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Die Firma Sixtus ist auf der Suche nach einem neuen Standort im Landkreis. 

Wegen neuem Standort

Sixtus: In Gesprächen mit zwei Gemeinden

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Hausham/Fischbachau - Drei Gemeinden haben sich Chancen als neuer Sixtus-Standort ausgerechnet: Irschenberg, Fischbachau und Hausham. Jetzt bahnt sich wohl doch ein Zweikampf an. 

Zwei Gemeinden haben es laut Geschäftsführerin Petra Reindl in die Endauswahl für den neuen Sixtus-Standort geschafft: Hausham und Fischbachau. Damit steht fest, dass das zwischenzeitlich ebenfalls als aussichtsreicher Kandidat gehandelte Irschenberg aus dem Rennen ist. Wieder möglich erscheint dafür ein Verbleib von Sixtus in seinem derzeitigen Heimatort Hausham – wenn auch auf einem anderen Grundstück als bisher. Wie berichtet, hatte das Unternehmen eine Erweiterung seines Gebäudes an der Industriestraße von Anfang an ausgeschlossen. 

„Wir binden die Gemeinden ein“

Welche konkreten Angebote dem Unternehmen vorliegen, will Reindl noch nicht verraten. Sowohl für Hausham als auch für Fischbachau habe man aber jeweils individuell zugeschnittene Konzepte erarbeitet und diskutiere diese gerade intensiv. Nicht nur Sixtus-intern, sondern auch mit den Rathäusern. „Wir binden die Gemeinden ein“, sagt Reindl. 

Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner geht es nicht um Gewerbesteuereinnahmen

Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner bestätigt das. Er berichtet von mehreren Gesprächen mit Sixtus, die allesamt „konstruktiv“ verlaufen seien. Ziel sei es gewesen, herauszufinden, ob das Konzept des Unternehmens zu dem der Gemeinde passt. „Auch wir haben eine Strategie“, sagt Lechner. So gehe es ihm nicht darum, mit allen Mitteln einen neuen Gewerbesteuerzahler nach Fischbachau zu locken. Lediglich aus zwei Gründen könnte er sich eine Neuansiedlung auf der grünen Wiese vorstellen: wenn es sich um einen Betrieb zur Deckung des täglichen Bedarfs oder um ein zur Entwicklung der Gemeinde stimmiges Unternehmenskonzept handle. 

Durch Sixtus könnte sich für Fischbachau eine „Win-Win-Situation“ ergeben

Im Fall Sixtus sieht Lechner Kriterium Nummer zwei als erfüllt. „Es ist gut vorstellbar, dass dieses Vorhaben uns in unseren Alleinstellungsmerkmalen unterstützt.“ Wie berichtet, positioniert sich Fischbachau aktuell verstärkt im Bereich Kräuter sowie im naturnahen Tourismus. „In diesem Konzert könnte Sixtus ein wichtiges Instrument sein“, sagt Lechner. Sollte man zusammenfinden, könnte sich daraus eine „Win-Win-Situation“ ergeben. Eine Variante also, von der beide Seiten profitieren.

In Fischbachau stehen für Sixtus vier verschiedene Grundstücke zur Verfügung 

Vier mögliche Standorte hat Lechner dem Unternehmen vorgeschlagen. Alle befinden sich im südlichen Gemeindebereich, alle sind in privater Hand. Er habe sich aber bei den Grundstückseigentümern über deren grundsätzliches Verkaufsinteresse rückversichert, betont der Bürgermeister. Auch die Gemeinderäte sowie die für eine spätere Baugenehmigung relevanten Stellen am Landratsamt seien eingebunden. „Wir haben alle Standorte auf mögliche K.O.-Kriterien abgeklopft“, sagt Lechner. 

In Hausham stehen für Sixtus drei verschiedene Grundstücke zur Verfügung

Sein Haushamer Kollege Jens Zangenfeind berichtet von drei möglichen Grundstücken, die er „in den Ring geworfen“ habe. Bei Gesprächsrunden mit Sixtus habe man sich dann aber auf einen Standort fokussiert. Auch Zangenfeind spricht von einer „offenen Atmosphäre“, in der man gemeinsam die beste Lösung für das Unternehmen und die Gemeinde erarbeiten wolle. Sollte Sixtus in Hausham neu bauen, verspricht sich der Bürgermeister vor allem ein Plus an qualifizierten Arbeitsplätzen im Ort. Mehr noch: „Sixtus wäre ein Partner, der sich auch für das Vereinsleben in Hausham engagiert.“ 

Zangenfeind will kein Wettrennen um Sixtus

Ein Wettrennen um das Unternehmen will Zangenfeind aber nicht ausrufen. Letztlich müsse Sixtus entscheiden, wo es seine Pläne am besten verwirklichen könne. Auch Lechner sieht den Ball bei Sixtus. Die Firma sei nun am Zug, sich auf ein Konzept und damit auf eine der beiden Gemeinden festzulegen. Erst dann könne man das Projekt öffentlich vorstellen und diskutieren. 

„Wir haben eine umfangreiche Standortanalyse durchgeführt“

Laut der Sixtus-Chefin wird sich der Prozess noch ein paar Wochen hinziehen. Mit einer Entscheidung rechnet sie erst im Frühjahr. Ursprünglich anvisiert war, wie berichtet, eine Festlegung Ende 2016. „Wir haben eine umfangreiche Standortanalyse durchgeführt“, erklärt Reindl die Verzögerung. Auch wenn sich die Entwürfe am Ende baulich unterscheiden: Den damals bereits für Schliersee vorgesehenen Charakter einer „Erlebniswelt“ würden beide aufweisen.

Im Oktober hatten sich die Schlierseer per Bürgerentscheid gegen eine Ansiedlung der Firma am Seeufer ausgesprochen. Das hat tiefe Gräben in der Seegemeinde hinterlassen.

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