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Brauchen viel Fingerspitzengefühl: Die beiden Ortsbäuerinnen Elisabeth Lidschreiber (l.) und Evi Obermaier basteln Christbaumschmuck mit Golddraht. Die Technik stammt aus den Klosterarbeiten.

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Selbstgemachter Christbaumschmuck: Bäuerinnen zeigen, wie‘s geht

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Ruhige Hände und eine ruhige Stunde: Das sind wohl die zwei wichtigsten Zutaten für den Christbaumschmuck, den Evi Obermaier und Elisabeth Lidschreiber basteln. Und so geht‘s.

Wörnsmühl/Niklasreuth– „Pressieren darf’s nicht“, sagt Lidschreiber, als sie eine winzige, zartrosafarbene Perle auf den feinen Golddraht schiebt. Obermaier nickt und drückt behutsam zwei mit einer Plätzchenform ausgestochene Herzchen aus Bienenwachs aufeinander. „Die Zeit muss man sich nehmen.“

Auch für die beiden Ortsbäuerinnen aus Wörnsmühl (Lidschreiber) und Niklasreuth (Obermaier) ist die „staade Zeit“ nicht immer ganz so still, wie man es als Außenstehender vielleicht vermuten würde. Die beiden Frauen haben einen mehr als ausgefüllten Alltag aus Landwirtschaft, Haushalt und Familie zu bewältigen – und der legt auch in der Adventszeit keine Pause ein. Umso wichtiger sei es, sagen Lidschreiber und Obermaier, dass man sich bewusst Freiräume schafft, in denen man auf ganz andere Gedanken kommt. Wie beim Basteln.

Der Christbaumschmuck der beiden Bäuerinnen geht auf eine althergebrachte Tradition zurück: die Klosterarbeiten. So nennt man die Blüten, Blätter und Ranken aus Gold, die beispielsweise bei Fatschenkindln eingebunden werden. Jeder Handgriff hat eine Symbolik: Drei Mal Wickeln steht etwa für die Dreifaltigkeit, erklärt Lidschreiber. Kleber ist übrigens tabu.

Ganz so genau geht es bei den Christbaumanhängern nicht. Hier dienen die kleinen, gewickelten Goldblätter lediglich als Zierde. Lidschreiber und Obermaier befestigen sie – zusammen mit anderen Elementen wie kleinen Stoffschleifen und natürlich dem Aufhänger fürs Schmücken am Baum – mit Heißkleber auf verschiedenen Grundformen. Letztere lassen sich ganz leicht herstellen. Zum Beispiel aus Bienenwachsplatten, aus denen die Ortsbäuerinnen mit Plätzchenformen Herzen ausstechen. Oder aus kleinen Holzsternen, die mit Goldfolie überzogen werden. Auch gekaufte Baumkugeln lassen sich so in individuell gestalteten Christbaumschmuck verwandeln.

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Die Materialien gibt es in jedem gut sortierten Bastelladen zu kaufen. Auch das Anfertigen der Formen ist nicht schwer. Wer sich allerdings an Klosterarbeiten versuchen will und darüber noch keine Vorstellung hat, den empfehlen die beiden Bäuerinnen einen Kurs, den unter anderem die Volkshochschule anbietet. Auch zahlreiche Bücher gibt es schon zum Thema.

Ist der Schmuck erst mal fertig, kommt die Freude des Schenkens. Ob Töchter oder Nichten: Die hübschen Aufhänger eignen sich wunderbar als kleines Präsent, zum Beispiel für einen ebenfalls selbst gestalteten Adventskalender. Mit der Zeit kommt so ein stattlicher Fundus an Baumschmuck zusammen.

Der schafft es auch jedes Jahr wieder an den Baum, betont Obermaier: „Bei uns ist der Christbaum nicht nur rot oder blau, sondern immer bunt geschmückt.“ Bei Lidschreiber hängen sogar noch die Strohsterne aus ihrer eigenen Schulzeit an den Ästen. Und auch die nächste Generation erfreut sich daran, erzählen die beiden Frauen stolz: „Es ist schön, dass es auch die Nachkommen schätzen.“ Da nimmt man sich die Zeit fürs Basteln umso lieber. Zumal es auch entspannend ist, wie Obermaier erklärt: „Da kommt man gut runter.“ Und auf einmal kehrt sie doch ein, die staade Zeit. 

Zur Serie

Im Advent öffnen wir jeden Tag ein Türchen, hinter dem uns die Orts- und Kreisbäuerinnen aus dem Landkreis etwas Weihnachtliches backen, basteln oder von einem Brauch erzählen. Wenn sinnvoll, gibt es eine genaue Anleitung, damit die besonderen Tipps nicht nur den Landfrauen die Vorweihnachtszeit versüßen.

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