die Bürger in dieser Zeit eine Antwort erhalten: Wo genau soll der Firmensitz eigentlich gebaut werden?

Bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Klostersaal legte Bürgermeister Josef Lechner nun die Karten öffentlich auf den Tisch: Sixtus will nach Aurach, direkt neben den Edeka-Markt. Das südlich davon gelegene Grundstück ist circa 18.000 Quadratmeter groß.

Zuerst habe man dem Unternehmen ein Grundstück am Wolfsee vorgeschlagen, berichtet Lechner. Doch Sixtus winkte ab. „Das Konzept sieht eine Erlebniswelt vor, da kann sich Sixtus nicht hinter dem Steinbruch verstecken“, erklärt Lechner. Als Alternativen seien drei private Flächen in Aurach infrage gekommen: eine bei der Fischeralm, eine nördlich der B 307 und westlich der Staatsstraße 2077 sowie eine südlich des Edeka-Markts. Für letztere habe sich Sixtus entschieden.

Auch aus genehmigungsrechtlicher Sicht sei dieser Standort der beste in Aurach. Zu diesem Ergebnis sei ein runder Tisch am Landratsamt mit dem Kreisbaumeister sowie Vertretern von Naturschutz, Immissionsschutz und Wasserrecht gekommen. Das „Argument der grünen Wiese“, wie Lechner es formulierte, sei an dieser Stelle ohnehin nicht berechtigt. So sei das für Sixtus vorgesehene Grundstück im Flächennutzungsplan als Wohngebiet ausgewiesen. Und dieses könnte sich theoretisch bis zur Staatsstraße ausweiten.

Sixtus würde sich hingegen mit zwei Baukörpern westlich der bestehenden Siedlung begnügen. Der überwiegende Teil des Grundstücks sei Parkplätzen, einem Kräutergarten und mehreren Tausend Quadratmetern Blühflächen vorbehalten. „Nur so bleibt der Blick ins Leitzachtal frei“, betont Lechner. Aus naturschutzrechtlicher Sicht wären die Blühflächen sogar eine Aufwertung der jetzigen Grünlandnutzung. Und die Siedlung sei durch Sixtus vom Straßenlärm abgeschirmt.

Soweit die Fakten zum Grundstück. Für den Bürgermeister gibt es aber noch weitere Gründe, die für eine Ansiedlung von Sixtus in seiner Gemeinde sprechen: Bis zu 65 neue Arbeitsplätze würden entstehen. Durch den Bau der Erlebniswelt, deren Kosten er auf mehr als zehn Millionen Euro schätzt, würden sich Auftragschancen für heimische Betriebe ergeben. Zudem sei Sixtus an einer Zusammenarbeit mit ansässigen Firmen wie Herbaria interessiert.

Auch Fischbachau würde profitieren. Durch die Beteiligung an der Wertsteigerung des Grundstücks würden 500.000 Euro in die Gemeindekasse fließen. Weitere 200.000 Euro müsste Sixtus für Kanal- und Wasseranschluss bezahlen. Lechner geht davon aus, dass sich das Unternehmen langfristig zum größten Gewerbesteuerzahler Fischbachaus aufschwingen wird – die Nebeneffekte durch die touristische Belebung des Kräutertals nicht eingerechnet.

„Das ist eine nie dagewesene Chance für Fischbachau“, ist sich Lechner sicher. Nach der Ablehnung von Sixtus in Schliersee bittet der Bürgermeister, bei der Entscheidung „sachlichen Argumenten den Vorrang zu geben“. In seinen Augen gibt es „keine rationalen Gründe, dagegen zu sein, aber viele gute Gründe, um dafür zu sein“. So gehe es auch um die Signalwirkung für andere Investoren, die sich für Fischbachau interessieren – und den Verbleib von Sixtus im Landkreis.

Das sei auch der Grund, warum das Unternehmen lange an seinem Konzept gefeilt und bislang noch keinen Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplans eingereicht habe. Lechner: „Die wollen kein zweites Schliersee erleben.“

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