Geduld vorbei: 2019 hat der Gemeinderat knapp den Bau eines Pumptracks beschlossen, weil Fabienne Nadjar (11) Unterschriften gesammelt hatte. Nun hat sie erneut seitenweise Unterstützer zusammengetragen, damit das Projekt vorankommt - mit Erfolg.
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Geduld vorbei: 2019 hat der Gemeinderat knapp den Bau eines Pumptracks beschlossen, weil Fabienne Nadjar (11) Unterschriften gesammelt hatte. Nun hat sie erneut seitenweise Unterstützer zusammengetragen, damit das Projekt vorankommt - mit Erfolg.

Projekt seit 2019 in Warteschleife

Pumptrack Fischbachau: Gemeinderat beschließt Bau -
Weiter Debatte über Untergrund und Kosten

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Der Gemeinderat Fischbachau hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den von Kindern und Jugendlichen geforderten Pumptrack wie geplant am Sportplatz in Lehenpoint und mit Asphaltboden zu bauen.

Update, 1. April: Gemeinderat beschließt Pumptrack

Fischbachau – Der Gemeinderat Fischbachau hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den von Kindern und Jugendlichen geforderten Pumptrack wie geplant am Sportplatz in Lehenpoint und mit Asphaltboden zu bauen. Nachdem das Gremium das Projekt vor zwei Jahren erstmals befürwortet und seitdem mehrfach verschoben hatte (wir berichteten), diskutierten die Gemeinderäte auch in der jüngsten Sitzung die gleichen Punkte wie schon damals, rangen sich am Ende aber knapp zur Zustimmung durch.

Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) machte gleich zu Beginn der Debatte klar: Der Standort Lehenpoint ist kaum zu ändern. Der Eigentümer des von Gemeinderäten einen Monat zuvor als Alternative ins Gespräch gebrachten Grundstücks am Schwimmbad habe kein Interesse. Außerdem passe der Pumptrack nach Lehenpoint.

Auch von einem nicht asphaltierten Untergrund, der zweite strittige Punkt, riet Lohwasser ab: Die Versicherung sei schwierig, Kinder und Jugendliche hätten sich klar für die Asphaltbahn ausgesprochen. Damit spielte er an auf die 500 Unterstützungsunterschriften für einen asphaltierten Rundkurs für Fahrräder, Skateboards und Inlineskates, die dessen Initiatorin Fabienne Nadjar (11) nun dem Gemeinderat übergeben hat – nachdem sie bereits 2019 Hunderte Unterschriften für das Anliegen gesammelt hatte (wir berichteten). Lohwassers Botschaft an das Gremium: „Wir sollten jetzt einen Beschluss fassen. Ich bin für diese Bauweise.“

Einige Gemeinderäte blieben bei ihrer Kritik. Eine Naturbahn sei günstiger und fordere die Jugend mehr zur Mitarbeit auf, argumentierte Korbinian Wolf (Grüne). Josef Obermair (CSU) meinte, das Projekt passe nicht zu einer Flächengemeinde wie Fischbachau. Auch Bernhard Padeller (FaB) sprach sich für Naturboden aus.

Jugendreferent Michael Gartmaier (CSU), der laut eigener Aussage selbst für den Pumptrack unterschrieben hat, plädierte hingegen klar für Asphalt und den Standort Lehenpoint: Selbst Kinder aus Hundham hätten für den Pumptrack unterschrieben, sagte er. Dieser werde gemeindeweit angenommen. „Lasst uns für unsere Jugendlichen etwas Gutes machen!“

Diesem Aufruf schloss sich die Mehrheit der Gemeinderäte an. Mit 15 zu fünf Stimmen beschlossen sie das Projekt. Nun wird die Verwaltung Planung und Hochwasserschutz fördergerecht aufbereiten. Sie muss beispielsweise Ausgleichsflächen vorweisen, sollte sie für den Pumptrack Becken ausheben. Sprengen die Maßnahmen den Kostenrahmen, müsste der Fischbachauer Gemeinderat das Thema neu beraten.

Originalmeldung vom 21. März: Pumptrack Fischbachau immer noch nicht gebaut: Fabienne (11) sammelt erneut Unterschriften

Fischbachau – Im August 2019 hat Fabienne Nadjar (11) den Gemeinderat Fischbachau ihr Herzensprojekt beschließen gehört, doch noch ist nichts passiert. Für einen Pumptrack, also einen Rundkurs für Räder aller Art, in Lehenpoint hatte Fabienne Hunderte Unterstützungsunterschriften gesammelt, der damalige Bürgermeister Josef Lechner hatte Fördermittel aufgetrieben. Nach langer Debatte rangen sich die Gemeinderäte ein knappes „Ja“ ab. Trotzdem hat Fischbachau noch nicht einmal mit dem Bau begonnen. In seiner jüngsten Sitzung vertagte der Gemeinderat das Thema erneut (wir berichteten). Im Gespräch erklärt Fabienne, warum sie deswegen erneut Unterschriften gesammelt hat.

Fabienne, der Gemeinderat hat den Pumptrack in seiner jüngsten Sitzung vertagt. Deine Meinung?

Fabienne Nadjar: Ich wünsche mir, dass der Pumptrack diesen Sommer gebaut wird. Ich kämpfe schon seit drei Jahren dafür. Gerade jetzt, wo keine Vereinsaktivitäten möglich sind, wäre das ein Lichtblick für die Jugend. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, warum der Pumptrack noch nicht fertig ist, obwohl ihn der Gemeinderat schon 2019 beschlossen hat. Ich kann es auch nicht erklären. Ich würde mir wünschen, dass jetzt wirklich etwas passiert.

Die Gemeinderäte haben vor allem über den Untergrund gesprochen – wie schon 2019. Viele wollen den Pumptrack nicht asphaltieren.

Fabienne Nadjar: Ein asphaltierter Pumptrack bietet viele Vorteile. Man kann ihn mit allen Sportgeräten befahren, und Vereine können ihn zum Training hernehmen. Ich würde zum Beispiel gerne mit Inlinern auf den Pumptrack, wie viele Skifahrer im Sommer. Bei Naturbahnen geht das nicht. Darauf kann ich nur mit dem Fahrrad fahren. Das schränkt den Pumptrack unnötig ein, und das wäre schade.

Die Gemeinderäte mochten die Naturbahn auch, weil die Nutzer sie verändern können.

Fabienne Nadjar: Das stimmt. Man kann sie anpassen und Schanzen bauen. Aber die Schanzen können wieder nur einige nutzen. Roller können nicht so springen wie Fahrräder. Auch das grenzt wieder einige aus. Außerdem rutschen die Hügel bei Naturbahnen ab. Dadurch entstehen Klumpen. Fährt man da mit Inlinern drüber, schmeißt es einen.

Bleibt das Argument, dass die Naturbahn billiger ist.

Fabienne Nadjar: Nur ein asphaltierter Pumptrack wird durch Leader (ein EU-Förderprojekt, Anm. d. Red.) zu 50 Prozent gefördert. Außerdem haben sich zwei lokale Sportgeschäfte als Sponsoren angeboten. Das freut mich sehr, dass auch sie hinter dem Projekt stehen. Die Kosten sind also nicht das Problem. Ich finde, es gibt keinen Grund, den Pumptrack ohne Asphalt zu bauen.

Wie ist die Stimmung unter den Jugendlichen? Sehen das alle so?

Fabienne Nadjar: Viele stehen voll hinter dem Asphalt-Projekt. Ich habe wieder Unterschriften gesammelt und auch Listen in Geschäften ausgelegt. In anderthalb Wochen haben sich 500 Leute eingetragen. Die Listen werde ich dem Gemeinderat übergeben.

Meinst Du, dann geht es schneller?

Fabienne Nadjar: Ich hoffe es. Andi Wittmann, der den Pumptrack entwirft, kommt auch noch einmal im Gemeinderat vorbei und erklärt, was ein Pumptrack genau ist: eine asphaltierte Wellenbahn, die man mit allen Sportgeräten befahren kann. Ich glaube, dann wird klar, warum er asphaltiert sein muss.

mas

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