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Sind begeistert vom Zuspruch aus dem Ort: Primiziant und Diakon Josef Rauffer (l.) und Festorganisator Sepp Bichler freuen sich auf die Primizfeier am Sonntag, 9. Juli, in Fischbachau.

Fischbachauer (29) wird zum Priester geweiht

Primizfeier von Josef Rauffer: Ein ganzer Ort hilft mit

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Noch sind es fünf Monate bis zur Primizfeier von Josef Rauffer in Fischbachau. Doch schon jetzt arbeiten 60 Helfer am Festprogramm. Die Vorfreude ist groß - im gesamten Pfarrverband.

Fischbachau – Wenn ein frisch geweihter Priester seinen ersten Gottesdienst feiert, ist das ein ganz besonderes Ereignis. Nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seinen Heimatort. Im Fall von Josef Rauffer aus Fischbachau scharren die Gläubigen schon fünf Monate vorher mit den Füßen – so groß ist die Vorfreude auf die Primizfeier des 29-Jährigen am Sonntag, 9. Juli, im Fischbachauer Kurpark. Mehr als hundert Gäste drängten sich bei der ersten Informationsveranstaltung im Saal des Gasthof zur Post. „Es ist ein richtiger Ruck durch den Pfarrverband gegangen“, berichtet Organisator Sepp Bichler. Auch der Primiziant ist beeindruckt: „Es freut mich sehr, dass das Interesse so groß ist.“

Das rührt wohl auch daher, dass die letzte Primiz im Pfarrverband Oberes Leitzachtal schon mehr als zwei Jahrzehnte zurück liegt. Am 25. Juni 1994 feierte Andreas Weiger seinen ersten Gottesdienst in Bayrischzell. In Fischbachau sind sogar fast 40 Jahre vergangen, seit Anton Wenhart am 24. Juni 1978 seine „Premiere“ als Priester zelebrierte. Dass er diesen besonderen Moment einmal selbst erleben wird, hätte sich Rauffer als Schüler noch nicht zu träumen gewagt. So absolvierte er zunächst eine Lehre als Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Und doch hatte er zu dieser Zeit schon Kontakt zur Kirche. Rauffer engagierte sich im Fischbachauer Pfarrgemeinderat und spielte die Orgel im Martinsmünster und in der Wallfahrtskapelle Birkenstein.

„Wie viele junge Menschen habe ich damals nach dem Sinn des Lebens gesucht“, erzählt Rauffer. Die Antwort habe er im Glauben gefunden. In seinen Begegnungen mit Gläubigen und Priestern in Birkenstein stellte er fest, dass er damit nicht allein ist. „Viele haben mir erzählt, dass sie der Glauben in ihrem Leben trägt“, sagt Rauffer. Um dieses Gefühl mit anderen zu teilen, entschloss sich der Fischbachauer zu einem Leben für Gott. Er holte das Abitur nach und trat 2009 ins Priesterseminar ein.

Seit seiner Weihe als Diakon im Mai 2016 lebt und arbeitet Rauffer nun im Pfarrverband Esting-Olching. Nach seiner Primiz wird der 29-Jährige für drei Jahre als Kaplan eingesetzt. Wo, das weiß er noch nicht. Langfristig würde er aber gerne wieder in den Süden zurückkehren, meint er schmunzelnd. „Die Berge fehlen mir schon.“

Umso mehr freut sich Rauffer auf seine Primiz in der Heimat. Und die wird richtig groß gefeiert. Schon jetzt arbeiten fast 60 ehrenamtliche Helfer in zehn Arbeitsgruppen unter der Leitung von Pfarrer Josef Spitzhirn und Sepp Bichler am Festprogramm. Der große Tag startet mit einem Kirchenzug zum Freialtar im Kurpark, wo um 10 Uhr die Heilige Messe beginnt. Danach geht es in einem Festzug durch den Ort, bevor sich die ganze Gemeinde zum gemütlichen Ausklang im großen Festzelt im Kurpark einfindet.

Damit auch das Wetter passt, sicherte Wallfahrtskurat Hans Schweiger spontan seine geistliche Unterstützung zu. Er versprach, bei der Pfarrverbandswahlfahrt am 1. Mai nach Birkenstein für Sonnenschein und einen guten Festverlauf zu beten.

Weitere Primizfeiern

Ein regelrechter „Primiz-Marathon“ steht im Sommer im Schlierach-/Leitzachtal an. Nur eine Woche nach Rauffer feiert der Miesbacher Mathias Klein-Heßling am Sonntag, 16. Juli, im Waitzinger Park in Miesbach seine erste Messe als Priester. Ein Festausschuss hat sich bereits gegründet. Die Nachprimiz von Bernhard Häglsperger steht dann am Sonntag, 23. Juli, in der Haushamer Pfarrkirche an. Zum Priester geweiht werden die drei jungen Männer am Samstag, 1. Juli, von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx im Freisinger Mariendom.

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